Schlossherr Karl Weber erklärt, wie die Pendule tickt.
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Schlossherr Karl Weber erklärt, wie die Pendule tickt.

Inner Wheel Club

Pendule im Schloss strahlt wieder

  • Sabine Münstermann
    VonSabine Münstermann
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Der Inner Wheel Club ist eine der größten internationalen Frauenvereinigungen mit über 103 000 Mitgliedern in 103 Ländern, dem sozialen Engagement verpflichtet. In Bad Homburg sind die Damen seit 20 Jahren am Start. Zum Geburtstag am vergangenen Mittwoch beschenkten sie natürlich nicht sich selbst, sondern, ihrem Selbstverständnis entsprechend, andere.

20 Jahre ist es her, dass der Inner Wheel Club eine Dependance in Bad Homburg gründete und dies am 18. Mai 1996 mit der sogenannten Charterfeier besiegelte. Gründungspräsidentin Gabriele Weinmann und 37 weitere Damen hatten große soziale Pläne, die sie im Laufe der Jahre tatkräftig umsetzten: So wird etwa das Altersheim der Arbeiterwohlfahrt „Haus Dammwald“ in Friedrichsdorf seit 20 Jahren durch Aktionen wie Kaffeenachmittage und Singen begleitet und in Königstein die Kinderneurologie durch die Finanzierung ganzheitlicher Blockbehandlung zerebral geschädigter Kinder unterstützt.

Die Inner Wheel-Damen helfen zudem Alleinstehenden oder alleinerziehenden Frauen, dem Frauenhaus Oberursel, dem Obdachlosenheim Haus Mühlberg, in Bad Homburg und, und, und – die Projekte sind zahlreich.

Entsprechend war es auch nicht weiter verwunderlich, dass der Inner Wheel Club Bad Homburg, mittlerweile auf 45 Mitglieder angewachsen und unter der Leitung der aktuellen Präsidentin Monika Peters, sich zum Geburtstag nicht selbst beschenkte, sondern andere – und zwar die Stiftung Erhaltung Bad Homburger Schloss, der sie eine Spende zuführte. Mit deren Hilfe konnte Stiftungs-Geschäftsführer Dr. Kai Mathieu die Pendule (Kaminuhr) für das Schlafzimmer der Kaiserin Auguste Viktoria restaurieren lassen.

Die Pendule aus matt und glänzend feuervergoldeter Bronze zeigt über dem abgestuften, rechteckigen Sockel, zu den Seiten und über dem rechteckigen Uhrengehäuse eine Begebenheit aus der altrömischen Geschichte, aus dem Krieg zwischen den Städten Rom und Alba Longa. Zum Vorbild diente dabei das berühmte, 1784 entstandene Gemälde „Der Schwur der Horatier“ von Jacques-Louis David (1748 – 1825).

Die Pendule wurde vermutlich um 1820 in Frankreich angefertigt und ist zudem seit 1859 nachweislich im landgräflichen Besitz, wie die Ansicht des Zimmers der Landgräfin Caroline von Hessen-Homburg von Karl Theodor Reiffenstein aus dem Jahre 1859 bezeugt. Restauriert hat das tickende Kleinod, das jetzt in den kaiserlichen Wohnräumen des Bad Homburger Schlosses wieder bewundert werden kann, der Restaurator für Historische Zeitmesser, Ian Fowler.

Zurzeit befinden sich nach Angaben von Mathieu übrigens noch zwei weitere Ensembles in der Restaurierung: eine Sitzgruppe für das Schreibzimmer der Kaiserin und fünf Ölgemälde, die in die Decke des Holz- und Spiegelkabinetts im Appartement der Kaiserin eingelassen und für die Bearbeitung ausgebaut worden sind. Mathieu: „Wir erwarten, dass beide Ensembles noch in diesem Jahr restauriert der Öffentlichkeit vorgestellt werden können.“

(sbm)

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