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Polizei rettet verunglückte Waldohreule in Bad Homburg

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Von: Christiane Paiement-Gensrich

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Der verletzte Vogel wird vorsichtig in die Transportbox gesetzt.
Der verletzte Vogel wird vorsichtig in die Transportbox gesetzt. © Polizei

Eine Eule mit Schädeltrauma wird zum Polizeieinsatz. Der Vogel erholt sich nun in der Falknerei auf dem Großen Feldberg von seinen Kopfschmerzen.

Bad Homburg -Tierischer Einsatz für die Bad Homburger Polizei: Eine verletzte Waldohreule musste gerettet werden. Benommen saß der Greifvogel in einer Ecke des Schulhofs in Grundschule Ober-Eschbach. Die Schule hatte die Polizei verständigt. Die Beamten packten eine Katzen-Transportbox ins Auto und machten sich auf den Weg. Auf dem Schulhof angekommen näherte sich ein Polizist dem Tier behutsam und streichelte ihm über die Brustfedern. Die Eule klapperte kurz mit dem Schnabel. Dann setzte der Mann den Vogel vorsichtig in die Box.

Nun wurde die Patientin ins Auto gepackt und auf den Großen Feldberg kutschiert. Dort ist der Falkenhof, der zugleich staatliche Auffang- und Pflegestation für aus dem Nest gefallene Greifvögel, Falken und Eulen ist. Auch um anderweitig verunglückte Vögel kümmern sich Falkner Christian Wick und sein Team.

Bad Homburg: Eule bleibt zwei Wochen in Falknerei

Eine Mitarbeiterin der Falknerei nahm die Eule in Empfang. Sie holte den Vogel mit Hilfe einer Decke aus der Box stellte fest, dass das Tier seine Fänge nicht schließen konnte. Die Diagnose: "Die Eule hat Kopfweh. Sie ist wahrscheinlich irgendwo dagegen geflogen und hat jetzt ein Schädeltrauma." Unterkühlt war der Vogel auch. Gutes Zeichen: Als die Frau die Eule in eine Box der Falknerei setzte, fauchte das Tier ein bisschen.

Gestern ging es der Patientin schon besser, wie Falkner Christian Wick im Gespräch mit dieser Zeitung berichtete. Zwei Wochen werde sie noch in der Falknerei bleiben müssen. Derzeit sitzt sie noch immer in einer relativ kleinen Box, damit sie sich nicht zu viel bewegt. "Wenn sie bei der Fütterung vor Aufregung wieder irgendwo dagegen fliegen würde, das wäre nicht gut", erklärt Wick, der gelernter Zoo-Tierpfleger ist. Zu fressen bekomme sie Mäuse, Eintags-Küken und zerlegte Ratten.

Angekommen: Eine Mitarbeiterin des Falkenhofs untersucht die Fänge der Eule.
Angekommen: Eine Mitarbeiterin des Falkenhofs untersucht die Fänge der Eule. © Polizei

Falkenhof in Bad Homburg ist Auffangstation für viele verunglückte Vögel

Insgesamt fünf verunglückte Vögel hat der Falkenhof derzeit in seiner Krankenstation. "Das sind ein Waldkauz, eine Schleiereule, ein Mäusebussard und ein Eichelhäher", berichtet Wick. Vor allem sei er zwar für Greifvögel zuständig, aber notfalls nehme er auch Rabenvögel auf, wie jenen Eichelhäher. Auch Rabenkrähen, Elstern und Dohlen habe er schon aufgepäppelt. Manche Vögel bleiben nur zwei Tage in der Auffangstation, bevor sie wieder in die Freiheit entlassen werden können. Andere brauchen monatelang Pflege. "Am längsten hatten wir einen flugunfähig gewordenen Mäusebussard, der seine Schwanzfedern und fast alle Schwungfedern verloren hatte." Fast ein Jahr habe es gedauert, bis dem Tier, nach der Mauser, wieder alle Federn nachgewachsen waren. Ein anderer Patient blieb zwei Monate. Er hatte sich seine Flügel in einem Stacheldraht verletzt. Aus dem Nest gefallene Vögel blieben meistens fünf bis sechs Wochen.

Der Falkenhof wurde 1965 gegründet und beherbergt 30 verschiedene Vogelarten, darunter außer Falken und Eulen auch Bussarde, Adler und Lachende Hänse. Die Winter-Öffnungszeiten für Besucher sind freitags, samstags und sonntags sowie an Feiertagen von 10 bis 16 Uhr. (Von Christiane Paiement-Gensrich)

Auch für ein Mäusebussard-Küken war die Falknerei in Bad Homburg lebensrettende Hilfe.

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