Projekt „Stolpersteine“ beschäftigt erneut die Stadtverordneten

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Die „Initiative Stolpersteine“ ist am Wachsen. Dass die goldenen Mahnmale kommen, scheint nicht ausgeschlossen.

Die Kurstadt hat keine Stolpersteine zur Erinnerung an Opfer des Nationalsozialismus – die im Frühjahr gegründete „Initiative Stolpersteine“ will dies ändern. „Wir brauchen die Mahner zu unseren Füßen“, zitiert Wolfram Juretzek, Sprecher der Initiative, Prof. Manfred Schneckenburger in der Laudatio für Gunter Demnig, der die in viele Straßen Deutschlands eingelassenen goldenen Mahnmale verlegt. Er hat im März den Königsteiner Kogon-Preis bekommen.

Doch die Stadt tut sich schwer mit den Stolpersteinen. „Bad Homburg muss sich im Umgang mit der Erinnerungskultur wahrlich nicht verstecken“, hatte Kulturdezernentin Beate Fleige (BLB) kürzlich im Parlament gesagt.

Es gibt ein Mahnmal in der Elisabethenstraße und eine Tafel im Bahnhof, die beide an die Deportierten erinnern. „Stolpersteine ergänzen als verteiltes Denkmal die bestehenden Gedenksteine und -tafeln“, betont Juretzek.

Jetzt beschäftigt das Thema erneut die Stadtverordneten. Sie haben beschlossen, dass geprüft werden soll, ob die Stadt doch an der bundesweiten Aktion teilnehmen soll. Dazu sollten die „Initiative Stolpersteine“ und die Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit (GCJZ) im Kulturausschuss gehört werden. Juretzek wundert sich, noch nicht für die nächste öffentliche Sitzung am Donnerstag, 11. Juni (17.30 Uhr im Gotischen Haus), eingeladen worden zu sein.

Die Tagesordnung für diese Sitzung steht laut Rathaussprecher Andreas Möring noch nicht fest. „Es gibt Überlegungen, in der Elisabethenstraße anders an die Synagoge zu erinnern, die dort einst stand“, ergänzt er.

Die GCJZ hatte sich zuletzt skeptisch zum Thema Stolpersteine geäußert. Die Initiative indes fühlt sich in der Kurstadt bislang nicht genug gehört. Eine große Zahl an Hobbyforschern unterstütze das Vorhaben, erläutert Juretzek, es gebe Forschungsprojekte an Homburgs weiterführenden Schulen. Außerdem habe man Spendenzusagen von rund 7000 Euro. Aus der Initiative soll nun bald ein Verein werden. Der Sprecher betont, dass das städtische Budget nicht belastet werde, da in den Spendenkosten von rund 120 Euro für einen Stein auch die Verlegung einschließlich Material enthalten seien. Doch dass Gunter Demnig auf Homburgs Pflaster tätig wird, bedarf der Zustimmung der Stadt. Juretzek: „Der Künstler hält für Bad Homburg bereits einen Termin frei.“

Die Initiative tagt am 15. Juni, 18.30 Uhr, im Gemeindehaus St. Marien.

(ahi)

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