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Verkehr

87 Projekte für besseren Radverkehr in Bad Homburg

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Spätestens seit den Bürgerbefragungen zum Stadtentwicklungskonzept Bad Homburg 2030 ist klar: Die Bad Homburger fahren viel Fahrrad und wollen, dass sie das endlich überall in der Kurstadt gut und sicher tun können. Das neue Radverkehrskonzept soll ihnen den Weg ebnen.

Auf der Kaiser-Friedrich-Promenade mit dem Fahrrad zu fahren, ist bislang alles, nur nicht entspannt. Das soll sich ändern – die Stadt hat gestern ein neues Radverkehrskonzept vorgelegt. Das Konzept beinhaltet 87 Einzelmaßnahmen, die zusammen mit den bereits bestehenden Wegen das Homburger Radverkehrsnetz des Jahres 2030 bilden werden. „Wir gehen von einem Umsetzungshorizont von etwa zehn Jahren aus“, sagte Oberbürgermeister Alexander Hetjes (CDU) gestern bei der Vorstellung des Plans, der bereits den Magistrat passiert hat und über den die Stadtverordneten am 13. Dezember abstimmen werden.

Im Fokus steht der Lückenschluss des bestehenden Netzes. „Wir wollen ein durchgängig befahrbares Radwegenetz schaffen. Deswegen geht uns zunächst vornehmlich um die Schaffung von Schutzstreifen auf Hauptverkehrsachsen wie dem Hessenring und um die Öffnung zahlreicher Einbahnstraßen für den Radverkehr, der die Straßen dann in der Gegenrichtung nutzen kann“, betonte der Fachbereichsleiter Stadtplanung, Holger Heinze.

Fahrradspuren, die kann man nur da einrichten, wo Platz ist. 1,50 Meter braucht’s dafür. Aber auch wenn die da sind, muss man sich überlegen, welche Folgen das für den Rest des Straßenverkehrs hat. Deswegen soll kommendes Jahr zunächst versuchsweise am Hessenring eine Bahn für Autos gesperrt und für Radler freigegeben werden.

Einen Probelauf wird es auch in der Kaiser-Friedrich-Promenade geben. Aufgrund von Platzmangel kann man dort keine Fahrradspur auf der Straße einrichten. Aber wenn der Verkehr langsamer führe, wäre den Radlern vielleicht gedient. „Wir werden in einem Versuch deswegen im kommenden Jahr Tempo 30 auf der Promenade zwischen Schwedenpfad und Friedrichstraße einführen. Auch, um zu schauen, welche Folgen das für den Busfahrplan hat“, sagt Heinze.

Wo kein Platz für Schutzstreifen vorhanden sei, solle das Bewusstsein für gleichberechtigtes Nebeneinander von Rad- und Autoverkehr auf andere Weise geschaffen werden – über Piktogramme. „Das wäre im Gluckensteinweg möglich. Dessen Belag wird kommendes Jahr ohnehin erneuert.

Nicht alles muss im Konzept jetzt schon aufgenommen sein, das Papier wird stets aktualisiert. Neulich etwa hatten Radfahrer darum gebeten, ob das Drängelgitter am Platzenberg weggenommen werden könnte. Nach kurzem Gespräch aller Beteiligten – fast immer sind die Verkehrsbehörde, die Stadtplanung und der Betriebshof mit im Boot, war die Sache geritzt. Und künftig geht’s vermutlich noch ein bisschen leichter. Bekanntlich soll die Stadt einen Radfahrbeauftragten bekommen. Der Job – es handelt sich um eine halbe Stelle – wird demnächst ausgeschrieben. Und das Konzept, wenn das Parlament es abgesegnet hat, wird online einsehbar sein.

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