Jetzt spricht der Ex-Kurdirektor

Ralf Wolter dementiert vehement die Angaben von OB Hetjes

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Dass Stadträtin Beate Fleige (BLB) und Ex-Stadtrat Dieter Kraft (Grüne) ihren Rücktritt aus dem Verwaltungsrat der Kur erklärt haben, hat den entlassenen Kurdirektor Ralf Wolter auf den Plan gerufen. Eigentlich hatte er sich nicht äußern wollen, sieht sich aber veranlasst, einiges richtigzustellen.

„Die Kur und die Stadt verlieren mit Beate Fleige (BLB) und Dieter Kraft (Grüne) zwei engagierte, langjährige Verwaltungsratsmitglieder. Dies ist ein herber Verlust.“ Mit diesen Worten in einer Pressemitteilung meldet sich der im März gekündigte Kurdirektor Ralf Wolter zu Wort. „Bedauerlich“ sei auch, dass in den vergangenen Monaten öffentlich ein Eindruck entstanden sei, der der Kur- und Kongreß GmbH und der Stadt schade: „Wenn sich Mitglieder des Verwaltungsrats gezwungen sehen, Aussagen eines Stadtoberhauptes richtig zu stellen, wirft das ein bezeichnendes Licht“, schreibt Wolter.

Eigentlich, sagte er dazu auch in einem Gespräch mit dieser Zeitung, habe er sich nicht mehr zu dieser Sache äußern wollen. Er sehe sich aber gezwungen, Aussagen, die Oberbürgermeister Alexander Hetjes (CDU) im Zuge des Rücktritts von Fleige und Kraft getätigt hatte, richtigzustellen.

Zur Erinnerung: Die Stadt wirft Wolter vor, er habe die Machbarkeitsstudie zur Zukunft des Kurhauses gestoppt, einem Mitarbeiter der Kur entsprechende Anweisungen erteilt. Das hatte Hetjes im Parlament gesagt. Kraft hingegen sagte, der Mitarbeiter habe im Verwaltungsrat klar gesagt, eine solche Anweisung habe es nicht gegeben. Seine Erklärung tätigte Kraft öffentlich. Das machte ihm die Stadt zum Vorwurf, wollte ihn aus dem Verwaltungsrat der Kur werfen. Kraft kam dem mit der Niederlegung seines Mandats zuvor. Fleige bestätigte Krafts Aussage und trat ebenfalls zurück. Hetjes nahm die Rücktritte an und veröffentlichte Gesprächsnotizen, die angeblich belegen sollen, dass Wolter besagte Anweisung gegeben habe.

Wolter sagt: „Zunächst sprach der OB davon, ich hätte im Dezember 2017 einen Stopp der Machbarkeitsstudie angewiesen. Daraus ist dann laut OB ein abgesagter Termin einer Projektgruppe geworden – und die Aussage des OB, da sei der Mitarbeiter im Verwaltungsrat missverstanden worden.“ Tatsache sei: „Ich habe die Machbarkeitsstudie bis zum letzten Tag im Amt mit Priorität verfolgt. Ich habe weder angewiesen, die Studie zu stoppen – noch ist sie jemals wirklich gestoppt worden. Bis heute nicht“, betont der Ex-Kurdirektor. Zur Erklärung führt Wolter aus: „Der Projektgruppe zur Zukunft des Kurhauses gehören neben dem technischen Leiter der Kur und der Geschäftsführung auch zwei Beratungsunternehmen an, die für den ausschreibungsrechtlichen Teil und die Verfahrensabwicklung zuständig waren. Deren Aufgabe war es vor allem, die Ausschreibung rechtlich vorzubereiten, bei der Formulierung der Anforderungen an das künftige Kurhaus zu unterstützen und die Ausschreibung durchzuführen.“

Für die Arbeit der Gruppe sei jedoch die Mitwirkung der Miteigentümer – die Taunus Sparkasse und das Maritim Hotel – und die Kenntnis über deren Interessen und künftigen Raumbedarf an diesem Standort zwingende Arbeitsgrundlage. Um die Miteigentümer für die Mitarbeit zu gewinnen, waren für den 30. November 2017 und den 1. Dezember 2017 bereits gemeinsame Besprechungen mit ihm, dem OB und den Verantwortlichen der Taunus Sparkasse und des Maritim zur Machbarkeitsstudie terminiert, schreibt Wolter. „Diese Besprechungen haben stattgefunden. Das wusste die Projektgruppe.“ Es sei vereinbart worden, die Ergebnisse aus diesen Gesprächen abzuwarten und deshalb den kurz vor den Gesprächen mit den Miteigentümern liegenden Termin der Projektgruppe am 28. November 2017 bis auf weiteres zu vertagen.

„Der Verlauf der Gespräche mit den Miteigentümern, der Stand des Verfahrens und die Vereinbarungen über die nächsten Schritte sind in einem Protokoll vom 5. Januar 2018 dokumentiert. Dies wurde von OB Hetjes und mir gemeinsam unterzeichnet“, schreibt Wolter und fügt hinzu: „Konkret hatten wir vereinbart, die Gespräche voraussichtlich im März 2018 fortzusetzen. Denn bis dato waren noch offene Punkte mit einem der Miteigentümer zu klären. Mein letzter Arbeitstag im Kaiser-Wilhelms-Bad war am 21.März 2018.“ Wolter betont, nur eine Sache könne Klarheit bringen: „Die Offenlegung dieses Protokolls vom 5. Januar.“

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