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Erinnert auf den ersten Blick an ein Feldlager der Bundeswehr, sind aber die vorübergehenden Zeltboxen für die Vierbeiner des Reit- und Fahrvereins. Edna Rätze nähert sich mit ihrem Pferd LA Love Story ganz vorsichtig der neuen Unterkunft.

Neues Bauprojekt

Reit- und Fahrverein verlängert Pachtvertrag mit der Stadt

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Der Reit- und Fahrverein Bad Homburg investiert viel Geld in Pferdeboxen. Voraussetzung dafür war, dass der neue Erbpachtvertrag mit der Stadt unter Dach und Fach ist – die Beurkundung ist am Dienstag über die Bühne gegangen.

Der Reit- und Fahrverein Bad Homburg (RFV) kann aufatmen: Nach nicht immer einfachen Verhandlungen mit der Stadt Bad Homburg, ein wenig Zittern und Bangen ist Anfang der Woche der neue Pachtvertrag für das Vereinsgelände an der Amalienschneise über das Jahr 2020 hinaus auf 99 weitere Jahre verlängert worden – noch dazu zu einem finanzierbaren Pachtzins.

Lange Zeit waren sich Verein und Stadt uneinig über die Modalitäten des neuen Vertrags – unter anderem was die Höhe des Pachtzinses anging. Vor allem ein von der Stadt in Auftrag gegebenes Gutachten, in dem eine enorm hohe Pacht errechnet worden war, hatte für Irritationen gesorgt. Diese sind nun ausgeräumt, beide Seiten haben sich auf einen für den Verein zu stemmenden Zins geeinigt.

Der ursprüngliche Pachtvertrag zwischen der Stadt und dem 1898 gegründeten Verein stammt aus dem Jahr 1960, im Jahr darauf wurde die Reitanlage errichtet. 1984 wurde der Vertrag dann in einen Erbpachtvertrag umgewandelt, der bis Ende 2020 läuft.

Der Pachtvertrag war die Voraussetzung dafür, dass der Verein nach bereits getätigten Aufwendungen von 800 000 Euro nunmehr sein bisher größtes Einzelbauprojekt seit Jahrzehnten, den Neubau der Boxen, endlich in Angriff nehmen kann. 260 000 Euro werden dafür aufgewendet. Die Finanzierung steht. Sie ist mit Eigenkapital und über einen Kredit abgesichert, 83 000 Euro kommen durch drei sehr namhafte Zuschüsse zusammen. „Ohne dieses Geld hätten wir die Sache nicht stemmen können“, sagte Martina Meister, Mitglied des Vorstandes. Der größte Zuschuss kommt mit allein 50 000 Euro vom Land Hessen. Das Geld stammt aus einem Sonder-Investitionsprogramm, erklärt der Parlamentarische Geschäftsführer der CDU-Landtagsfraktion, Holger Bellino. Weitere 26 000 Euro bekommt der RFV aus dem Sportförderprogramm der Stadt Bad Homburg, vom Landessportbund kommen 7500 Euro.

In der kommenden Woche sollen die U-förmig angeordneten 22 Holzboxen abgerissen und durch 17 neue, wiederum als „U“ angeordnete Einstellplätze ersetzt werden. Bereits gestern wurden auf dem Platz neben der Reithalle Zeltboxen aufgestellt, die den Pferden vorübergehend als Unterstand dienen sollen.

Die alten Boxen waren mittlerweile in einem erbarmungswürdigen Zustand, standen eher noch aus Gewohnheit. „Die Anlage wurde in den 1960er Jahren errichtet und wird immer maroder, da lässt sich nichts mehr reparieren, und bei jedem Sturm halten wir die Luft an, dass das Dach nicht wegfliegt – es wird höchste Zeit, dass dieses Problem gelöst wird“, sagte Meister. Die Zeit drängt in der Tat, denn bis Weihnachten müssen die neuen Boxen bezugsfertig sein. Länger können die während der Bauzeit ausquartierten Pferde wegen der winterlichen Kälte nicht in Stallzelten bleiben.

17 Boxen – das sind fünf weniger als jetzt an Außenboxen zur Verfügung stehen. Allerdings können fünf Pferde in freie Boxen im Hauptstall umziehen. Für den Neubau heißt das: Da der neue Stalltrakt exakt auf der jetzt schon überbauten Fläche entsteht, werden die Boxen deutlich größer. Tierschutzvereine und die Deutsche reiterliche Vereinigung fordern eine Mindestboxengröße von 3,50 Metern im Quadrat. Die neuen Boxen im Hardtwald werden sogar noch ein Stückchen größer, 3,50 mal 3,80 Meter.

Die Boxen sollen in Stahlskelettbauweise mit isolierter Holzverbretterung errichtet werden. Für die Sattelkammer und die Wasserversorgung der Selbsttränken ist auch eine Heizung vorgesehen, die Boxen selbst werden natürlich nicht beheizt.

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