Golf

Royal Homburger GC: "Wir sind eine Talentschmiede"

Die „königlichen“ Golfer aus Bad Homburg legen viel Wert auf Jugendarbeit. Das größte Talent Martha Brutsche scheitert bei den DM nur ganz knapp am Cut.

Wäre bloß nicht die erste Runde so bescheiden verlaufen für Martha Brutsche. 85 Schläge brauchte die junge Golferin des Royal Homburger GC auf dem 18-Loch-Kurs, das reichte bei der deutschen Meisterschaft der Altersklasse 14 im münsterländischen Everswinkel lediglich zu Rang 43 unter 56 Teilnehmerinnen. In der zweiten Runde startete Martha eine Aufholjagd mit 77 Schlägen – nur zehn Konkurrentinnen waren jetzt besser als sie. Trotzdem reichte es nicht ganz, um in die entscheidende dritte Runde einzuziehen; ein Schlag weniger wäre vonnöten gewesen, um das vorzeitige Ende im GC Brückhausen abzuwenden.

Martha Brutsche steht leistungsmäßig an der Spitze der Nachwuchsarbeit des Golf-Clubs. Und viele tummeln sich auf den beiden Kursen im Nordwesten und Zentrum der Kurstadt. „Wir haben 150 Spieler im Nachwuchsbereich, davon sind etwa 110 im Training. Im hessischen Vergleich ist dies ein hoher Wert, wir müssen uns vor Frankfurt und Neuhof nicht verstecken. Wir sind eine Talentschmiede“, sagt Henning Gebhardt.

Seit 2011 fungiert Gebhardt bei dem RHGC als Jugendwart. „Wir haben eine gute Ausgangsposition geschaffen. Insbesondere bei den unter Zehnjährigen wächst wieder richtig etwas heran.“ Doch es gibt freilich noch Entwicklungspotenzial. „In Bad Homburg sind die Trainingsmöglichkeiten verbesserungswürdig. Der Ausbau der Range und der Kurzspielanlage ist nach jahrelangem Ringen für den Herbst geplant“, führt der 51-Jährige aus.

Bei den „Königlichen“ gibt es demnach gewisse Grenzen. Wer große Ambitionen hegt, wählt den Weg gen Süden. „Einige sind schon nach Frankfurt oder zum GC Gut Neuhof nach Dreieich gegangen“, sagt Henning Gebhardt. Dort wird Bundesliga oder Zweite Liga geboten, in Bad Homburg maximal Regionalliga (Damen).

Auch Gebhardts beiden Söhne Moritz (18) und Jonas (16) spielen inzwischen für den Frankfurter GC. Der Jüngere absolviert sogar in Schottland, ein Dorado für Golfsport, in einer Akademie unweit von Edinburgh ein Lehrjahr. Und Isabelle Schlick, die vor einem Jahr nach Frankfurt ging, belegte bei der DM in Everswinkel in der AK 16 den 17. Platz. Sie steht auch im Kader des Frankfurter Bundesliga-Teams.

Nichtsdestotrotz hat der RHGC weiter ein Fundament. „15 unserer Kinder wurden in den letzten Jahren in die Hessenkader aufgenommen. Zuletzt waren es drei elfjährige Mädchen. Das ist eine tolle Auszeichnung für unsere Basisarbeit“, sagt Gebhardt. Wer es zumindest so weit einmal schaffen möchte, sollte nicht zu lange warten, um diese Sportart zu betreiben. „Ideal wäre es, mit sechs, sieben Jahren einzusteigen.“ Gut putten sollte früh geübt sein.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare