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Im Horex-Museum sollen künftig Objekte die Gewerbegeschichte der Kurstadt erzählen.

Schaufenster der Homburger Historie

Sanierung des Gotischen Hauses: Horex-Museum präsentiert kostbare Stücke

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Das Gotische Haus muss saniert werden. Damit die städtische Historie nicht für Jahre unsichtbar wird, sollen die kostbarsten der rund 100 000 Exponate für die Zeit des Umbaus im Horex-Museum lagern. Die Pläne für die Zukunft des Gebäudes bedeuten derweil für Motorrad-Fans einen Einschnitt.

Im Horex-Museum leben Motorrad-Legenden weiter. Doch das Gebäude mit der schnittigen Architektur in Form eines Regina-Zylinderkopfs soll in den kommenden Jahren nicht mehr als Ausstellungsraum allein für Krafträder aus der Homburger Schmiede dienen. Die Schau „Die Legende lebt“ war der letzte Modellwechsel von Horex-Maschinen. Bei der Eröffnung der Kulturnacht am vorigen Samstag machte OB Alexander Hetjes (CDU) seine Vorstellung von der Zukunft des Museums öffentlich: Hier soll die Industrie- und Gewerbegeschichte de Kurstadt lebendig bleiben.

Das hängt vor allem mit der Sanierung des Gotischen Hauses zusammen. Von 2020 an soll das denkmalgeschützte Gebäude umgebaut werden. Die Kunstwerke leiden, weil es dort keine zeitgemäße Klimatisierung gibt. Zudem wird innen eine weitere Treppe als Fluchtweg eingebaut; schon jetzt ist der erste Stock aus Brandschutzgründen gesperrt. „Wir wollen präsent bleiben“, erläutert Dr. Ursula Grzechca-Mohr, die Leiterin der städtischen historischen Museen. Es müsse möglich sein, auf Ereignisse zu reagieren und entsprechende Exponate zeigen zu können – etwa im Hölderlinjahr 2020.

Auch braucht die Stadt ein

Ausweichquartier

für die rund 100 000 Einzelobjekte des städtischen historischen Museums. Die meisten werden eingelagert; die kostbarsten Stücke aber soll das bestens gesicherte und gut klimatisierte Horex-Museum aufnehmen. Etwa die Terra Sigilata, die belegt, dass die Römer schon Quellen im heutigen Kurpark nutzten; eine Vase, die den Elisabethenbrunnen mit Eisenkonstruktion zeigt, von der es keine Pläne gibt. Oder das Hemd des Prinzen Gustav mit Original-Blutfleck von 1812.

„Das Horex-Museum wird zum Schaudepot“, erklärt die Museumsleiterin, die hofft, im Herbst 2019 mit der Herrichtung desselben beginnen zu können. Ungefähr zu diesem Zeitpunkt sollen auch die Ausschreibungen für die Sanierung des Gotischen Hauses rausgehen. Grzechca-Mohr hofft, dass der Umbau des Gotischen Hauses nicht länger als zwei Jahre dauern wird. Wenn die Exponate dorthin zurückkommen, sollen beide Museen mit verändertem Konzept die Geschichte der Kurstadt präsentieren.

Das Horex-Museum soll nach Willen der Stadt anschließend nicht mehr allein der Motorgeschichte rund um die Rennmaschinen vorbehalten bleiben, sondern die Historie der diversen Homburger Unternehmen anschaulich machen und das, was sie für die Entwicklung der Kurstadt bedeutet haben. Grzechca-Mohr denkt da unter anderem an Fresenius, Ringspann, die frühere Firma Dr. Steeg & Reuter oder grundsätzlich an die Geschichte des Zwiebacks in Homburg. Einige Exponate hat das städtische Museum schon, andere möchte sie in Zusammenarbeit mit den Unternehmen noch sichten.

Enttäuscht von diesen Plänen zeigt sich Axel Butterweck. Der Homburger ist Horex-Experte und hat die diversen Modellwechsel im Museum kuratiert, seitdem dieses 2012 seinen Betrieb aufgenommen hatte. „Ich hätte noch Ideen für mindestens zehn Ausstellungen“, erklärt Butterweck. Man habe noch längst nicht alles gesehen, was Horex zu bieten habe. Er verstehe ja, wenn die Stadt ein

Ausweichquartier

brauche, und mit einer Pause könne er auch leben. Nach der Sanierung des Gotischen Hauses müsse es aber weitergehen wie bisher im Horex-Museum. „Das ist ja ein etabliertes Museum, da darf man nicht dran rumschrauben“, meint er. Besucher gebe es genug. Grzechca-Mohr indes plant 2019 noch eine Ausstellung in der letzten Horex-Ausstellung: „Man muss immer Höhepunkte bieten – voll wird es nur immer zur Eröffnung der Schau.“

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