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Schlosscafé Bad Homburg: Nächsten Sommer gibt‘s Kaffee mit Zedernblick

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Von: Anke Hillebrecht

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Der Innenausbau des Marstalls ist bereits weit fortgeschritten. SG-Direktorin Kirsten Worms und Bau- und Denkmalexperte Nils Wetter betrachten vor der künftigen Cafétheke den freigelegten Dachstuhl.
Der Innenausbau des Marstalls ist bereits weit fortgeschritten. SG-Direktorin Kirsten Worms und Bau- und Denkmalexperte Nils Wetter betrachten vor der künftigen Cafétheke den freigelegten Dachstuhl. © ahi

Der Ausbau des Marstalls zum neuen Schlosscafé in Bad Homburg schreitet voran. Vom Stil her soll der Barock mit dem Modernen verbunden werden.

Bad Homburg - Der Baustellencharakter des unteren Schlosshofs täuscht darüber hinweg, dass die Schlösserverwaltung (SG) mit dem Ausbau des Marstalls zu einem modernen Café schon ein gutes Stück weitergekommen ist. Doch der Innenausbau des Gebäudes neben der Schlosskirche sei weitgehend abgeschlossen, erklärt Nils Wetter, leitender SG-Bau- und Denkmalpfleger.

In der einstigen Garage liegt bereits neuer Dielenboden; die Naturstein-Rückwand wurde weiß verputzt, barocke architektonische Elemente wie die Halbrundbögen und die winzigen Fenster wurden erhalten. Ebenso der hölzerne Dachstuhl - er bleibt offen. Vom Cafétisch aus wird man zudem den mit Fachwerk verkleideten einstigen Kaisergang sehen können. Er liegt auf der Rückmauer des Gebäudes. „Durch ihn gelangten die Landgrafen und später Kaiser Wilhelm II. ungesehen in die Schlosskirche“, erläutert Wetter.

Schlosscafé Bad Homburg: Das Dach wird noch neu gedeckt

Moderne Elemente bilden einen Kontrapunkt zur barocken Architektur. Schwarz verkleidete Holzkuben im Gastraum verbergen die Toiletten, und auch die Theke gegenüber, die kleinen Heizkörper und die Tische sind schwarz. „Das wird atmosphärisch sehr schön - auch mit dem Blick auf die Schloss-Architektur“, schwärmt SG-Direktorin Kirsten Worms und deutet auf die großen Fenster, die anstelle der hölzernen Remisentüren eingesetzt wurden.

Letzte große Baumaßnahme ist jetzt noch die Neudeckung des Daches, mit der die Firma Löw soeben angefangen hat. Wie alt die Schiefer sind, ist in den Akten nicht hinterlegt, weil das Gebäude nicht öffentlich zugänglich war, sagt Wetter. Er schätzt, dass das jetzige Dach aus den 1960er Jahren stammt.

Vom Gerüstturm nebenan kann man marode Stellen sowie Ausbesserungen sehen. Eine Dämmung wurde bereits eingebaut. Wenn das neue Dach einmal drauf ist, wird per Ausschreibung nach einem Gastronom gesucht, der das Café betreiben wird. Erst dann wird gemeinsam die Einrichtung und Ausstattung der Küche besprochen, erklärt Worms. Die Küche findet in einem Nebenraum Platz.

Schlosscafé Bad Homburg: Das Gebäude wird modernisiert

Die alten Betongaragen, die zuletzt die barocke Wagenhalle auskleideten, sind ausgebaut. Dafür wurden Wasser, Heizung und Strom gelegt. Lüftung und Lichtspots, die die historischen Elemente in Szene setzen, werden noch folgen. Rund 850 000 Euro brutto investiert die SG in den Ausbau, sie stemmt ihn aus eigenen Mitteln.

„Wir hatten eine Kostensteigerung, weil wir den Innenraum noch einmal vergrößert haben“, so Worms. Nach Vergabe vergehen noch einmal zwei oder drei Monate. Die SG-Direktorin hofft, dass im Mai 2023 hier der erste Kaffee ausgeschenkt werden kann. Das ist nicht der erste Umbau, auch der Königsflügel wurde letztes Jahr nach langer Sanierung wiedereröffnet.

Schlosscafé Bad Homburg: Ein neuer Blick auf den Schlosshof zur Zeder entsteht

Das neue Schlosscafé wird mehr Sitzplätze haben als das frühere im Durchgang zwischen Obergarten und oberem Schlosshof, das dem modernen Museumsfoyer Platz machen musste. 42 Gäste sollen im Innenraum des einstigen Marstalls Platz finden. Weitere rund 60 Sitzplätze entstehen auf zwei Außenterrassen zu beiden Seiten des Cafés - im Hof neben der Schlosskirche, wo meistens Schatten ist, und auf den sonnigen Kiesflächen der ehemaligen Rosenterrasse mit Blick auf die Zedern.

Durch den Ausbau des Marstalls entsteht auch eine neue Sichtbeziehung im Schloss-Areal: Wenn das Café geöffnet hat, wird man hinter den schwarzen Toiletten-Kuben entlang von der Schlosskirche (Zugang Herrngasse) zum Obergarten (Zugang Dorotheenstraße) gehen können. Somit entsteht auch eine Blickachse vom unteren Schlosshof zur Zeder. Die Zeder im Schlosshof Bad Homburg ist die älteste in Deutschland. (Anke Hillebrecht)

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