Lagebesprechung an der HUS mit Schulleiter Stefan Engel, seinem Stellvertreter Holger Irnich, dem Sicherheitsbeauftragten Jan Eisenberg und Hausmeister Siegfried Aden.
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Lagebesprechung an der HUS mit Schulleiter Stefan Engel, seinem Stellvertreter Holger Irnich, dem Sicherheitsbeauftragten Jan Eisenberg und Hausmeister Siegfried Aden.

Weiterführende Schulen vor dem Start

Schulstart in Hessen: Die Pläne stehen, etwas Unsicherheit bleibt

HUS, KFG und GaG haben Konzepte für den Schulstart entwickelt und umgesetzt

  • Am Montag (17.08.2020) geht in Hessen die Schule wieder los.
  • Das hessische Kultusministerium hat die Vorgaben für den Schulstart eine Woche vor Beginn noch einmal geändert.
  • Die Schulen in Bad Homburg mussten ihre Konzepte für den Schulbetrieb unter Corona-Bedingungen nochmal überarbeiten - etwas Unsicherheit bleibt.

Bad Homburg - Wäre die Information des hessischen Kultusministeriums zur neuen Regelung, dass an allen hessischen Schulen überall - im Schulgebäude und auf dem Schulgelände - Alltagsmasken außerhalb des Klassenraums getragen werden müssen, eine Woche vorher gekommen, dann, erklärt Holger Irnich, „hätte uns das viel Arbeit erspart“.

Denn der stellvertretende Schulleiter der Humboldtschule (HUS) hat sich in den vergangenen Wochen mit Jan Eisenberg, Leiter des Fachbereichs Naturwissenschaften und Sicherheitsbeauftragter der HUS, viele Stunden intensiv mit dem Thema beschäftigt: Wie startet die HUS ins neue Schuljahr, wenn wieder alle 1700 Schüler kommen? „Der finale Maßnahmen-Katalog für eine vollständige Wiederöffnung ist schon seit mehreren Wochen gereift, deshalb sehen wir den Herausforderungen mit Ruhe und Respekt entgegen“, meint Eisenberg.

Schulstart in Hessen: Schulen müssen lang erarbeitete Konzepte überarbeiten

Bereits Ende des vergangenen Schuljahres stand das Konzept in Grundzügen. „In den vergangenen Tagen musste noch die allgemeine Maskenpflicht eingearbeitet werden“, schildert er. „Sicherlich wird das Tragen der Masken auf dem Schulhof dabei eine der größten Herausforderungen“, sagt Eisenberg. „Denn in den Pausen sollen die Schüler eigentlich ihr Bedürfnis nach frischer Luft stillen können.“

Doch gemäß den Vorgaben des Kultusministeriums herrscht nun Maskenpflicht in allen Bereichen, in denen es zu einer Durchmischung der Gruppen kommen kann. Um insgesamt möglichst wenige Begegnungen mit anderen zu haben, hat die HUS ein Wegesystem umgesetzt, in dem die Schüler sich wie in einer Einbahnstraße durchs Schulgebäude bewegen. In den Klassenräumen herrscht keine Maskenpflicht. „Aktuell gibt es auch keine Empfehlung des Hochtaunuskreises, in durchmischten Lerngruppen, wie in den Fächern Ethik, Religion oder in den Fremdsprachen eine Maske zu tragen“, ergänzt Holger Irnich.

Ein Konzept für alle Fälle: „Völliger Lockdown“ der Schule möglich

Viele Szenarien musste auch Jochen Henkel, Schulleiter des Kaiserin-Friedrich-Gymnasiums (KFG), in den vergangenen Wochen durchspielen. „Der Regelbetrieb kann normal losgehen, er kann aber auch teilweise wieder eingeschränkt werden, wenn vielleicht einzelne Schüler oder Klassen zu Hause bleiben müssen. Es kann aber auch wieder zu einem völligen Lockdown der Schule kommen“, sagt Henkel. „Für all das ein Konzept parat haben zu müssen, ist im Moment eine von vielen Herausforderungen.“ Deshalb hat das Schulleitungsteam der KFG in Sachen Rückkehr zum Regelbetrieb nicht nur die- Hygiene- und Abstandsregeln im Fokus: „Wir haben unsere Absprache intensiviert und wollen innerhalb der Jahrgangsstufen in den Fächern wie beispielsweise Deutsch stärker zusammenarbeiten, ähnliche Unterrichtseinheiten konzipieren, um im Fall des Falles einfach auf einem gemeinsamen Stand zu sein“, sagt er.

Um die Schülerströme von Montag an, wenn alle 1400 Schüler wieder kommen, besser kanalisieren zu können, werden die Schüler der einzelnen Jahrgangsstufe zeitversetzt starten und zeitversetzt in die Pause gehen. „Die Oberstufe startet zur regulären Zeit, allerdings mit gesondertem Pausenplan, um Begegnungen zu reduzieren,“ Henkel ist zuversichtlich: „Wir werden das beste aus der Situation machen.“

Schulstart in Hessen: Gymnasium in Bad Homburg empfiehlt Maskenpflicht im Unterricht

Zum Thema Maskenpflicht sagt Henkel: „Nach der Pressekonferenz des Kultusministeriums haben wir uns dafür entschieden, eine dringende Empfehlung zum Tragen der Masken im Unterricht mit in den schulischen Hygieneplan aufzunehmen“, betont er. Eine Maskenpflicht sei schwer durchsetzbar, „weil wir das Nichttragen einer Maske seitens der Schüler nicht sanktionieren dürfen. Daher unser Weg: Dringende Empfehlung zum Tragen einer Maske im Unterricht für Schüler und Lehrkräfte.“ Ausnahme seien große Räume und wenig Schüler. „Dann können die Abstandsregeln eingehalten werden.“ Insgesamt zeigt sich Henkel zuversichtlich: „Wir werden das beste aus der Situation machen.“

Auch sein Kollege Stefan Engel blickt positiv auf die kommenden Wochen: „Wir sind zuversichtlich, dass der Start an der Humboldtschule trotz der Einschränkungen für die Fünftklässler unproblematisch verlaufen wird. Die vielfältige AG-Auswahl wird trotz Corona und eingebunden in das Hygienekonzept fast vollständig angeboten und auch die außerunterrichtliche Betreuung im Hausaufgabenclub können wir gewährleisten“, betont Engel.

Die Gesamtschule am Gluckenstein (GaG) hat ebenfalls in den vergangenen Wochen einen detaillierten Hygieneplan entwickelt, wie Schulleiterin Ursula Hartmann-Brichta berichtet. Insgesamt findet sie es jedoch schwierig, dass die Entscheidung, ob auch während des Unterrichts alle eine Maske tragen sollen oder nicht, den Schulen überlassen bleibt. „Wir sind keine Epidemiologen und keine Pandemiefachleute“, meint sie. „Ich kann entscheiden, wie ich den Unterricht organisiere und wie wir an unserer Schule das Einhalten der Abstandsregeln umsetzen.“

Hygienekonzept an Schulen - Hoffnung auf Vorgabe des Ministeriums nicht erfüllt

Sie habe mit ihrem Team gewissenhaft versucht, ein gutes Hygienekonzept zu erarbeiten. „So werden wir so viel Unterricht wie möglich jeweils im Klassenverband haben. Zudem werden wir unseren Pausenhof in unterschiedlichen Bezirke aufteilen, damit es zu keinen Jahrgangsdurchmischungen kommt“, berichtet sie.

Die Klassenräume werden so organisiert, dass sich die Wege der Schüler im Schulgebäude so wenig wie möglich kreuzen. „Aber ich kann nicht festlegen, wie wir es mit dem Thema Maskentragen während des Unterrichts handhaben“. Hartmann-Brichta spricht von einem Dilemma. „Es gibt Kollegen, die sicherheitshalber Masken im Unterricht tragen wollen und Kollegen, die sich das gar nicht vorstellen können. Diese zwei konträren Haltungen finden sich auch innerhalb der Elternschaft wieder. Egal, wie ich mich entscheiden würde, habe ich für eine der beiden Seiten falsch entschieden“, sagt Hartmann-Brichta.

Ihre Hoffnung, dass vom Kultusministeriums eine Vorgabe zum Thema Masken auch während des Unterrichts kommt, hat sich nicht erfüllt. „Deshalb muss ich diese Entscheidung an die Lehrer weitergeben“ erklärt sie. Noch offen sind zudem viele Fragen, vor allem wie es mit dem Thema Schülerpraktikum und dem Praxistag weitergehen soll. „Eines unserer Standbeine ist die Berufsorientierung für Schüler. Im Zuge dessen gibt es eigentlich ein Mal in der Woche einen Praxistag, den die Schüler in einem Betrieb absolvieren. Wir müssen abwarten und uns beraten, ob das in Coronazeiten überhaupt zu realisieren ist“, so Hartmann-Brichta. red

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