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So ging es vor 40 Jahren mit dem ersten Geschäft auf der oberen Louisenstraße los ? damals noch mit Photo Porst als Partner.

Einzelhandel

Seit 40 Jahren ist Ringfoto König auf der Louisenstraße

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Wenn Bernhard König ins Erzählen kommt, darf man sich auf schöne Geschichten aus 40 Jahre Einzelhandel freuen. Aber der Seniorchef von Ringfoto König warnt auch vor der Zukunft.

Bernhard König könnte ein Buch schreiben. 40 Jahre im Einzelhandel – da erlebt man so einiges. Wer hatte denn schon mal ein Privatkonzert von Ivan Rebroff im Laden? Oder die Gelegenheit, mit Max Schmeling über dessen Kämpfe zu plaudern? „Ich habe in den all den Jahren viele liebe, interessante Menschen kennengelernt“, sagt König – und man glaubt es ihm.

Seine wundersame Reise durch den Bad Homburger Einzelhandel begann 1978 auf der oberen Louisenstraße. Dort, wo heute P & C beheimatet ist, eröffneten Bernhard König und seine Frau Marhild ein Fotofachgeschäft, damals noch als Franchisepartner von Photo Porst. In dem Laden konnte man übrigens auch Videokassetten ausleihen.

Er hatte zuvor bei Foto Hoffmann auf der Kaiserstraße und in Hamburg gearbeitet. Gerade die Zeit in der Hansestadt hat er in bester Erinnerung. „Heidi Mahler und Heidi Kabel zählten genauso zu unserer Stammkundschaft wie etliche Spieler des Hamburger Sportvereins“, erinnert sich König. Und auch Max Schmeling schaute öfters mal rein und erzählte über seine Kämpfe. Außerdem war er auch mal als Makro-Photograf bei den Farbwerken Hoechst angestellt.

In Bad Homburg zählte dann auch der Sänger Ivan Rebroff zu den Kunden. Eines Tages legte „Milchmanns Tevje“, diese Rolle machte ihn berühmt, in Königs Laden ein Mini-Konzert für eine andere Kundin hin, die an diesem Tag Geburtstag hatte. „Eine richtig schöne Episode“, erzählt König.

1996 zog das Geschäft in die heutigen, viel größeren Geschäftsräume in der Louisenstraße 89 um. Anfangs hatten König und seine Frau noch alleine im Laden gestanden. Anstrengend sei das mitunter gewesen. In „bester“ Erinnerung ist ihm noch der 24. Dezember 1978, das erste Weihnachtsgeschäft. „Wir haben den ganzen Tag gearbeitet und dann um 14 Uhr den Laden dicht gemacht. Zuhause waren wir so erschöpft, dass wir

Heiligabend verschlafen

haben.“ Mittlerweile zählt das Geschäft sechs gut geschulte Mitarbeiter. Seit dem Jahr 2000 gehört das Geschäft zum Ringfoto-Verbund, ist einer von wenigen Flagstores (Vorzeigeladen).

Und auf eine weitere Tatsache ist Bernhard König besonders stolz: „Wir waren immer Ausbildungsbetrieb, und dabei auch international.“ Die Azubis kamen aus Japan, der Türkei und dem Iran. Mit Danko, einem Bürgerkriegsflüchtling aus Bosnien, haben es König und sein Team sogar ins ZDF geschafft.

Seit einigen Jahren führt Sohn Christian, geprüfter Handelsfachwirt, das Geschäft, kein leichtes Unterfangen, weiß der Senior, denn „es ist mittlerweile schwierig, einen eigenen Laden zu führen“. Die hohen Mieten und vor allem die Konkurrenz durchs Internet machen Inhabern das Leben schwer. Es komme ja nicht von ungefähr, dass es in der Kurstadt gerade noch mal ein Dutzend inhabergeführte Läden gebe. „Die Innenstädte verwaisen, da muss dringend gegengesteuert werden“, sagt König, der seit sieben Jahren in Rente ist, aber noch regelmäßig im Laden seines Sohnes aushilft. Die Verhältnisse seien 1978 noch ganz anders gewesen, „eine andere Welt“ sozusagen. Ringfoto König setze daher auf Service und Qualität. Als spezialisierter Händler profitiere man davon, viele Stammkunden zu haben, die aus der gesamten Region nach Bad Homburg kämen, denn im Rhein-Main-Gebiet sei man eines der letzten inhabergeführten Fotofachgeschäfte. In Anlehnung an die Weissagung der Cree mahnt König: „Erst wenn der letze Laden verschwunden und die Stadt verwaist ist, werdet ihr feststellen, dass Onlineshopping alleine doch nicht so toll ist!“

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