1. Startseite
  2. Region
  3. Hochtaunus
  4. Bad Homburg

Sie hat die Friedrich-Ebert-Schule geprägt

Erstellt:

Von: Katja Schuricht

Kommentare

Charlotte Göttler-Fuld verlässt nach 18 Jahren "ihre" FES. Als Schulleiterin hat sie unter anderem den Um- und teilweisen Neubau der Friedrich-Ebert-Schule von 2010 an betreut.
Charlotte Göttler-Fuld verlässt nach 18 Jahren "ihre" FES. Als Schulleiterin hat sie unter anderem den Um- und teilweisen Neubau der Friedrich-Ebert-Schule von 2010 an betreut. © ksp

Die Schulleiterin Charlotte Göttler-Fuld wird in den Ruhestand verabschiedet. Sie half dabei, die FES zur musikalischen Grundschule zu machen. Jetzt freut sie sich auf mehr Zeit, um selbst zu musizieren.

Gonzenheim - Die tägliche Sportstunde hatte Charlotte Göttler-Fuld neugierig gemacht. "Als ich davon gehört habe, dass die Friedrich-Ebert-Schule (FES) diesen Schwerpunkt hat, fand ich das sehr interessant. Das hat mich sofort fasziniert", erzählt sie. "Es war der Grund, mich als stellvertretende Schulleiterin zu bewerben." So begann 2004 ihre berufliche Verbundenheit mit der FES.

Zu ihren Aufgabengebieten gehörte der Bereich Schulentwicklung. "Neben dem Schwerpunkt Sport kam als zweites Standbein Musik dazu. Wir wurden musikalische Grundschule ", erinnert sie sich. Zusammen mit dem Kollegium entwarf sie das Konzept. 2007 wartete auf Göttler-Fuld eine neue Herausforderung. Sie wurde zur Schulleiterin ernannt. "Für mich war das kein Sprung ins kalte Wasser, denn mein Vorgänger Klaus Bethke hat mich immer in alles miteinbezogen."

Jetzt endet ihre Zeit an der FES. Am morgigen Donnerstag wird die 63-Jährige offiziell verabschiedet. Für sie beginnt die sogenannte Freistellungsphase vor dem offiziellen Eintritt in den Ruhestand am 1. Februar kommenden Jahres. Wehmütig ist sie, ganz klar, denn die Zeit an der FES habe ihr immer Spaß gemacht. "Ich habe mich zu diesem Schritt entschieden, da ich mit meinem Mann, der schon im Ruhestand ist, Pläne für den neuen Lebensabschnitt schmieden möchte. Doch je näher das Ende dieser Woche naht, desto mulmiger wurde es mir, denn jetzt wird es ernst", verrät sie.

Dennoch überwiegt die Freude, dass die Tage bald "nicht mehr durchgetaktet sind, mein Mann und ich spontan etwas unternehmen und auch außerhalb der Ferien verreisen können", meint Göttler-Fuld. Die scheidende Schulleiterin, die ihren Berufswunsch Lehrerin kurz vor ihrem Abitur hatte, freut sich, bald mehr Zeit zum Musizieren (sie spielt Geige) und Singen in einem Chor zu haben.

Vom Musikverlag an eine Schule im Odenwald

Musik ist ihre Leidenschaft und auch eines ihrer Unterrichtsfächer gewesen. Studiert hat die gebürtige Frankfurterin in ihrer Heimatstadt neben Musik auch Französisch auf Haupt- und Realschullehramt. Doch nach ihrem Studium Ende der 70er Jahre gab es kaum Stellen. "Ich habe dann zwei Jahre in einem großen Frankfurter Musikverlag gearbeitet", berichtet sie. Eine Erfahrung, die sie nicht missen möchte. "Jedem, der in einer Schule arbeitet, tut es gut, über den Tellerrand zu schauen", sagt sie.

Dann ergab sich die Chance: Göttler-Fuld unterrichtete an einer Schule im Odenwald und kam an die Ernst-Reuter-Schule in Bad Vilbel, die damals eine Grund-, Haupt- und Realschule war. Durch den Kontakt mit den Kollegen aus dem Grundschulbereich bekam Göttler-Fuld Einblicke in diese andere Arbeitsweise. "Das hat mich so begeistert, dass ich berufsbegleitend eine Zusatzprüfung für das Grundschul-Lehramt abgelegt habe", berichtet sie. Die Ernst-Reuter-Schule, sagt sie, sei eine gute Wirkungsstätte gewesen. "Aber ich wollte unbedingt meinen Horizont erweitern und neben dem Unterrichten auch andere Aufgaben übernehmen." Deswegen wechselte sie an die FES.

Dort hat sie als Schulleiterin die große Bauphase gemanagt, als die Schule 2010 saniert und teilweise neu gebaut wurde. "Bis 2013 waren wir in Containern auf dem Sportplatz Lange Meile, untergebracht. Das war ein schönes Ausweich-Terrain", sagt sie rückblickend. Eine Herzensangelegenheit war für sie die Inklusion und Strukturen zu schaffen, in denen Schule verstärkt inklusiv arbeiten kann. "Ein Thema, das alle Schulen betrifft", findet sie. "Denn die Schülerschaft ist generell heterogen, jedes Kind hat seine eigenen Fähigkeiten und Kompetenzen, und wir müssen es schaffen, dass sich alle wohlfühlen.

So gesehen sei die Grundschule wie eine große Gesamtschule, meint Göttler-Fuld, die sich wünscht, dass Inklusion auch gesellschaftlich weiter vorangetrieben wird. Wichtig war ihr immer, als Schulleiterin dafür zu sorgen, dass die FES für die Kinder ein guter Ort zum Lernen und für das Kollegium eine Arbeitsstätte zum Wohlfühlen ist, um "wirksam im Sinne des Bildungsauftrags aktiv werden zu können". Wer ihre Nachfolge antritt, steht noch nicht fest. Bis eine neue Leitung gefunden ist, übernimmt ihre Stellvertreterin Yvonn Kretschmar vom 1. August an das Ruder.

Auch interessant

Kommentare