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Jörg Maaß (vorne) und sein Kollege Klaus von Seelen müssen bestimmte Flächen jeden Tag mähen.

Greenkeeper

Sie sorgen für einen grünen Rasen auf dem Golfplatz

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Ohne Greenkeeper kein Golfen. Sie mähen jeden Tag die Greens und die Abschläge. Während der Saison sind sie bis zu 80 Stunden in der Woche im Einsatz. Auch dass die Spezialisten zusätzlich zur Platzpflege auf dem Gelände Biotope anlegen, erfuhren jetzt die Teilnehmer des 9. exceptional Master.

Ihr Anliegen ist: „Wir wollen unseren Berufsstand bekanntmachen und den Golfspielern zeigen, wie viele Aufgaben wir rundum den Golfplatz erledigen“, erläutert Head-Greenkeeper Jörg Maaß. Und so lud er jetzt gemeinsam mit seinen Kollegen zum 9. Mal im Royal Homburger Golfclub 1899 zum Benefizturnier ein.

Wie wird man eigentlich Greenkeeper? „Die meisten von uns bilden sich weiter aus grünen Berufen wie Gärtner oder Landschaftspfleger“, erklärt der erste Mann am Platz. Maaß selbst ist da eher ein untypischer Vertreter. Der gelernte Schlosser war eine Weile als Hausmeister tätig und hat grundsätzlich Spaß am praktischen Arbeiten. Außerdem ist er gern an der frischen Luft.

Im Jahr 2005 schnupperte er auf dem Golfplatz rein, heuerte schließlich an und absolvierte die Weiterbildung. „In angelsächsischen Ländern kann man als Greenkeeper sogar an der Hochschule seinen Master machen“, weiß Maaß. Der 54-Jährige liebt an seinem Beruf besonders die Vielseitigkeit. „Wir mähen zwar jeden Tag, haben aber noch jede Menge andere Arbeiten“, macht der Head-Greenkeeper deutlich.

Dabei geht es nicht nur um die Instandhaltung des Golfplatzes und speziell um die Pflege der Rasenfläche, um den Ansprüchen des grünen Profisports gerecht zu werden. Die Greenkeeper – außer Maaß gehören fünf weitere Kollegen und zwei Saisonarbeiter zum Team – kümmern sich auch um die Wege und Leitungen, die durch das 60 Hektar umfassende Gelände führen. „Und dann sind da ja noch jede Menge Bäche, Bäume und Sträucher“, sagt Maaß lachend.

Nur was haben die mit dem Golfsport zu tun? „Beides bildet schließlich eine Symbiose“, erläutert der Head-Greenkeeper. Auf dem Areal haben die Mitarbeiter mit dem grünen Daumen und einer Vorliebe für die Natur im Lauf der Zeit verschiedene Biotope angelegt. „Inzwischen verbreitet sich bei uns auf einer Fläche sogar das Knabenkraut, eine der wenigen heimischen Orchideenarten“, erzählt Maaß. Weil gezielt der Wiesenknopf ausgesät wird, ist auch der schwarze Moorbläuling, ein Schmetterling, heimisch geworden. Und seitdem eine neue Hecke angelegt ist, brütet neben anderen Vögeln hier auch der seltene Neuntöter.

Jährliches Monitoring, also die Zählung seltener Pflanzen und Tiere, zeige einmal mehr die positive Entwicklung. Nicht umsonst ist der Bad Homburger Golfclub schon zweimal für seine Maßnahmen im Bereich „Golf und Natur“ mit der Goldmedaille ausgezeichnet worden.

Mit all dem wollen die Greenkeeper nicht hinter dem Berg halten. Beim 9. exceptional Master-Turnier informieren sie die Teilnehmer über ihre Tätigkeit. Und wer sich dafür interessiert und aufmerksam zuhört, kann bei einem Quiz zusätzliche Punkte sammeln. „An jedem der 18 Löcher gibt es etwas Besonderes zu sehen, um was wir uns kümmern“, erläutert Maaß. Wenn ein Teilnehmer überall die Frage richtig beantwortet, verbessert er damit sein Ergebnis.

Eine gute Einnahmequelle ist auch die Tombola. Sie erhöht den Erlös. Der kommt wie in den Vorjahren den „Clowndoktoren“ zugute und lag bisher jedes Jahr zwischen 500 und 1000 Euro. Übrigens schwingt Maaß wie viele Greenkeeper auch selbst gern mal den Golfschläger. „Aber das kommt in der Hauptsaison nicht ganz so häufig vor, wie ich das gerne möchte“, sagt er.

Gespielt werden kann im Grunde das ganze Jahr über, außer wenn eine geschlossene Schneedecke liegt. Aber jetzt sorgen die Greenkeeper erst einmal dafür, dass die Golfer den Sommer genießen können. Nach dem Turnier dampft der Grill vor der Werkstatt. Aus der starten die Fachleute Tag für Tag mit ihren Maschinen.

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