Fahrradklima-Test

Spaß oder Stress beim Radeln?

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Schon lange monieren die Bad Homburger Bürger, dass Radfahren in der Kurstadt wenig Spaß macht, weil sie wenig fahrradfreundlich sei. Vor gut einem Jahr gab’s das auch schwarz auf weiß: Bad Homburg belegte den drittletzten Platz in einem Ranking des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs (ADFC). Dieser Tage werden wieder Daten für den Fahrradklima-Test erhoben. Ob Bad Homburg dann besser abschneidet?

Der Schock in Bad Homburg war groß, als der Allgemeine Deutsche Fahrradclub (ADFC) 2017 seinen für das Jahr veröffentlichte, in dem er die fahrradfreundlichsten und die fahrradunfreundlichsten Städte benannte – denn die Kurstadt landete auf Platz 93 von 98 im bundesdeutschen Vergleich von Städten zwischen 50 000 und 100 000 Einwohnern. „Note 4,4“ lautete das Ergebnis, das sogar noch ein bisschen schlechter war als 2014. Was, da die Noten analog zum Schulsystem von eins bis sechs vergeben werden, nur sehr knapp bestanden heißt.

Im Rathaus wurde daraufhin Alarm geschlagen. Zunächst gab es eine Online-Umfrage unter dem Titel „Radforum Bad Homburg“, später dann, als im Rahmen des Stadtentwicklungskonzepts „Bad Homburg 2030“ klar wurde, dass den meisten Bürgern der Kurstadt das Thema Radverkehr mehr unter den Nägeln brennt als das Thema Wohnraum, wurde der Arbeitskreis Radverkehr mit der Erstellung eines neuen Radverkehrskonzepts beauftragt. An dem er immer noch arbeitet.

Nun, Arbeit hat er im Rahmen von „Bad Homburg 2030“ auch genug bekommen. Denn die Anregungen der Planer des Stadtplanungsbüros AS+P Albert Speer und Partner, die für die Erstellung des Stadtentwicklungsplans verantwortlich zeichnen, hatten in ihren Maßnahmenkatalog für Bad Homburg 2030 in Sachen Radverkehr ganz deutlich geschrieben: „Radfahren fördern und stärken“. Sie schlagen nicht nur ein Radverkehrskonzept vor, sondern die Erstellung eines ganzheitlichen Mobilitätskonzeptes.

Darüber hinaus sollen Straßenräume mit dem Fokus auf Fußgänger und Radfahrer neu gestaltet werden, die Kaiser-Friedrich-Promenade beispielsweise zu einer „fahrradfreundlichen Straße“ aufgewertet werden. Im Rahmen einer Machbarkeitsstudie könnte auch die „sichere und komfortable Integration des Radverkehrs“ ermittelt und geprüft werden, ob an dieser Stelle eine Fahrradstraße eingerichtet werden könnte.

Wichtig wäre für die Planer auch, Verbindungen für den Radverkehr zu stärken. Als Beispiel nennen sie die „barrierefreie Ertüchtigung“ der Querung Bahnhofstraße/Hessenring über eine hochwertige Rampe, die als „Aushängeschild der Fahrradstadt Bad Homburg“ dienen könnte.

Fahrradstadt Bad Homburg? Das ist einstweilen noch Zukunftsmusik. Zumal der Arbeitskreis Radverkehr derzeit noch am Endbericht des Konzepts arbeitet, das dann erst noch alle Gremien passieren muss, bevor es überhaupt an die Umsetzung geht. Stadtsprecherin Kirsten Ohlrogge geht davon aus, dass die Ergebnisse „Ende des Jahres präsentiert werden können“.

Was wiederum Folgen für die Einstufung im Fahrradklimatest haben könnte. Denn wie es aktuell um die Situation für Radfahrer bestellt ist, ermittelt eine neuerliche Umfrage des ADFC. Pressesprecherin Stephanie Krone erklärte auf Anfrage dieser Zeitung: „Wir erheben derzeit bis November, neue Ergebnisse gibt es dann im Frühjahr 2019.“

Die Datenerhebung erfolgt wie auch beim vergangenen Mal online. Im Internet können Radfahrer die eigene Heimatstadt oder -gemeinde daraufhin bewerten, wie der Winterdienst auf den Radwegen ist, ob es Ampelschaltungen für Radfahrer gibt, eine gesonderte Verkehrsführung für Radfahrer an Baustellen und dergleichen mehr. Um herauszufinden, ob das Radfahren Spaß macht oder Stress ist“, müssen Teilnehmer der Umfrage zum Beispiel bewerten, ob es stimmt, dass man in Bad Homburg „selbst Kinder im Grundschulalter ohne schlechtes Gewissen allein Rad fahren lassen kann oder selbst größere Kinder nicht mit gutem Gewissen allein Rad fahren lassen kann.“ Außerdem müssen sie angeben, wie wichtig ihnen zum Beispiel das Thema „Konflikt-Freiheit zwischen Rad- und Autoverkehr“ ist, ob es genügend Abstellmöglichkeiten für Räder gibt oder die Möglichkeit, öffentlich Räder auszuleihen.

Wer an der Umfrage des ADFC teilnehmen möchte, klickt auf: . Die Umfrage läuft bis zum 30. November.

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