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Der Blick in den Spiegel zeigt: Sozialdezernentin Lucia Lewalter-Schoor und Schutzmann vor Ort, Michael Krietsch, halten sich im Eingangsbereich der Bahnhofsunterführung am Walter-Lübke-Platz auf. Dieser war vor der Montage des Spiegels nicht einsehbar.

Sicherheit in Bad Homburg

Spiegel statt Taxen: Der unübersichtliche Walter-Lübke-Platz verunsichert Bürger

Kleine Maßnahme – große Wirkung. Das ist das, was sich die Stadt vom Schutzmann vor Ort erhofft. Seit einem halben Jahr ist nun Hauptkommissar Michael Krietsch in dieser Funktion tätig. Nun hat er eine Idee umgesetzt, die das Sicherheitsgefühl der Bürger stärken soll

Bad Homburg - Es war das B&B-Hotel, das dich an den Schutzmann vor Ort, Hauptkommissar Michael Krietsch, wandte. Denn wiederholt hatten Gäste des Hotels am Walter-Lübke-Platz an der Südseite des Bahnhofs Taxen angefordert, um sich zur Vorderseite des Hotels an der Horexstraße oder zum Bahnhofs fahren zu lassen, weil sie sich nicht trauten, den Platz zu überqueren, da sich dort Jugendliche aufhielten.

Michael Krietsch sah sich die Sache an und verstand, was gemeint war. „Es hielten sich tatsächlich Jugendliche im Eingangsbereich vor dem Unterführung auf. Der Bereich war zwar gut ausgeleuchtet“, sagt er und betont, dass es keine Straftaten dort gegeben habe. Dennoch hätten Passanten, die die Unterführung nutzen wollten, ein mulmiges Gefühl gehabt, weil durch die gebogene Wegeführung der Eingangsbereich des Tunnels nicht einsehbar gewesen ist.

Subjektives Gefühl

Das hat sich nun geändert, denn in dieser Woche wurde ein Spiegel montiert, der es Passanten ermöglicht, den Platz und den Eingangsbereich des Tunnels zu überblicken. „Das nimmt die Angst und stärkt das subjektive Sicherheitsgefühl gerade in der Dämmerung.“ In den kommenden Wochen werde man beobachten, ob sich durch diese vergleichsweise einfache Maßnahme die Situation entspannt.

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Nach einem halben Jahr seiner Tätigkeit hat Krietsch zwei weitere Örtlichkeiten ausgemacht, an denen er durch einfache Maßnahmen ein besseres Sicherheitsgefühl bei den Bürgern bewirken will. So sollen am Rathausplatz Bänke aufgestellt werden, so dass Jugendliche, die sich dort treffen, dorthin gehen und Treppen und den Eingangsbereich zum Rathaus frei halten. Auch für die Ochsenwiese in Ober-Erlenbach – seit Jahren gibt es hier Probleme – schwebt ihm eine Lösung vor. So soll der Bereich am Erlenbach besser ausgeleuchtet werden und Bänke entfernt werden. „Hier ist es so, dass sich Jugendliche – nicht nur aus Ober-Erlenbach – treffen, um bis in die Nacht zu feiern“, sagt Krietsch. Das könne am Wochenende auch schon mal bis 3 Uhr in die Frühe gehen. „Irgendwann ist da die Toleranz der Nachbarn aufgebraucht“, weiß er aus Erfahrung. Die Vorschläge müssen allerdings noch im Ober-Erlenbacher Ortsbeirat besprochen werden, bevor sie umgesetzt werden können.

Keine Verdrängung

Es gehe nicht darum, Jugendliche von den Plätzen zu vertreiben, betonen der Schutzmann und Sozialdezernentin Lucia Lewalter-Schoor (SPD) unisono. Zum einen haben die Jugendlichen am Walter-Lübke-Platz nichts getan, und es schade auch nichts, wenn der Rathausplatz belebt ist. In Ober-Erlenbach wolle man die Jugendlichen aus der Anonymität holen. Auch das ein Mittel, um Ruhestörungen, wie sie häufig vorkommen, wenn Alkohol im Spiel ist, zu vermeiden.

Die Stadt will wiederum durch die aufsuchende Sozialarbeit den Kontakt zu den Jugendlichen herstellen, nicht zuletzt deswegen wurden – wie berichtet – neue Streetworker eingestellt. „Wir wollen die Jugendlichen ernst nehmen und ihnen auch die Möglichkeit geben, sich zu treffen“, sagt Lewalter-Schoor.

Mit seinen bisherigen Wirken ist Krietsch nicht unzufrieden, obwohl: „Ich werde immer noch zuerst als Polizist wahrgenommen, nicht als Schutzmann vor Ort, der viel in der Stadt unterwegs ist, um als Ansprechpartner für die Bürger zur Verfügung zu stehen.“ Er bietet zudem dienstags und freitags im Rathaus Sprechstunden an, und zwar immer von 10 bis 13 Uhr

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