Fußball

SpVgg 05 Bad Homburg: Von der Zweiten Liga bis zur C-Klasse

Heute vor 45 Jahren stand ganz Fußball-Bad Homburg kopf. Die Frage, die uns umtrieb: Was machen eigentlich die damaligen Gegner des Deutschen Amateurmeisters von 1973 heute?

Am 30. Juni 1973 wurde die SpVgg 05 Bad Homburg Deutscher Fußballmeister der Amateure. Heute spielt der Nachfolgeverein in der Kreisoberliga. Wie ist es den damaligen Gegnern inzwischen ergangen ?

Gegen drei namhafte Gegner mussten die Blau-Weißen aus Bad Homburg im Juni 1973 in Hin- und Rückspiel antreten. Sie setzten sich durch und besiegten dann im Endspiel die Amateure des 1. FC Kaiserslautern mit 1:0. Torschütze am Bieberer Berg in Offenbach, dem Endspielort: Helmut Reidel.

Wo stehen die damaligen Kontrahenten heute? Gibt es sie überhaupt noch, oder haben sie ein ähnliches Schicksal erlitten wie die Nullfünfer?

Der erste Gegner war damals der KARLSRUHER FV. Die Bad Homburger spielten dort 1:1 und siegten zu Hause klar und deutlich mit 4:0. Die Karlsruher waren jahrzehntelang Anfang des 20. Jahrhunderts die Nummer eins in der Stadt, noch vor dem Karlsruher SC. 1910 war der FV sogar Deutscher Meister. 2004 musste aus finanziellen Gründen der Spielbetrieb dann jedoch eingestellt werden. Drei Jahre später wurde der alte Vereinsname wieder zum Leben erweckt. Aber weiter als bis zur Kreisklasse C hat es der Verein bisher nicht geschafft.

Den ASV BERGEDORF 85 bezwangen die Nullfünfer zu Hause mit 2:0 und siegten im Hamburger Ortsteil mit 3:1. Der ASV, wegen seiner schwarzweißen Trikots „Elstern“ genannt, hatte zuvor seit 1958 in der Oberliga und sieben Jahre lang in der Regionalliga Nord gespielt. 2009 wurde die Fußballabteilung ausgegliedert, von da an bis heute als FC Bergedorf 85 in der Landesliga ansässig. 2014 gründete der ASV Bergedorf 85 wieder eine eigene Fußballmannschaft, die derzeit in der Kreisliga spielt.

Beim ESV INGOLSTADT kamen die Homburger zu einem 1:1 und machten dann daheim mit einem 2:1-Sieg alles klar. Der Eisenbahner-Sportverein spielte lange mit dem Ortsrivalen MTV in der damaligen 2. Liga Süd. 1979 wurde der ESV dann auch Deutscher Amateurmeister. Finanzielle Probleme ließen die Vernunft siegen. Der ESV und der MTV schlossen sich 2004 zusammen. Daraus wurde der heutige FC Ingolstadt.

Mit Geschäftsführer Harald Gärtner, einem Ehemaligen von der Sandelmühle, stieg der neue Verein bis in die 1. Bundesliga auf. Derzeit treten die „Schanzer“ in der Zweiten Liga gegen den Ball.

Endspielgegner der SpVgg 05 waren die Amateure des 1. FC KAISERSLAUTERN, die mit 1:0 besiegt wurden. Nach dem Abstieg im Vorjahr aus der Regionalliga Süd wurde das Team neu aufgestellt und ist die jüngste Mannschaft in der Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar. Die 1. Mannschaft des Traditionsvereins, der inzwischen in der 3. Liga gelandet ist, hat hier wenigstens einen vielversprechenden Unterbau, der vielen Profivereinen fehlt.

Die SPVGG. 05 BAD HOMBURG beziehungsweise ihr Nachfolgeverein ist inzwischen in der Kreisoberliga am Ball. Nach dem Konkurs 1999 wurde mit dem Namen SC 99 Bad Homburg weitergearbeitet, 2007 wieder der alte Vereinsname übernommen. Nach der Fusion mit den Bombern Bad Homburg 2012 firmiert der Verein nun als Spvgg. 05/99 Bomber Bad Homburg. Spielstätte ist nach wie vor die Sandelmühle. Besonders die Stahlrohrtribüne auf der Gegengeraden zeugt noch immer von früherem Ruhm. Heute verirrt sich kaum noch ein Zuschauer dorthin.

Übrigens: Vor fast genau 20 Jahren stiegen die 05er als Meister der Landesliga Süd in die Hessenliga auf. Ein letztes Aufbäumen unter Trainer Herbert Schäty. Als Tabellenvierter warf man dort jedoch in der Saison 1998/99 aus finanziellen Gründen das Handtuch.

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