Für den Leiter der Feuerwehr, Branddirektor Daniel Guischard, ist der Neubau in Dornholzhausen mehr als ein einfaches Gerätehaus. Fotos: Jochen reichwein
+
Für den Leiter der Feuerwehr, Branddirektor Daniel Guischard, ist der Neubau in Dornholzhausen mehr als ein einfaches Gerätehaus. Fotos: Jochen reichwein

Neuer Feuerwehr-Bau in Bad Homburg

Ein strategisch wichtiges Projekt

  • Harald Konopatzki
    vonHarald Konopatzki
    schließen

Feuerwehrgerätehaus liegt im Zeitplan - "Idealer Standort"

Dornholzhausen -Wie wichtig gute Vorsorge ist, zeigt sich in diesem Frühjahr weltweit: Der Bevölkerungsschutz mausert sich von der unliebsamen Kostenstelle in den Haushalten zum integralen Bestandteil der Daseinsvorsorge.

In Bad Homburg brauchte man für diese Erkenntnis keine Pandemie. Bereits vor über zehn Jahren hat die Stadt alle Feuerwehrgerätehäuser darauf überprüft, wie zukunftstauglich sie sind. In Dornholzhausen wäre eine detaillierte Untersuchung eigentlich überflüssig gewesen: Die Verhältnisse in dem 1972 bezogenen Gebäude sind beengt, die Garagen für moderne Feuerwehrautos zu klein, so dass ein Einsatzfahrzeug 700 Meter vom Gerätehaus entfernt in einer Behelfsgarage steht.

Dieser Zustand soll in anderthalb Jahren der Vergangenheit angehören. Derzeit entsteht auf einem rund 5000 Quadratmeter großen Grundstück im Dreieck Gertrud-Bäumer-Straße und Dornholzhäuser Straße ein neues, modernes und lange ersehntes Gerätehaus. 1800 Quadratmeter Bruttogeschossfläche, vier Garagen (Torhöhe 4,75 Meter, das reicht dicke auch für die übernächste Fahrzeug-Generation), geräumige Umkleiden, Schulungsräume, Küche und ein Lager, in dem auch Materialien für den Katastrophenschutz untergebracht werden: Bis Herbst 2021 soll der Bau fertig sein - derzeit liegt man trotz Corona im Zeitplan, weiß Frank Juli vom Fachbereich Bevölkerungsschutz. Bis Ende 2021 soll der Neubau bezogen werden, so dass die Wehr im neuen Heim ins Jahr ihres 100-jährigen Bestehens starten kann.

"Grundsteinspritzung" als symbolischer Akt

Weil der "Spatenstich" für den Neubau im Winter ungefeiert vorüberging und jetzt das Fundament gegossen wird, wurde gestern statt der "Grundsteinlegung" die "Betonierung der ersten Bodenplatte" gefeiert. "Der heutige Tag entlohnt für viel Mühe und Arbeit. Und er lässt uns optimistisch in die Zukunft blicken", erklärte Oberbürgermeister Alexander Hetjes (CDU). "Wir schaffen endlich angemessene Arbeitsbedingungen." Die 6,1 Millionen Euro, die der dreigliedrige Bau kosten soll, seien "gut angelegtes Geld". Denn dass die Stadt so gut durch die aktuelle Corona-Krise geschritten sei, "ist auch das Verdienst der Feuerwehr".

Bürgermeister Meinhard Matern (CDU) betonte als Feuerwehrdezernent: "Die Feuerwehr bekommt jetzt das, was sie verdient - das Versprechen wird gehalten." Man habe einige Diskussionen aushalten müssen, "aber wir haben es geschafft".

Vor anderthalb Jahren war die Diskussion um den avisierten Neubau emotional geführt worden, die Wogen sind längst geglättet.

Waldbrand-Szenarien im Blick

Der Leiter der Homburger Feuerwehr, Branddirektor Daniel Guischard, stellte heraus, dass man dank der Dornholzhäuser Beratung den idealen Standort für eine freiwillige Feuerwehr gefunden habe: "Man kann aus verschiedenen Richtungen anfahren und ist direkt an der Bundesstraße." Zudem gebe es viel Platz - und Fläche ist ein rares Gut.

Im städtischen Konzept kommt dem Standort Dornholzhausen denn auch eine zentrale Bedeutung zu, vor allem wenn es um eines der Feuerwehr-Zukunftsthemen geht - die mutmaßlich steigende Zahl an Waldbrand-Einsätzen, die von hier aus abgearbeitet werden sollen. "Wir haben hier die Möglichkeit, besonders flexibel zu agieren." Es gebe ausreichend Platz, Fahrzeuge nach Bedarf zusammenzuziehen und sogenannte Sonderstrukturen einzurichten. Auch könnte ein Behandlungsplatz oder sogar eine vorübergehende Notunterkunft eingerichtet werden. Da der Neubau denselben Ansprüchen genügen muss wie das 2015 errichtete Gerätehaus in Ober-Eschbach, wird er auch bei einem Ausfall der Versorgungs-Infrastruktur bis zu 96 Stunden autark arbeiten können und soll in Notlagen auch der Bevölkerung als Anlaufstelle dienen. "Das ist kein klassisches Gerätehaus, sondern ein Gebäude, das den Bevölkerungsschutz in den Blick nimmt", betonte Guischard und ergänzte: "Das unterscheidet die Homburger Gerätehäuser von denen anderer Kommunen."

Zu lange durfte der symbolische Akt gestern nicht dauern. Mit: "Der Beton wird sonst hart", mahnte Enzo Spadano, Fachbereichsleiter Gebäudemanagement, die Betonmischer langsam wieder ihrer Arbeit nachgehen zu lassen. VON Harald konopatzki

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare