Unter Strom: Der blaue E-Bus, der gestern auf dem Kurhausvorplatz zu bewundern war, wird demnächst auf der Linie 6 durch die Kurstadt fahren und die Homburger Luft etwas sauberer machen.
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Unter Strom: Der blaue E-Bus, der gestern auf dem Kurhausvorplatz zu bewundern war, wird demnächst auf der Linie 6 durch die Kurstadt fahren und die Homburger Luft etwas sauberer machen.

Erster E-Stadtbus

Mit Strom und ganz leise durch den Homburger Kurpark

  • Matthias Kliem
    vonMatthias Kliem
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Bad Homburg lässt E-Bus auf der Linie 6 fahren. Es ist ein Test, der die Stärken und Schwächen im täglichen Betrieb zeigen soll - und ein guter Dienst an der Umwelt.

Bad Homburg -Das Ziel ist klar formuliert: Nach und nach will Bad Homburg seine Stadtbusflotte so umstellen, dass sie ihren Dienst verrichtet, ohne Schadstoffe auszustoßen. Die Abkehr vom derzeitigen Dieselantrieb ist auf verschiedene Art möglich - eine davon ist der Einsatz von Elektro-Bussen. Ein erstes Modell stand gestern auf dem Kurhausvorplatz und zog viele interessierte Blicke auf sich. Der Stromer wird schon bald zum Stadtbild gehören und regelmäßig auf Strecke gehen.

Der 340 PS starke eCitaro der Marke Mercedes soll auf der Linie 6 zum Einsatz kommen. "Das ist die Stadtbuslinie, die über Kisseleffstraße, Paul-Ehrlich-Weg und Weinbergsweg durch den Kurpark führt", erklärte Oberbürgermeister Alexander Hetjes (CDU). Die Stadt sieht darin einen ersten Schritt auf dem Weg zu null Emissionen im Stadtbusverkehr - aber noch keine Festlegung auf die künftig eingesetzte Technik. "Alles auf Elektro umzustellen geht nicht", sagte der OB. Auch Wasserstoff bleibt in der Kurstadt ein Thema, zumal die Stadt erste Pkw mit diesem Energieträger angeschafft hat und bei Hessol in Ober-Eschbach auch Wasserstoff getankt werden kann.

Der neue E-Bus wird an einer Ladesäule im Betriebshof aufgeladen. Wenn es schnell gehen muss, sind die Akkus in 2,5 Stunden voll. Auf der Linie 6 soll Homburgs neue Errungenschaft täglich rund 220 Kilometer zurücklegen. "Das wird ein ernsthafter und harter Einsatz, damit die gesammelten Daten dann auch belastbar sind", betonte Frank Denfeld, Leiter des Bereichs ÖPNV in der Stadtverwaltung. Immerhin soll der Test Stärken und Schwächen im täglichen Betrieb aufzeigen und so eine wichtige Entscheidungsgrundlage sein, wenn in einigen Jahren der Vertrag mit dem aktuellen Betreiber Transdev ausläuft.

Das aktuelle Modell kostet rund 500 000 Euro und ist damit mehr als doppelt so teuer wie ein gewöhnlicher Diesel-Bus. Die Anschaffung wurde laut Denfeld in den bestehenden Vertrag integriert, dafür zahlt die Stadt jährlich 90 000 Euro mehr an den Betreiber. Auf der Haben-Seite steht für die Homburger eine geringere Luftverschmutzung. Für die anvisierte Strecke von 220 Kilometern würde ein herkömmlicher Bus über 80 Liter Diesel verbrauchen und damit täglich rund 220 Kilogramm Kohlendioxid ausstoßen. Durch den Einsatz des E-Busses, dessen Batterien in Dach und Heck verbaut sind, entweichen also jährlich etwa 81 Tonnen weniger CO2 in die Homburger Luft. Zudem punktet der Stromer mit niedrigeren Energie- und Wartungskosten sowie einem ungewohnt leisen Fahrgeräusch (72 Dezibel). "Er ist nur halb so laut wie Diesel-Busse", so Denfeld. mak

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