Theaterstück

Studio-Bühne führt in der Englischen Kirche das Stück „After Work“ auf

Leistungsdruck, Effizienzrating und Gewinnmaximierung – die Arbeitnehmer im neuen Theaterstück der Studio-Bühne Bad Homburg verzweifeln an den unerreichbaren Zielvorgaben ihres Unternehmens. Gut, dass dies nicht für die Schauspieler selbst gilt, wie ein Besuch unserer TZ-Mitarbeiterin Judith Alpmann bei einer der Proben des Laientheaters gezeigt hat. Die Akteure sind guter Dinge, dass ihr neues Stück dem Publikum nicht nur gefallen, sondern auch zum Nachdenken anregen wird.

Was haben ein Spitzensportler und ein Arbeitnehmer gemeinsam? Was klingt wie der Anfang eines Witzes, ist – zumindest im neuen Theaterstück der Studio-Bühne Bad Homburg – ein keineswegs abwegiger Vergleich. Während ein Spitzensportler nach immer neuen Bestleistungen strebt, gilt für die Arbeitnehmer ein ähnliches Credo: immer weiter, immer höher, immer schneller. Die Mitarbeiter fühlen sich wie im Hamsterrad, können im erdrückenden System nur mitlaufen und fügen sich fürs Erste ihrem Schicksal.

Das neue Stück der Studio-Bühne Bad Homburg trägt den Titel „After Work“ und kann durchaus als Parodie der modernen Arbeitswelt verstanden werden, wie Peter Skrezek erklärt. Er ist Regisseur des Laientheaters und hatte gemeinsam mit Isabelle Schubert die Idee für die Inszenierung des erst dieses Jahr erschienenen Stücks. „Wir waren begeistert, haben es unserer Theatergruppe vorgestellt, und die wollte es unbedingt spielen“, erzählt Skrezek. Vielleicht auch deshalb, weil die Handlung trotz ihrer überspitzten Elemente einiges über den modernen Büroalltag aussagt. Viele Szenen hätten einen wahren Kern, sind sich die Schauspieler einig. Und sie müssen es wissen, schließlich stehen fast alle selbst mitten im Berufsleben.

Dass das Stück diese Aktualität habe, liege auch am beruflichen Hintergrund des Autors Markus Czeslik, ist sich Skrezek sicher. Czeslik verfasst nämlich nicht nur Theaterstücke, sondern berät auch Unternehmen in den Bereichen Change Management, Werte-Kommunikation und Entwicklung der Unternehmenskultur. Die Vermutung liegt nah, dass er sich ein paar Inspirationen aus seiner Beratertätigkeit holen konnte. Eventuell – man mag es nicht hoffen – stammt von hier auch der interne Slogan des fiktiven Unternehmens, um das es in der Aufführung geht: „Work hard, stay calm and make history“ (arbeite hart, bleib ruhig und schreib’ Geschichte), der von den eifrigen Mitarbeitern gebetsmühlenartig wiedergegeben wird.

Das klappt bei den Proben bereits hervorragend. Kein Wunder, denn die Amateurschauspieler haben bereits Mitte des Jahres angefangen zu üben. „Theater spielen ist mehr als einfach einen Text auswendig zu lernen“, erklärt Skrezek, und daher geht es in den Proben auch eher darum, den Szenen den letzten Schliff zu verleihen. Hier soll ein Wort noch anders betont, dort energischer gesprochen werden.

Es sind die letzten Feinjustierungen, bevor das Stück am Freitag, 19. Oktober, um 19.30 Uhr im Kulturzentrum Englische Kirche seine Deutschlandpremiere feiert. Aus diesem Grund werden bei der Zweitaufführung am Sonntag, 21. Oktober (15.30 Uhr), auch der Autor Markus Czeslik sowie Gabriele Barth, die Geschäftsführerin des Deutschen Theaterverlags, anwesend sein.

Tickets können bei Tourist Info + Service im Kurhaus, Telefon (0 61 72) 1 78-37 10), sowie an der Abendkasse erworben werden. Wer an dem Wochenende keine Zeit hat, kann sich das Stück auch am Samstag, 27. Oktober, um 20 Uhr auf der „Kunstbühne portstrasse“ in Oberursel ansehen.

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