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Diakonie

Endlich größere Räume für die Lebensmittelausgabe: Tafel zieht neben die Tankstelle

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Seit Jahren sucht die „Tafel im Hochtaunuskreis“ größere Räume in der Kurstadt. Jetzt ist sie fündig geworden. Von April an wird die Ausgabestelle am Europakreisel zu finden sein. Dort soll es außer Lebensmitteln auch die Möglichkeit zur Begegnung geben.

Es geht immer der Reihe nach im kleinen Tafelladen an der Wallstraße. Damit die Bedürftigen nicht auf der Straße warten müssen, erhalten sie einen Termin, zu dem sie eintreten und ihre Lebensmittel abholen dürfen. Viel Platz ist nicht in dem Vorraum; noch weniger hinter der Theke, wo die Ehrenamtlichen der „Tafel im Hochtaunuskreis“ Bananen, Kohlköpfe und was eben in den Supermärkten übrig geblieben ist, lagern.

Die Zahl derer, die im Vordertaunus darauf angewiesen sind, von der Initiative kostenlos Lebensmittel zu bekommen, ist gewachsen. Hatte die Diakonie, Trägerin der Tafel, im Jahr 2015 noch 1400 Menschen zu versorgen – die Initiative nennt sie Kunden –, sind es heute 1668 Personen (siehe auch Box). Gerade so reicht der Platz, um das für den jeweiligen Tag benötigte Gemüse und Obst sowie in großen Kühlschränken ein paar abgepackte Sachen zu lagern. Zudem wird es wegen der vielen Kühlaggregate im Sommer ziemlich heiß im Laden.

Daher sucht die Tafel-Initiative schon seit Jahren nach neuen, größeren Räumen, die mehr Lagerfläche bieten. „Das ist, wie man ja weiß, in Bad Homburg nicht einfach“, berichtet Dr. Tobias Krohmer von der Tafel-Steuerungsgruppe. Hatte man Angebote, so waren sie entweder zu teuer – „oder die Vermieter hatten Vorbehalte, dass der Wert der Immobilie leidet“, weiß Krohmer.

Gemeinsam kochen

Fast hätten die Verantwortlichen schon die Hoffnung aufgegeben, als sie auf die Räumlichkeiten einer ehemaligen Gaststätte in der unteren Louisenstraße stießen. Sie liegen in dem kleineren Hochhaus direkt neben der Aral-Tankstelle am Europa-Kreisel. Dort wurde man sich mit dem Vermieter einig, auch, was den Mietpreis betrifft. „Wir sind ganz glücklich, diese Räume gefunden zu haben“, erklärt Krohmer. Diese sind mit 140 Quadratmetern fast um die Hälfte größer als der bisherige Tafelladen.

Somit hat die neue Ausgabestelle nicht nur mehr Platz für die Lagerung, sondern auch für eine Küche. „Dann können wir unseren Kunden weitere Angebote machen“, sagt Krohmer. Gedacht werde an gemeinsame Koch-Veranstaltungen. „Wir wollen Begegnungen über die Ladentheke hinweg schaffen.“ Bis Anfang April soll der Umzug von der Wallstraße in die Louisenstraße vonstatten gegangen sein. Derzeit wird der Umbau geplant – und der ist nicht ganz ohne. „Die Immobilie ist sehr speziell geschnitten“, räumt Krohmer ein. Zudem müssen Vorgaben des Veterinäramtes erfüllt werden – schließlich werden hier Lebensmittel ausgegeben.

Kniffliger Umbau

Die Planer haben zunächst mit Umbau- und Umzugskosten von 40 000 Euro gerechnet; tatsächlich werden laut Krohmer schlussendlich etwa 30 000 Euro benötigt. Geld, das die Tafel zusätzlich braucht, finanziert sie sich doch ausschließlich durch freiwillige Zuwendungen. Daher sind die Organisatoren für Spenden sehr dankbar. Krohmer rechnet aber mit einer hohen Spendenbereitschaft, da es um ein konkretes Projekt geht.

Apropos Kosten: Das, worum es geht – die Lebensmittel –, bekommt die Tafel bekanntlich von den Supermarkt-Konzernen geschenkt. „Es geht darum, der Verschwendung von Essen entgegenzuwirken“, erklärt Krohmer. Dennoch hat die Tafel eine Reihe laufender Kosten zu stemmen. Damit die Ware zu den Kunden kommt, braucht es Benzin für die Transportfahrzeuge. Damit immer jemand einsatzbereit ist, um die übriggebliebenen Waren von den Supermärkten abzuholen, beschäftigt die Tafel seit Kurzem zwei hauptberufliche Fahrer. Und auch einiges an Müllgebühren sind zu tragen.

Die Tafel braucht Helfer und Spenden für den Umbau. Weitere Infos unter .

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