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Reiche Auswahl: An Obst herrschte auf dem Erntedankmarkt kein Mangel.

Aktionsgemeinschaft Bad Homburg

Tausende Besucher beim Erntedankmarkt

Auch in diesem Jahr schoben sich zahlreiche Besucher durch die Bad Homburger Fußgängerzone und erfreuten sich an den Erträgen einer reichen Ernte. Nur bei den deutschen Walnüssen sehen die Obstbauern im wahrsten Sinne des Wortes schwarz.

Mit dem Erntedankfest bedankt man sich traditionell für die Gaben der Ernte. In der Kurstadt geschieht das alljährlich sogar mit einem großen Erntedankmarkt der Aktionsgemeinschaft Bad Homburg in der Louisenstraße. Dieses wurde in diesem Jahr bei strahlendem Sonnenschein von zahlreichen Besuchern frequentiert, die sich dicht an dicht durch die Fußgängerzone schoben. Dabei mussten sie jedoch aufpassen, nicht über stolzierende Hühner zu stolpern. Diese gehörten zum Zirkus Liberta und konnten frei herumlaufen, denn sie kehrten immer wieder zu Besitzer und „Zirkusdirektor“ Dieter Schetz zurück.

Glänzende Augen bekamen die Besucher an zahlreichen Ständen, wo sie aus den Vollen schöpfen konnten. Denn in Sachen Obst fiel die Ernte in diesem Jahr zumeist üppig aus. So auch bei Patric Nauber aus Rosbach, der unter anderem zwölf Sorten Äpfel in Bad Homburg feil bot. „Die Ernte für Äpfel und Birnen war diesmal sehr ergiebig. Das war im Gegensatz zum vergangenen ein gutes Jahr“, meinte Nauber vom Familienbetrieb Früchtehaus Nauber. Auch bei den Pflaumen seien die Erträge besser als sonst. Deutsche Walnüsse hingegen dürften jedoch schwer zu kriegen sein. Denn: „acht von zehn Nüssen sind innen schwarz“, weiß Nauber. Die Bäume hingen zwar voll, aber den Walnüssen habe das trockene Wetter und die heiße Sonne nicht gut getan.

Große Laternenkürbisse, die gerne an Halloween geschnitzt werden, sind wohl auch in diesem Jahr wieder Mangelware. „Die sind durch die Trockenheit nicht so gut gewachsen, die kleineren Ausgaben sind jedoch reichlich vorhanden “, erklärte Barbara Roth vom Oberstedter Hof Kofler.

Hingegen haben die zahlreichen Sonnenstrahlen den Mirabellen und Quitten von Edith Ronge zu einem speziellen und guten Aroma verholfen. „Die Ernte war bei Quitten, Äpfel, Zwetschgen und Mirabellen sehr gut. Die Bäume haben sich unter der Last gebogen, und sonnengereiften Früchte schmecken einfach besser“, meinte die Butzbacherin, die bereits seit Jahrzehnten selbst gemachte Marmelade auf dem Markt in Bad Homburg verkauft. So dürften sich Schleckermäuler in dieser Saison auf besonders aromatische Marmeladen und Gelees freuen.

Und auch Weinliebhaber profitieren von den diesjährigen Witterungsbedingungen. Christoph Walter vom Weingut Josef Walter aus Bürgstadt hat mit der Lese bereits am 24. August angefangen. „Das ist Rekord“, meinte er. Zudem habe man in Rekordzeit die Trauben gesammelt. Innerhalb von drei Wochen habe man die Arbeit verrichtet, für die sonst fünf bis sechs Wochen nötig seien. „Die Erträge waren sehr gut, und auch die Traubenqualität war sehr hoch“, erzählte Walter. Der Zuckergehalt der Früchte sei ebenfalls höher als in den Vorjahren, daher habe man sich ja auch mit dem Lesen der Trauben so beeilt. Andernfalls würde durch den erhöhten Zuckergehalt auch der Alkoholgehalt der Weine steigen, und das sei nicht wünschenswert.

Der Federweißer von Winzer Walter, der beim Erntedankmarkt ausgeschenkt wurde, war gerade wegen seines süßen Geschmacks beliebt „Der Federweißer schmeckt besser als im letzten Jahr“, meinte Hannelore Grobba. Die 77-Jährige schlenderte mit ihrer Tochter über den Erntedankmarkt und erfreute sich am Kunsthandwerk, dem frischen Obst sowie der selbst gekochten Marmelade. „Wir besuchen das Fest jedes Jahr, weil es hier einfach schön ist“, meinten die beiden und genossen einen weiteren Schluck des Federweißen. Unterdessen schoben sich Menschenmassen an ihnen vorbei durch die Fußgängerzone. Und trotz des Gedränges ließen sich die Liberta-Hühner bei ihrem gemütlichen Spaziergang nicht aus der Ruhe bringen.

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