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Tiefgaragen: Breitere Parkplätze würden teuer

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Von: Anke Hillebrecht

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Größere Autos sollen im Parkhaus mehr bezahlen, weil sie ja auch mehr Platz beanspruchen - so weit die Idee.
Größere Autos sollen im Parkhaus mehr bezahlen, weil sie ja auch mehr Platz beanspruchen - so weit die Idee. © picture alliance / Boris Roessle

42 000 Euro Umrüstungskosten für Schlossgarage plus Einnahme-Einbußen

Bad Homburg -Diese Situation kennen vermutlich viele Autofahrer: Man erspäht im Parkhaus einen freien Parkplatz, kann ihn aber nicht nehmen, weil man sonst nicht mehr aus der Autotür käme. Denn Autos heutiger Bauart sind wesentlich breiter als die, die gebaut wurden, als auch die meisten Tiefgaragen entstanden. Und da wird es oft eng zwischen den Wagen.

Die drei zentralen Garagen der Innenstadt - die am Schloss, unter dem Kurhaus und im Rathaus - stammen alle aus dieser Generation. Deshalb hatte die CDU im September im Mobilitätsausschuss angeregt zu überprüfen, ob man die Pkw-Stellplätze in Schloss- und Rathaus-Tiefgarage - im Kurhaus müssen aus statischen Gründen alle Pfeiler bleiben, wo sie sind, das wurde schon vor einigen Jahren geprüft - nicht auf eine heute realistische Auto-Breite verbreitern könnte. Das Gremium folgte einstimmig - nach angeregter Diskussion.

Länger debattiert wurde unter anderem darüber, wie man es hinkriegen könnte, dass für besonders große Autos wie SUVs mehr Parkgebühr zu entrichten wäre. Denn die benötigen besonders viel Platz im Parkhaus, wie die Grünen betonten. Sie fragten, ob man eventuell per Kennzeichen-Erfassung bei der Einfahrt eine Differenzierung in der Preisgestaltung erwirken könnte.

Die Stadtverwaltung hat nun alle Punkte geprüft - und ihre Antworten sind ernüchternd. In der Schlossgarage könnten von den 311 Stellplätzen in drei Ebenen wegen der baulichen Gegebenheiten nur 26 Plätze pro Ebene ummarkiert werden, heißt es in der Magistratsvorlage, die dem Mobilitätsausschuss am kommenden Mittwoch (Beginn: 18.30 Uhr im Rathaus, Zimmer 133) zur Kenntnisnahme vorliegt.

Eine Stellplatzverbreiterung von aktuell 2,30 auf den jetzigen Standard von 2,50 Metern hätte einen Stellplatzverlust von zwei Plätzen je Ebene zur Folge. Die Kosten für die Neumarkierung plus Entfernung der alten Markierungen schätzt die Verwaltung auf etwa 42 000 Euro brutto. Zudem gäbe es jedes Jahr Einbußen von 11 150 Euro für den Wegfall der sechs Stellplätze (berechnet auf Basis der Einnahmen von 2019).

SUV-Zuschlag ist nicht möglich

Für die Rathausgarage wurden keine Daten erstellt; sie gehört der Stadt nicht. Es sei aber davon auszugehen, dass die 250 Stellplätze dort wegen des Stellplatznachweises für das Gebäude beibehalten werden müssen.

Höhere Gebühren für besonders breite Wagen zu erheben sei technisch nicht realisierbar, heißt es in der von OB Alexander Hetjes (CDU) unterzeichneten Vorlage, und „zudem rechtlich ebenfalls nicht haltbar, da es im Verkehrsrecht keine Unterscheidung zwischen ,normalen‘ Pkw und SUV“ gebe.

Eine weitere Idee des Ausschusses: Auf den durch die Neuarrangierung entstehenden schmaleren Freiflächen könnten Zweiräder parken. In der Schlossgarage ist das laut Vorlage nicht erlaubt, auch nicht von Motorrädern.

Die Verwaltung sollte zudem schauen, ob im direkten Umfeld der Schlossgarage weitere Fahrradstellplätze geschaffen werden können. Wegen der baulichen Gegebenheiten seien in der Schlossgarage Fahrradabstellplätze „nicht verkehrssicher zu betreiben“. Im Rathaus dagegen gibt es für die Mitarbeiter bereits Fahrrad- sowie Motorradstellplätze.

Weitere Themen am Mittwoch im Mobilitätsausschuss: Die Verkehrsentwicklung auf dem Süd- und Ostring, die geplante verkehrsberuhigte Zone auf dem Leopoldsweg zwischen Kolberger Weg und Grünem Weg sowie eine Kooperationsvereinbarung für E-Scooter-Anbieter.

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