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Mein Papa ist Torwart: Sohnemann Phil wird von Kai Klug (jetzt DJK Bad Homburg) getragen.

Fußball

Torwart Kai Klug: „Jetzt bin ich mit ganzem Herzen DJKler“

Böse Zungen behaupteten nach den Sommertransfers schon, DJK Bad Homburg sei eine „Filiale“ des TSV Vatanspor. Nun treffen die beiden Fußballmannschaften aufeinander, bei denen einige Spieler bereits für die jeweilige Gegenseite aufliefen.

Die Glücksfee hat es bei der Pokalauslosung gut gemeint. Spannung ist garantiert, wenn die derzeit besten Bad Homburger Fußballmannschaften aufeinandertreffen. Im Kreispokal stehen sich im Achtelfinale am heutigen Mittwoch um 20.15 Uhr am Wiesenborn der TSV Vatanspor, Tabellenelfter der Verbandsliga, und der Gruppenliga-Zehnte DJK Bad Homburg gegenüber.

Für mehrere Spieler der DJK mit Vatanspor-Vergangenheit dürfte das Spiel seinen besonderen Reiz haben. Kai Klug, Denis Fliess und Ibrahim El Ouahiani wechselten erst zu Saisonbeginn vom Sportzentrum Nord-West an den Kirdorfer Wiesenborn. Ebenso André Stoss, der allerdings morgen beruflich verhindert sein wird. Die DJK-Spieler Adrian Augustincic und Yassin Belfkih trugen demgegenüber schon mal das Trikot des Stadtrivalen.

Für Torwart Kai Klug wird das Derby morgen eine emotionale Angelegenheit. Der 30-Jährige war beim TSV ein Erfolgsgarant und auch einer der besten Keeper in der Verbandsliga Süd. Seine Frau und die beiden Kinder Phil (4) und Elin (10 Monate) stehen bei ihm aber an erster Stelle. Weil der Aufwand geringer sei, habe er sich dazu entschlossen, in eine Spielklasse tiefer zu wechseln. TZ-Reporter Wolfgang Kullmann hat sich mit Kai Klug unterhalten.

Herr Klug, mit welchen Gefühlen gehen Sie ins Pokalspiel?

KAI KLUG: Die Begegnung ist für mich tatsächlich kein Spiel wie jedes andere. Ich hatte eine tolle Zeit bei Vatanspor. Wir hatten eine Supertruppe, mit Hüseyin Güven vorneweg. Ich wünsche dem Verein und seiner neuen Führungscrew alles Gute. Nur heute Abend sollten sie ohne Erfolg bleiben, dafür bin ich jetzt mit ganzem Herzen DJKler.

Wie sehen Sie die Chancen Ihrer Mannschaft gegen einen klassenhöheren Gegner?

KLUG: Wir gehen personell nicht mit der bestmöglichen Mannschaft ins Spiel. André Stoss wird leider beruflich fehlen, „Toto“ Stein ist auf Kurzurlaub, „Bubu“ Ochmann leicht verletzt und Mark Hohmann noch gesperrt. Ich muss mich also wieder auf eine veränderte Abwehr einstellen. Aus Vatanspor-Zeiten erinnere ich mich noch an große Probleme im Pokal gegen ,kleinere‘ Gegner. Das ist unsere Chance.

Wie war denn für Sie die Umstellung? Welche Unterschiede bestehen zwischen Verbands- und Gruppenliga?

KLUG: Es geht eine Liga tiefer schon etwas langsamer zu. Die Athletik und die Fitness sind in der Verbandsliga spürbar höher.

Haben Sie sich bei der DJK gut eingelebt?

KLUG: Ich wurde prima aufgenommen. Das zwischenmenschliche Klima stimmt, der Verein wird gut geführt.

Und wie fällt Ihr erstes sportliches Zwischenfazit aus?

KLUG: Wir haben zwar gegen unsere Konkurrenten im Kreis bisher noch kein Spiel verloren (fünf Hochtaunus-Derbys spielte die DJK schon, Anm. d. Red.), aber die diversen Unentschieden waren gefühlte Niederlagen, da sie sehr unglücklich für uns zustande gekommen sind. So hatte ich letzte Woche den Schwarzen Peter beim 3:3 gegen den FSV Friedrichsdorf. Das letzte Tor (zum 3:3 in der Nachspielzeit, d. Red.) geht zum Teil auf meine Kappe.

Kommen wir auf heute Abend zurück. Sind Sie bereit, einen Tipp abzugeben oder sind Sie zu abergläubisch dafür?

KLUG: Ungern, denn weder meinem jetzigen noch meinem früheren Verein gegenüber will ich eine schlechte Prognose stellen. Ich bin gespannt, wie Vatanspor-Trainer Ibo Cigdem sein Team aufstellt. Er muss ja schon am Samstag wieder zum Punktspiel in Wald-Michelbach antreten, während wir am Wochenende spielfrei sind.

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