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Am frühen Donnerstagmorgen wurde in der Flüchtlingsunterkunft im Niederstedter Weg ein 41 Jahre alter Mann aus Pakistan getötet. Die Polizei war mit einem Großaufgebot zur Stelle und sicherte am Tatort Spuren.

Asylbewerber stirbt

Toter in Flüchtlingsunterkunft: Verdächtiger auf der Flucht

Bei einer laut Polizeibericht „schwerwiegenden Auseinandersetzung“ in der Flüchtlingsunterkunft in Bad Homburg wurde ein 41-jähriger Mann getötet. Der mutmaßliche Täter ist noch immer auf der Flucht.

Die Homburger Turngemeinde (HTG) ist ein direkter Nachbar der Flüchtlingsunterkunft im Niederstedter Weg, in der am frühen Donnerstagmorgen ein 41 Jahre alter Asylbewerber aus Pakistan zu Tode gekommen ist. HTG-Präsident Ralph Gotta hatte früh morgens im Radio von der Bluttat in der Unterkunft erfahren. „Ich bin dann sofort in unseren Feri-Sportpark gefahren und habe die Anweisung gegeben, alle Türen zu verschließen und geschlossen zu halten“, so Gotta. Die Polizei hatte die Bevölkerung darauf hingewiesen, dass sich ein Tatverdächtiger noch auf der Flucht befand.

Bewohner der Flüchtlingsunterkunft hatten am Donnerstagmorgen gegen 2.30 Uhr Hilferufe gehört und sofort die Polizei verständigt. Als die Beamten in der Unterkunft eintrafen, war das Zimmer, in dem die Auseinandersetzung stattgefunden hatte, verschlossen. Durch das Fenster war jedoch ein Mann zu erkennen, der in einer großen Blutlache auf dem Boden lag. Daraufhin wurde die Tür gewaltsam eröffnet, allerdings konnte nur noch der Tod des am Boden liegenden Mannes festgestellt werden. Laut Polizeiangaben handelte es sich dabei um einen 41 Jahre alten Mann aus Pakistan. Das Opfer wies schwere Verletzungen am Kopf und im Brustbereich auf, die ihm unter erheblicher Gewalteinwirkung zugefügt worden waren und zum Tod geführt hatten.

Zeugen informierten die Polizei darüber, dass sich der 41-Jährige das Zimmer mit einem anderen Bewohner geteilt hatte. Dabei handelt es sich um einen 27 Jahren alten Mann, der ebenfalls aus Pakistan stammt. Der Mitbewohner befand sich jedoch weder im Zimmer noch wurde er in der Unterkunft angetroffen. Er gilt daher als dringend tatverdächtig.

Die Polizei leitete sofort umfangreiche Fahndungsmaßnahmen ein. Der Niederstedter Weg war zu diesem Zeitpunkt bereits voll mit Streifenwagen, die die Szenerie in ein bläuliches Licht tauchten. Der Eingang zur Unterkunft war zu diesem Zeitpunkt mit Flatterband abgesperrt, Beamte sichern den Tatort ab. Laut Zeugenaussagen herrschte lange Zeit eine „fast schon gespenstische Ruhe“ rund um die Unterkunft.

Das änderte sich erst, als ein Polizeihubschrauber zum Einsatz kam und mit angeschaltetem Suchscheinwerfer über dem angrenzenden Feld kreiste. Bereits zuvor hatten Beamte mit Taschenlampen das Umfeld der Flüchtlingsunterkunft und benachbarte Gebäude abgesucht. Die Suche wurde den ganzen Donnerstag bis in die Innenstadt Bad Homburgs weitergeführt, dabei kam auch ein Polizeihund zum Einsatz. Die Staatsanwaltschaft Frankfurt hat mittlerweile ein Verfahren gegen den Flüchtigen eingeleitet – wegen des Verdachts auf Totschlag.

Die Kreisbeigeordnete und Sozialdezernentin Katrin Hechler (SPD) zeigte sich gestern bestürzt: „Es ist sehr traurig, dass so etwas passiert“. Die Unterkunft sei eine vorbildliche Einrichtung, sie seit rund zweieinhalb Jahren vom Roten Kreuz betrieben werde. Auch Landrat Ulrich Krebs (CDU) lobte die Unterkunft.

Sowohl Hechler als auch Krebs lobten die DRK-Verantwortlichen, die sehr professionell reagiert hätten. Hechler: „Die Gewalttat ist für die Bewohner der Unterkunft, aber auch für die Mitarbeiter des Roten Kreuzes vor Ort ein großer Schock“. Das DRK hatte noch in der Nacht Kriseninterventionshilfe vor Ort geholt, um andere Bewohner und auch die Mitarbeiter zu betreuen. Entsprechende Hilfe werde auch weiter angeboten, wenn dies gewünscht sei, sagte DRK-Kreisgeschäftsführer Axel Bangert.

Die Gewalttat sei aus Sicht der Betreuer des Hauses völlig unvermittelt geschehen, so Bangert weiter. Die beiden Bewohner des Zimmers – das 41-jährige Opfer und der 27-jährige Tatverdächtige – hätten seit längerer Zeit unauffällig miteinander gewohnt, ohne dass Konflikte bekannt geworden wären. Die Motive für die Tat zu ergründen, liege nun bei der Polizei, sind sich Bangert und Krebs einig.

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