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Noch ist der Oberhof im Dornröschenschlaf. . .

Ein Zuhause für alle

Ein Traum wird wahr: Bis 2020 entsteht in Ober-Erlenbach das Projekt "Mehrgenerationenhaus Oberhof"

Bezahlbarer Wohnraum ist knapp in Großstädten und umliegenden Gemeinden, da sind Frankfurt und Taunus keine Ausnahme. Gleichzeitig steigt die Zahl der Single-Haushalte. Viele ältere Menschen leben zudem in Häusern und Wohnungen, die für sie selbst viel zu groß sind. Genau hier setzt das Projekt „Mehrgenerationenhaus Oberhof“ an.

Bad Homburg - Seit dem Jahr 2011 träumt man in Ober-Erlenbach davon, aus der ehemaligen Staatsdomäne ein Mehrgenerationenhaus zu machen. Damals hatte die Stadt das Gebäude und dazugehörige Areal zusammen mit einer nördlich gelegenen, etwa6200 Quadratmeter großen umbauten Freifläche vom Land Hessen erworben. Seit dem Jahr 2015 ist der Bebauungsplan, der die künftige Nutzung regelt, rechtskräftig. Entwickeln will das Areal die Genossenschaft „Unser Oberhof“. Unterstützt wird sie dabei von der Stadt, die ihr mit einem Darlehen unter die Arme greift und ihr das Areal zudem in Erbpacht zur Verfügung stellen. So weit, so bekannt.

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Und zusammengefasst heißt das: In der ehemaligen Staatsdomäne im Stadtteil Ober-Erlenbach soll gemeinschaftlicher Wohnraum für Menschen aller Altersgruppen entstehen. Nach Jahren der Planung geht das Projekt nun endlich in die „heiße Phase“: In diesem Jahr nämlich beginnen die großen Baumaßnahmen. Ende 2020 soll das denkmalgeschützte Areal bezugsfertig sein.

Im Mehrgenerationenhaus Oberhof in Ober-Erlenbach ist Platz für 80 Menschen

Mehrgenerationenprojekte bieten diese neuen, dringend benötigten Lebensräume, in denen Menschen unterschiedlicher Altersgruppen gemeinschaftlich leben können“, erklärt Architektin Antje Riedl, die das Konzept für das Projekt entwickelte. So könnten sich Wahlgemeinschaften bilden, die einander gegenseitig helfen. Als Beispiel nennt Riedl „die ältere Dame, die ihre Enkel aufgrund von hunderten Kilometern Entfernung fast nie sieht.“ Diese könne der jungen Familie sehr helfen, wenn sie deren Kleinen ab und zu vom Kindergarten abhole. „Dafür muss sie vielleicht ihre Wasserkiste nicht alleine tragen“, erklärt Riedl.

Wenn das Umbauprojekt vollendet ist, werden auf dem Oberhof rund 80 Menschen wohnen können. Dafür werden insgesamt 29 Wohnungen mit einer Wohnfläche zwischen 50 und 170 Quadratmetern zur Verfügung stehen.

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Fast alle Wohneinheiten werden mit einem Balkon, Garten oder einer Terrasse ausgestattet. Elf Wohnungen, die im Neubau geplant sind, werden barrierefrei gestaltet. „Die unterschiedlichen Wohnungstypen garantieren eine bunte und vielfältige Mischung an Bewohnern: Singles, Paare und Familien, Wohngemeinschaften, Menschen aller Altersgruppen“, erklärt Antje Riedl.

Neben Wohnraum sind im Mehrgenerationenhaus Oberhof in Ober-Erlenbach auch gemeinschaftliche Räume geplant

Neben den Wohneinheiten sind für den Oberhof auch einige gemeinschaftliche Räume geplant. Die Stadtteilbibliothek wird im Nordflügel des Baus angesiedelt. Zudem wird eine Diakonie, eine Arztpraxis, eine Dependance der Volkshochschule und Teilbereiche des Jugendzentrums im Erdgeschoss einziehen. Diese werden barrierefrei gestaltet.

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Der Innenhof wird verkehrsfrei und das Zentrum der Hofanlage sein. Er soll sowohl Bewohner als auch Besucher der öffentlichen Einrichtungen zum Verweilen und Zusammentreffen einladen. „Es ist ein Erlebnisraum ,der alle Altersgruppen anspricht und das Miteinander der Generationen fördert“, betont Riedl. Die Gärten rund um die Gebäude sollen zudem individuell und gleichzeitig gemeinschaftlich genutzt werden.

Toleranz ist im Mehrgenerationenhaus Oberhof in Ober-Erlenbach gefragt

Das gemeinschaftliche Wohnen erfordere natürlich ein hohes Maß an Toleranz, so die Architektin. „Die Menschen, die sich für das Wohnen in Gemeinschaft entscheiden, werden dies jedoch respektvoll und wertschätzend umsetzen“, ist sich Riedl sicher.

. . . doch 2020 soll er dann zu neuem Leben erweckt worden sein und so aussehen. 80 Menschen jeden Alters sollen hier wohnen. Foto/Animation: privat

Wie wird sich das Areal optisch nach außen hin verändern? „Es wird aus dem Dornröschenschlaf erweckt und wieder mit Leben gefüllt“, freut sich Antje Riedl. Die Strukturen der denkmalgeschützten Hofanlage werden jedoch weitestgehend erhalten bleiben, so die Architektin. Für die veränderte Nutzung – früher diente die Anlage als landwirtschaftlicher Betrieb – seien jedoch Belichtungsöffnungen in Fassaden und Dachflächen nötig. Die größte Veränderung zeige sich am Ostflügel: Hier wurde bereits im vergangenen Jahr eine Maschinenhalle aus den 1960er Jahren abgerissen. Sie wird durch einen Neubau ersetzt. Die übrigen Flügel auf der Nord-, West- und Südseite sind denkmalgeschützt und bleiben erhalten.

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