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Bei der abendlichen Testfahrt brauchte unser Autor vom Autobahnende an der A661 über die B456 zur PPR-Kreuzung und weiter nach Usingen in der Hauptverkehrszeit um 17.45 Uhr gerade einmal 21 Minuten

Meinungen gehen auseinander

Umbau der PPR-Kreuzung: Verbesserung oder Riesen-Drama?

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Knapp drei Monate nach Wiedereröffnung der umgebauten PPR-Kreuzung fragen sich viele Autofahrer: Geht es schneller vom Usinger Land über die Saalburg zur A661? Oder von Dornholzhausen nach Bad Homburg? Bei den Antworten gehen die Meinungen auseinander.

Lang ist’s her, als Dr. Peter Spiller aus Anspach als Schüler vor 40 Jahren morgens mit dem Bahnbus über die Saalburg nach Bad Homburg ins Gymnasium fuhr. „Schon damals stand unser Bus morgens im Stau“, berichtet der heute 56-Jährige. Trotz des Umbaus der PPR-Kreuzung sei der allmorgendliche Stau nach wie vor „ein Riesen-Drama“, findet er. Die Wirkung des Umbaus auf den Berufsverkehr aus dem Usinger Land sei wie von vielen erwartet, „nahezu Null“. Als Beleg für seinen Missmut hat er in den vergangenen Tagen mehrmals einen Screenshot vom Staumelder auf GoogleMaps an die Redaktion geschickt. 

Darauf sieht man seinen Standort am Ende des allmorgendlichen Rückstaus. Irgendwo zwischen Einmündung der Heisterbach-Umgehung und der Anschlussstelle Wehrheim Süd am Fuß der Saalburg muss er sich hinten anstellen. Vor ihm ist die Straße auf dem digitalen Kartendienst orange und rot markiert. 

Am morgendlichen Rückstau hat auch der Kreuzungsumbau offensichtlich nichts geändert. Doch zahlreiche Pendler, wie Sophia Klatte aus Grävenwiesbach, haben den Eindruck, dass der Verkehr ab der Saalburg nun zügig in Richtung PPR-Kreuzung abfließt. 

Situation hat sich seit dem Umbau verbessert

Sie muss morgens um 8 Uhr in Ober-Eschbach sein. „Ich brauche eigentlich nie länger als 45, 50 Minuten“, sagt die junge Frau. „Ab der Saalburg fließt der Verkehr zügig ab, und ich muss selten vor der Kreuzung an der Ampel stehen.“ Auch andere Pendler berichten, dass sich die Situation nach dem Umbau verbessert habe. 

Dagegen ist eine Wehrheimer TZ-Leserin der Meinung, dass der Kreuzungsausbau auch in der Gegenrichtung im abendlichen Berufsverkehr keinerlei Verbesserung gebracht habe. Stets stehe sie bald nach der Abfahrt von der A661 in Richtung PPR-Kreuzung im Stau. 

„Der Verkehrsfluss hat sich aus Richtung Dornholzhausen auf jeden Fall verbessert“, teilt dazu die stellvertretende Vorsitzende des Ortsbeirates Dornholzhausen, Claudia Kott (CDU), auf Anfrage mit. „Es ist für uns ein Gewinn. Die Stadt und die TU Darmstadt sammeln nach Abschluss des Umbaus Erfahrungswerte, die dann nochmals ausgewertet werden.“ Es kursieren also viele verschiedene Meinungen und Eindrücke. Daher wollte es die TZ mal wissen und hat den Autor dieses Artikels zur Testfahrt geschickt. 

An der A661 angekommen. Die morgendliche Fahrtzeit von Usingen dokumentiert die Stoppuhr des Smartphones.

Am Mittwochabend ging’s von der Abfahrt der A661 auf der B456 in Richtung Usingen hinauf zur Saalburg. Der Rückstau kam früher als erwartet. Irgendwo zwischen dem Autobahnende und der Abfahrt Oberstedten / Hochtaunus-Kliniken heißt es: Einreihen am Stauende. Der Beifahrer startete umgehend die Stopp-Uhr des Smartphones. Überraschend: Mit Tempo 35 rollt der Verkehr zügig zur PPR-Kreuzung. Nach sechs Minuten und 14 Sekunden ist man an der Kreuzung. Dann in einem Rutsch über die Ampel und nach etwas mühsamem Einfädeln der Autos von zwei auf eine Fahrspur hinauf zur Saalburg. Wie rote Perlen auf einer Kette deuten die Rücklichter dann den dichten Verkehr hinauf zur Kuppe an. 

Nach 11 Minuten und 2 Sekunden ist die Passhöhe erreicht. Mit Tempo 100 geht’s in weitem Bogen um Wehrheim. Vor Usingen staut sich der Verkehr nach dem Wehrheimer Wald dann etwas am Ortseingang zurück. Nach 18 Minuten und 31 Sekunden ist das Ortsschild erreicht. 

Am Fuß der Saalburg 

Die Gegenrichtung dann am Dienstagmorgen: um 7.15 Uhr ist das Ortsausgangschild Usingen passiert und die Stoppuhr wird gestartet. Ab der Heisterbach-Einmündung wird der Verkehr dichter, doch die Autoschlange kommt tatsächlich erst am Fuße der Saalburg zum Stehen. 7 Minuten und 22 Sekunden sind gefahren. Wie eh und je geht’s im Stopp-and-Go zweispurig bergan zur Kuppe. Das dauert. Nach 20 Minuten und 13 Sekunden wird eingefädelt. Doch bei der einspurigen Abfahrt zur PPR-Kreuzung ist eine deutliche Beschleunigung spür- und messbar, wenn auch nicht wirklich berauschend, aber immerhin. 

Doch nach der Kurve ist bis zur Ampel-Kreuzung sogar Tempo 70 drin. Nur ganz kurz muss ich mich während der Rotphase hinter sechs wartenden Autos anstellen. Ein Blick nach rechts: Aus Dornholzhausen kommend steht kein Auto an der Kreuzung. Nach genau 29 Minuten und 20 Sekunden ist die A 661 erreicht.

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