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Hat seit Sonntag einen neuen Standort, nämlich im Nieder-stedter Weg: der Stein mit Turnvater Jahns Konterfei.

Enthüllung

Unter Turnvater Jahns strengem Blick

Der Stein des Turnvaters Jahn steht nach langen Querelen auf dem Gelände der Homburger Turngemeinde. Am Samstag wurde er feierlich von HTG-Präsident Ralph Gotta enthüllt.

Von CARLA MARCONI

Mit lockigem Bart und ernstem Blick wirkt er zwar etwas grimmig, dennoch wurde er von der umstehenden Menge freudig angestrahlt. Die Rede ist von Turnvater Jahn, dessen Antlitz von einem Stein emporblickt, um den es in den vergangenen vier Jahren, wie berichtet, viele Diskussionen zwischen Stadt und der Homburger Turngemeinde von 1846 (HTG) gegeben hatte. Nun konnte der Stein jedoch auf dem HTG-Gelände im Niederstedter Weg enthüllt werden – und HTG-Präsident Ralph Gotta proklamierte glücklich: „Turnvater Jahn ist endlich nach Hause zurückgekommen.“

Und die rund 50 HTG-Mitglieder, die an der Enthüllung des Steins teilnahmen, stimmten ihm mit lautem Beifall und Jubelrufen zu. „Hier sieht ihn wenigstens jeder, in der alten Turnhalle in der Dorotheenstraße stand er in einer dunklen Ecke. Der Turnvater gehört einfach zu uns“, meinte die 77-jährige Turntrainerin Lilo Grübel, die sich mit weiteren Turnerkameradinnen freute. Und auch Gotta erklärte: „Die Büste des Turnvaters hatte ein bewegtes Leben. Seit ihrer Einweihung 1911 stand sie bereits an vielen Stellen in der Dorotheenstraße. Doch der Stein gehört zu den Mitgliedern und den sportlichen Aktivitäten.“ Schließlich würde er permanent an die Turnbewegung von 1911 erinnern.

Gemeinsam erinnerte man sich auch an die langen Streitigkeiten um den Stein, die damit anfingen, dass die HTG 2012 ihre bisherige Wirkungsstätte verkaufte und beim Umzug auf das heutige Gelände den Turnvater-Stein mitnehmen wollte. „Dieser Stein wurde den Turnern gewidmet und den Turnern geschenkt und soll mit den Jahreszahlen 1811 bis 1911 an die Einweihung des ersten Turnplatzes in Deutschland erinnern“, weiß Gotta. Die Plakette sowie der Stein seien von Mitgliedern der HTG erstellt und bezahlt worden. Daher sei es für ihn selbstverständlich gewesen, den Stein mitzunehmen.

Doch der Denkmalbeirat der Stadt war der Meinung, dass der Stein zur Kirche in der Dorotheenstraße gehöre und nicht zur HTG und daher dort bleiben müsse. Nach jahrelangen Mails und Diskussionen mit der Stadt sei nun vor eineinhalb Wochen entschieden worden, dass die HTG den Stein doch bei sich auf dem Gelände aufstellen dürfe. Das ließen sich die Sportler nicht zweimal sagen. „Wir haben unser 170-jähriges Bestehen mit dem Tag der offenen Tür und der 1. Mai-Veranstaltung zum Anlass genommen, auch gleich den Stein zu enthüllen“, erklärte Gotta. So werden die Sportler, die die HTG-Sportstätte besuchen, es ab sofort unter den wachenden Blicken von Turnvater Jahn tun.

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