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Ursula Jungherr: Eine kluge Dirigentin mit leiser Diplomatie

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Angela Dorn, die Hessische Ministerin für Wissenschaft und Kunst (links), überreichte im Weißen Saal des Bad Homburger Schlosses Dr. Ursula Jungherr die Goethe-Plakette, die höchste Auszeichnung des Ministeriums.
Angela Dorn, die Hessische Ministerin für Wissenschaft und Kunst (links), überreichte im Weißen Saal des Bad Homburger Schlosses Dr. Ursula Jungherr die Goethe-Plakette, die höchste Auszeichnung des Ministeriums. © Koberg

Homburgs ehemalige Oberbürgermeisterin bekommt die Goethe-Plakette. Es ist die höchste Auszeichnung des Hessischen Ministeriums für Wissenschaft und Kunst.

Bad Homburg - Zwölf Jahre lang hat Bad Homburgs ehemalige Oberbürgermeisterin Dr. Ursula Jungherr (CDU) während ihrer Zeit als Präsidentin die Arbeit des Landesmusikrates wegweisend geprägt. Der Landesmusikrat ist der Dachverband sämtlicher Institutionen und Organisationen, die das Musikleben in Hessen im professionellen und pädagogischen sowie im Laienbereich gestalten, und vertritt diese sowohl in der Öffentlichkeit als auch gegenüber den politischen Körperschaften in Gemeinden, Kreis und der Hessischen Landesregierung.

Nun wurde Dr. Jungherr von Angela Dorn, der Hessischen Ministerin für Wissenschaft und Kunst, im Weißen Saal des Bad Homburger Schlosses für ihre Tätigkeit im Landesmusikrat und darüber hinaus für ihr Engagement als ehemalige Oberbürgermeisterin Bad Homburgs, als Mitglied im Präsidium des Hessischen Städtetages und des Kommunalen Arbeitgeberverbandes mit der Goethe-Plakette ausgezeichnet. Es ist die höchste Auszeichnung des Hessischen Ministeriums für Wissenschaft und Kunst und wird seit 1949 verliehen.

In ihrer Laudatio skizzierte die Ministerin nach einigen persönlichen Bemerkungen zunächst in kurzen Zügen das Leben von Dr. Ursula Jungherr, die 1946 in Heidelberg geboren wurde. Nach dem Abitur studierte sie von 1966 bis 1970 Rechtswissenschaften an der Universität Heidelberg, 1972 wurde sie promoviert. Anschließend arbeitete sie bis 1982 als Richterin und übernahm dann einen Lehrauftrag an der Verwaltungsfachhochschule Hessen. Nach Bad Homburg kam sie aus beruflichen Gründen ihres Mannes. Hier fand sie den weiteren Weg in die Politik, wo sie unter anderem im März 1989 in die Stadtverordnetenversammlung und 1999 zur hauptamtlichen Stadträtin in den Magistrat gewählt wurde. Von 2003 bis 2009 war sie Oberbürgermeisterin der Kurstadt. Im Jahr 2010 übernahm Dr. Jungherr dann das Amt der Präsidentin des Landesmusikrates - weitere Aufgaben als Aufsichtsratsvorsitzende in der Landesmusikakademie, als Mitglied im Präsidium des Deutschen Musikrates und im Rundfunkrat des Hessischen Rundfunks folgten.

"Außergewöhnlich und vorbildlich"

Ministerin Dorn bezeichnete es als eine "Herzensangelegenheit", die Goethe-Plakette an Frau Dr. Jungherr überreichen zu können. Deren Engagement für die Musik, so Dorn, sei während ihrer Zeit beim Landesmusikrat "außergewöhnlich und vorbildlich" gewesen, und sie betonte, dass Dr. Jungherr sich immer für die Interessen aller Mitglieder gleichermaßen eingesetzt habe. Sie habe erkannt, dass Musik ein Bindemittel zwischen den unterschiedlichsten gesellschaftlichen Gruppen ist, und habe dies auch immer bei ihrer Arbeit in den Vordergrund gestellt. Darüber hinaus sei eines ihrer Hauptziele die Verbesserung des Musikunterrichts in den Schulen gewesen. Alle Aufgaben in ihren jeweiligen Ämtern habe Dr. Jungherr bescheiden, zuvorkommend, aber in der Sache bestimmt in Angriff genommen und mit ihrer leisen Art der Diplomatie auch in schwierigen Situationen Brücken bauen können. Mit einer Metapher aus dem Bereich der Musik schloss Angela Dorn ihre Würdigung von Dr. Jungherr: "Sie haben als kluge Dirigentin gewirkt, die die Vielstimmigkeit gut ausbalanciert hat."

In ihrer Dankesrede sagte Dr. Jungherr, dass sie 2010 eigentlich zunächst das Amt der Präsidentin des Landesmusikrates gar nicht übernehmen wollte. Aber ihr Mann und auch der damalige Hessische Landtagspräsident Norbert Kartmann hätten sie dann doch überredet, und dafür sei sie beiden sehr dankbar. Sie selbst habe sich in den zwölf Jahren, in denen sie das Amt im Landesmusikrat innegehabt habe, immer als Vermittlerin gesehen, vor allem auch zwischen Landtag und den Verbänden. So hob sie rückblickend auf ihre Arbeit zwei Ziele hervor, auf deren Durchsetzung sie besonders stolz sei. So konnte zum einen bei der Volksabstimmung am 28. Oktober 2018, bei der über 15 Veränderungen der Hessischen Landesverfassung abgestimmt wurde, erreicht werden, dass der Schutz der Kultur sowie deren Förderung durch den Staat, die Gemeinden und die Gemeindeverbände als Staatsziel in die Hessische Verfassung aufgenommen wurde. Zum anderen sei es ihr sehr wichtig gewesen, dass in den pandemiebedingten schwierigen Zeiten der vergangenen Jahre entsprechende Hilfsprogramme zur Unterstützung von Orchestern und Musikern auf den Weg gebracht werden konnten, wodurch diese nicht nur finanzielle Unterstützung erhielten, sondern ihnen auch Mut zugemacht werden konnte. (Von Ulrike Koberg)

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