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Letzte Chance vor der Pause: Der Kopfball von Bad Homburgs Mohamed Youssef (rotes Trikot) wird auf der Torlinie geklärt.

Verbandsliga Süd

Vatanspor zahlt Lehrgeld – 0:2

Das Warten der Fußball-Verbandsligisten aus dem Hochtaunus geht weiter: bei Vatanspor auf einen Heimsieg, bei der Usinger TSG auf einen Sieg.

Unter anderem auch von Ibrahim Cigdem, Trainer des TSV Vatanspor , wurde Rot-Weiss Walldorf vor der Verbandsliga-Saison als „Geheimfavorit“ benannt. Nach dem Gastspiel im Bad Homburger Sportzentrum Nord-West kann man den Zusatz „Geheim“ getrost streichen. Der Aufsteiger steht nun auf Platz zwei.

Als hätte er es schon geahnt, dass es wieder nichts mit dem ersten Heimsieg wird, sagte Cigdem schon vor dem Spiel: „Ich kann von meinem jungen Team, heute mit einem Durchschnittsalter von 20,3 Jahren, nicht erwarten, dass es mit einer Mannschaft wie Walldorf auf einer Höhe steht.“ Zafer Sancak fehlte wegen Blessuren aus dem Spiel bei den SF Frankfurt (2:0 für Vatan), Emre Kadimli krankheitsbedingt. Einen Spielgestalter wie ihn hätte das Team gut gebrauchen können. Ebenso den erfahrenen Dennis Leopold, der nach eigener Aussage „die Seuche“ hat. Die Leiste zwickt. „So ist halt Fußball, mit Ausfällen muss man immer leben“, sagte Cigdem dazu.

Die Walldorfer spielten offensiv und machten gleich mächtig Druck. In der ersten Halbzeit waren oft 20 Spieler in der Hälfte der Homburger zu finden. In der 12. Minute konnte Seongsu Kim auf der Torlinie einen Schuss von Nico Struwe mit dem Kopf abwehren, Torhüter Yüksel Deliktas war schon geschlagen. Auch beim ersten Treffer der Gäste war der Torhüter, der ansonsten großartige Paraden zeigte, machtlos. Ein „Sonntagsschuss“ von Firat Tayboga schlug aus rund 35 Metern oben rechts in den Torwinkel ein. Wenig später landete ein Pass genau in der Schnittstelle Homburgs, und Christopher Nguyen erhöhte auf 2:0.

Eine Gelegenheit für Vatanspor gab es erst nach Wiederanpfiff: Luki Matondo traf den Ball mit der Pike, es kam jedoch nur ein schwacher Roller heraus, den Verteidiger Tobias Werther im Rückwärtsfallen von der Linie kratzen konnte (55.). Es war zugleich die größte Homburger Chance, die zu wenig Durchschlagskraft hatten. Auch hohe Bälle bei Standards waren keine Lösung. Die baumlangen Innenverteidiger hatten die Lufthoheit.

Wie so oft nahm Trainer Cigdem seine Spieler in Schutz: „Wenn wir so spielen wie in der zweiten Halbzeit, habe ich kein Problem mit einer Niederlage. Da haben wir ein anderes Gesicht gezeigt als am Anfang, und nichts hergeschenkt.“

TSV Vatanspor: Deliktas – Youssef (70. Beslen), Lerch, Dursun, El Mai Mouni – Diehl (46. Tekie), Kim, Chihab – Stange, Matondo, Thielmann (65. Mäuser). – Tore: 0:1 Tayboga (20.) 0:2 Felter (31.).

Die Usinger TSG bleibt in der Verbandsliga die einzige Mannschaft ohne Sieg. Im achten Anlauf gelang gegen Viktoria Urberach immerhin das dritte Remis. Nach dem Führungstor durch Spielertrainer Marcel Kopp (13.) hatten André Schneider nach einem umstrittenen Freistoß (22.) und Sinisa Alempic (26.) das Blatt für die Gäste gewendet. Erneut Kopp glich nach 54 Minuten für die UTSG aus, die am Mittwoch durch ein überraschendes 4:5 bei Kreisoberligist Eintracht Oberursel aus dem Kreispokal ausgeschieden ist. kul/rem

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