Trainer Vladimir Todorovic (SGK II)
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Trainer Vladimir Todorovic (SGK II)

SGK Bad Homburg II

Videobeweis in der Kreisliga

Die Kirdorfer Fußballer der SG nehmen fleißig ihre Heimspiele auf. Das könnte ihnen jetzt zugute kommen. Denn eine strittige Szene vom Sonntagsspiel gegen den FC Ay-Yildizbahce Usingen soll auch im Kasten sein.

Der Anfang vom Ende ist seit dem Wochenende eingeläutet: Die Tatsachenentscheidung des Schiedsrichters könnte in nicht allzu ferner Bundesliga-Zukunft durch den Videobeweis „überstimmt“ werden. Die Deutsche Fußball Liga (DFL) und der Deutsche Fußball-Bund (DFB) haben mit der ersten von zwei Testphasen begonnen. In dieser Saison werden in ausgewählten Spielen so genannte Offline-Tests durch einen Video-Assistenten vorgenommen, in der Spielzeit 2017/18 soll es Live-Tests geben. Der Schiedsrichter kann dann spielentscheidende Situationen durch seinen Assistenten am Bildschirm sofort überprüfen lassen.

Von solchen Situationen gibt es vier: Tor, Elfmeter, Platzverweis und Spielerverwechslung bei Gelber und Roter Karte – und bei letzterem Beispiel kommt der Fußballkreis Hochtaunus ins Spiel. A-Ligist SGK Bad Homburg II fühlte sich in der Partie gegen den FC Ay-Yildizbahce Usingen (1:3) ungerecht behandelt und hat durch seinen Trainer Vladimir Todorovic angekündigt, dies per Video beweisen zu wollen. Natürlich geht so etwas auf Kreisebene nur nachträglich und würde eine Sitzung des Kreisrechtsausschusses bedeuten.

Inzwischen gibt es mehrere Vereine im Hochtaunus, zu denen der Kirdorfer Club gehört, die ihre Heimspiele filmen und Spielszenen auch ins Netz stellen. Das ist laut Kreisfußballwart Andreas Bernhardt (Oberursel) absolut rechtens. Bei einem Fußballplatz handele es sich um einen öffentlichen Raum, da sei so etwas erlaubt, was auch ein Gerichtsurteil belege, erläuterte Bernhardt auf TZ-Anfrage.

Zurück zum aktuellen Fall: Wie in unserer Montagsausgabe berichtet, sind Spieler und Funktionäre der SGK der Meinung, dass Schiedsrichter Metin Can im A-Liga-Heimspiel fälschlicherweise dem Kirdorfer Cengiz Dülger in der 43. Minute die Gelbe Karte gezeigt hatte und diesen deshalb zu Unrecht nach dem zweiten Gelb in der 71. Minute vom Platz gestellt habe.

Der doppelte Cengiz

„Unsere Filmaufnahmen belegen eindeutig, dass Usingens Cengiz Ebren unseren Spieler Baris Altintas gefoult hat und nicht umgekehrt. Möglicherweise hat der Schiedsrichter diesen Vorgang falsch notiert, da sowohl Ebren als auch unser Spieler Dülger die Trikot-Nummer 3 haben und beide mit Vornamen Cengiz heißen“, versucht sich SGK-Coach Todorovic die strittige Szene zu erklären.

Der Platzverweis habe erheblichen Einfluss auf das Spiel gehabt. Es hatte zu diesem Zeitpunkt noch 1:1 gestanden. Erst nach der „Ampelkarte“ für Dülger kam Ay-Yildizbahce zu weiteren Toren: von Maiwand Djamshedzad/76. und Mesut Kaya/81. – und damit zum 3:1-Erfolg.

Bereits drei Fälle

Falls die SGK ihren Worten auch Taten folgen lässt und ihren Videobeweis einreicht, wäre das für Bernd Moses (Usingen), den Vorsitzenden des Kreissportgerichts Hochtaunus, nichts Neues. „Wir hatten im Kreis in der Vergangenheit bereits drei Fälle, bei denen Videoaufnahmen als Beweismittel hinzugezogen wurden. Falls der Verein Einspruch einlegt, werden wir diesen verhandeln“, so Moses.

Bei den bisherigen Videobeweisen drehte es sich um Spielabbrüche wegen Handgreiflichkeiten und einen „Flitzer“, der während eines Jugendspiels über den Platz gerannt war.

Ein Einspruch der SGK Bad Homburg gegen die Spielwertung gemäß Paragraf 25 der Rechts- und Verfahrensordnung des Hessischen Fußball-Verbandes („Spielentscheidende Regelverstöße des Schiedsrichters“) muss gemäß Paragraf 32 binnen vier Tagen eingereicht sein. Die Rechts- und Verfahrensordnung des HFV lässt übrigens einen Videobeweis zu. Auf dem Verbandstag am 18. Juni in Grünberg war dies nochmals ausdrücklich bestätigt worden.

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