Bad Homburger Chorfest im Gustavsgarten

Die Villa wird wachgeküsst von der Musik

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Mit allem, was das heutige Chorleben ausmacht und hergibt, wurde am Sonntag der Gustavsgarten samt der schönen alten Villa Wertheimber endgültig und offiziell aus dem Dornröschenschlaf geholt.

Noch rasch wurde eine letzte Akustikprobe durchgeführt im überdachten Eingang der alten Villa Wertheimber, der in seiner Struktur eine hervorragende Bühne abgibt, unter den Augen von etlichen Hundert Gästen, die bereits sämtliche Tische und Bänke besetzt hatten und weithin im Gustavsgarten die Wiesen belagerten. Erwartungsfroh sah man dem Chorfest entgegen, zu dessen Programm neun Chöre aus Bad Homburg ihren Beitrag leisteten. Damit werde auf eine über 150 Jahre alte Tradition zurückgegriffen, denn bereits 1863 sei in den Schriften ein Chorfest belegt, so die Initiatorin, Kulturdezernentin Beate Fleige (BLB) in ihrer Begrüßungsrede.

Man wolle damit neue Traditionen schaffen, war im Verlauf des Nachmittags von Kulturamtsleiter Dr. Matthias Setzer zu erfahren, denn künftig solle es alle Jahre im Mai ein weiteres Chorfest geben. In bester Stimmung und mit vielen informativen Einzelheiten zur Arbeit der Chöre, ihre Probentermine, über Mitglieder und Dirigenten und auch über die Werke unterhielt Setzer die Gäste und entwickelte dabei immer mehr seine Entertainer-Qualitäten.

Der Pop- und Gospelchor Voice Affair unter Leitung von Damian Siegmund, 1855 als Gesangverein Gonzenheim gegründet, eröffnete das Fest mit Bohemian Rhapsody (Queen), Top of the World (The Carpenters) und Go Down Mose (Spiritual). Die Akustik war gut, die Sängerinnen und Sänger hochengagiert und die Zuhörer waren begeistert. Es gebe Leute, die den Gustavsgarten noch schöner fänden als den Schlosspark, meinte Oberbürgermeister Michael Korwisi (Grüne) in seiner Begrüßung, ein Blick in die Runde bestätigte die Freude aller an der schönen Umgebung. Der Gesangverein Geselligkeit 1895 Kirdorf führte mit Norbert Abel in einen Zoo zu Schlange, Schimmel, Mücken, Made und Kater Stanislaus.

Der Liederkranz Germania 1842 aus Ober-Erlenbach unter Daniel Sans nahm die Zuhörer mit auf die Reise von Österreich über Italien und mit Siyahamba gar bis nach Südafrika.

Ernst Schickling und der Liederkranz 1837 Kirdorf sorgten dafür, dass die Sorgen auf der kleinen Barke im Wind über Bord gingen und mit der Amboß-Polka weitere Stimmung verbreitet wurde. Karin Giel trug mit dem Chor der Gedächtniskirche aus wertvollem altem deutschem Liedgut zum Programm bei, wovon man bei späteren Festen sehr gerne mehr hören möchte.

Großen Applaus erntete auch der Kinderchor der Kolpingfamilie St. Johannes 1883 Kirdorf unter Leitung von Solveig Wagner, die außerdem mit ihrem Chor Sonora Voce am Fest beteiligt war. Vom selben Verein leitete Gerhard Stowasser den Männerchor bei fünf deutschen Liedern.

Auf den Wiesen herrschte stets ein buntes Treiben neben dem Kunstgenuss, ab und zu ein besorgter Blick nach oben zu den schwarzen Wolkenbergen, doch dieses Fest sollte kein Regentropfen trüben.

Der Gesangverein Liederkranz 1840 Dornholzhausen gab unter Bettina Kaspary drei Lieder zum Besten, und Eintracht Liederkranz 1842 Ober-Eschbach unter Christina Danner führte noch einmal in den englischsprachigen Raum. Hatten alle Vereine schon ihr Bestes gegeben, so setzte der Gospelchor mit seinen Liedern den Schlusspunkt und mit großem Temperament das Tüpfelchen aufs i.

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