Psychiatrisches Krankenhaus

Vitos Klinik soll 2020 auf dem Gesundheitscampus eröffnen

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In zwei Jahren soll die neue Vitos Klinik auf dem Gesundheitscampus in Bad Homburg in Betrieb genommen werden. Das Unternehmen investiert 24,5 Millionen Euro in den Neubau.

Schon von weitem weisen zwei riesige Kräne den Weg zur Baustelle hinter den Hochtaunus-Kliniken. Dort herrscht am Donnerstagvormittag das übliche Gewusel. Doch dann werden die Arbeiten unterbrochen, Damen und Herren in Kostümen und Anzügen fluten den Ort, an dem Vitos Hochtaunus seine Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik errichten lässt. Der Grundstein für das 24,5-Millionen-Euro-Projekt wird gelegt.

Das Gebäude soll sich nach Fertigstellung – Mitte 2020 soll der Betrieb aufgenommen werden – über fünf Stockwerke (inklusive Erdgeschoss) erstrecken und über eine Tiefgarage verfügen. In der Klinik sollen 125 Patienten stationär aufgenommen werden können – pro Station 25 Betten. Außerdem sollen auf den 6050 Quadratmetern eine Tagesklinik, eine psychiatrische Ambulanz (Schwerpunkt Allgemein-/Gerontopsychiatrie) sowie eine kinder- und jugendpsychiatrische Ambulanz integriert werden. Das Konzept sieht außerdem helle Stationen, ein spezielles Lichtkonzept und ein Farbkonzept vor, das der Orientierung dienen soll. Zentrales Element im Neubau soll ein Gang werden, der die Vitos Klinik mit den Hochtaunus-Kliniken verbindet.

Der Geschäftsführer von Vitos Hochtaunus, Servet Dag, verglich den Bau mit der Besteigung eines Berges: „Der erste Schritt muss gemacht werden.“ Die Landesdirektorin des Landeswohlfahrtsverband Hessen (LWV), Susanne Selbert, erinnerte in ihrer Rede an die traditionsreiche Geschichte der Klinik, die 1901 in der Köppener Hüttenmühle unter Emil Sioli ihren Anfang genommen hat. Über die Jahrzehnte wurde der Standort immer weiter ausgebaut, bis dann die Diskussion aufkam, zumindest mit Teilen der Einrichtung nach Bad Homburg umzuziehen. „Da spielte die Angst mit, dass durch die Auflösung des Traditionsstandorts Köppern, auch Arbeitsplätze verloren gehen könnten“, so Selbert. Diese Sorge habe sich zerschlagen, unter anderem, weil man nun auch in Köppern investiere.

Dag, Selbert und Reinhard Belling, Geschäftsführer der Vitos GmbH, waren sich einig, dass die Nähe und Zusammenarbeit mit den Hochtaunus-Kliniken für beide Seiten von Vorteil sein werde. „Uns ist wichtig, den interdisziplinäre Austausch zum Wohle unserer Patienten zu fördern. Psychiatrische Patienten brauchen auch körperliche Diagnostik. Genauso kann ein Herzinfarktpatient beispielsweise depressive Symptome entwickeln“, fasste Belling mögliche medizinische Synergien zusammen.

Dr. Julia Hefty, die Geschäftsführerin der Hochtaunus-Kliniken, wies auf einen weiteren Baustein hin, der in absehbarer Zeit auf dem Gesundheitscampus errichtet werden soll – ein Schwestern- und Pflegerwohnheim. Der entsprechende Bauantrag liegt bereits bei der Stadt, sobald dieser genehmigt ist, wäre der Investor bereit zu bauen. Die entsprechenden Verträge seien allesamt unterzeichnet. Neben den 99 Wohneinheiten soll an dem Standort auch eine Kita integriert werden. Hefty („Das Wohnangebot ist auch für Vitos-Mitarbeiter interessant“) geht davon aus, dass das Schwesternwohnheim ebenfalls Mitte 2020 stehen wird.

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