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Großveranstaltung

Voller Erfolg: Musiknacht beschert Wirten neue Gäste

19 Bands und DJ’s in insgesamt 15 verschiedenen Locations verwandelten die Bad Homburger Innenstadt am Samstag wieder in eine große Partymeile. Die beteiligten Gastronomen freuen sich über die Musiknacht.

Erwartungsfroh steht Mario-Sebastian Fertig am Samstag um kurz vor 20 Uhr hinterm Tresen des „Wartesaal“ und blickt in Richtung der noch verwaisten Bühne. Hier wird gleich die Frankfurter Band „Mad House Flowers“ auftreten und mit Coverversionen bekannter Rock-Hits aus den 80ern die Bühne rocken. „Normalerweise veranstalten wir ja Ü-30- und 90-er-Jahre-Partys. Ich bin gespannt, wie die Stimmung heute wird“, sagt der Pächter des Restaurants im Bahnhofsgebäude. Als eine von insgesamt 15 Locations macht der „Wartesaal“ mit bei der Frühjahrsausgabe der Homburger Musiknacht. 19 Bands und DJ’s, die sich über Kneipen, Restaurants und Bars im gesamten Innenstadtbereich verteilen, sollen die Kurstadt in eine Partymeile verwandeln.

Fertig ist das erste Mal dabei. „Wir haben erst am 1. Januar angefangen“, erklärt der 30-Jährige. „Als Teil des Kulturbahnhofs war klar, dass wir bei der Musiknacht mitmachen.“ Im Vergleich mit sonstigen Events sei alles ein bisschen anders. „Die Band wurde uns zugeteilt. Wir mussten uns weder um die Planung noch um Organisation oder Werbung kümmern“, sagt der Gastronom und findet: „Das ist auch mal angenehm. Ums große Ganze kümmert sich die veranstaltende Aktionsgemeinschaft, die in Zusammenarbeit mit einer Event-Agentur auch das Einlasspersonal stellt. Unter dem Motto „Einmal zahlen, vielfach genießen“ können die Besucher für 15 Euro nach Lust und Laune alle Lokale abklappern.

Umsatz sekundär

Die Gastronomen verdienen am Verkauf der Speisen und Getränke. Es gehe aber nicht primär ums Finanzielle, betont Alexander Kandler, Inhaber des „Augustin“ in der Kaiser-Friedrich-Promenade. „Viel höher als sonst ist der Umsatz nicht“, sagt der 58-Jährige. Vielmehr gehe es darum, die „Schlafstadt Bad Homburg“ zu beleben und neue Leute anzulocken. „Die Musiknacht bietet den Gastronomen die Möglichkeit mal andere Gäste zu begrüßen, die das Lokal vorher nicht gekannt haben. Normalerweise haben wir 70 Prozent Stammgäste, heute sind es eher 30 Prozent.“, erklärt Kandler. Ein gutes Drittel der Besucher, die das erste Mal vorbeigeschaut hätten, komme wieder, schätzt er.

Jonas Langer stößt ins selbe Horn. „Die Musiknacht ist einfach ein tolles Konzept und bringt generell neue Leute in die Stadt“, sagt der Inhaber der „Schreinerei Pfeiffer“. Die ist um kurz nach 20 Uhr bereits brechend voll. Auf der kleinen Bühne spielt das Trio von „Frankfort Special“ alte Rockabilly-Hits und eigene Kompositionen. „Bei der Gruppenauswahl hatten wir ein Mitspracherecht. Die Band war schon mal da und passt gut zur Atmosphäre des Ladens. Hip Hop würde hier etwa nicht gehen“, erklärt der 57-jährige Gastronom.

Stephen Garcia, Inhaber von „Steve’s Bar“, hat den Musik-Act (Andy Fay und Matt Ewald) selbst gebucht. „Für den Veranstalter war das kein Problem. Andy Fay kenne ich persönlich, der ist ein toller Sänger und grandioser Entertainer“, sagt der 43-Jährige.

„Man merkt, dass Leute von außerhalb gekommen sind. Das ist super, die schauen danach auf unserer Facebook-Seite vorbei und sehen, dass wir mindestens einmal im Monat Live-Musik anbieten“, so Garcia. Lohnen tue sich die Musiknacht auf jeden Fall. „Ist schon mehr los als an einem normalen Samstagabend“, sagt der Engländer. Noch kuscheliger ist es im „Alt Homburg“ am Schulberg. Knapp 30 Leute zwängen sich ins kleine Lokal. Inhaber Michael Krieg hat alle Hände voll zu tun und räumt vorsorglich ein paar Stühle nach hinten um mehr Platz auf der Tanzfläche zu schaffen. „Wir sind seit 12, 13 Jahren dabei. Das ist einfach eine coole Sache und Eigenreklame. Heute können auch andere Leute als unsere Stammkunden mal sehen, wie gemütlich es bei uns ist“, sagt Krieg und zeigt sich „wunschlos glücklich“.

Unisono betonen alle Gastronomen ihre Zufriedenheit mit dem Konzept der Musiknacht, Verbesserungsvorschläge hat keiner.

Je später, desto voller

Wird gegen 23 Uhr in den meisten Kneipen so langsam das Ende der musikalischen Unterhaltung eingeleitet, geht die Sause im Tiffany’s in der Louisenstraße erst so richtig los. „Je später der Abend, desto voller wird es“, sagt Mario Morshäuser, der das Tanzlokal gemeinsam mit Mutter Margit und Ehefrau Anja leitet. In der Tat füllt sich die Tanzfläche stetig. Ausgelassen springen die Feierwütigen zu den fetzigen Beats von „DJ Vigilance“ übers Parkett, auf dem Tresen tanzen die Gogo-Girls von Killuminati Entertainment und heizen der Menge ein. „Top-Events wie die Musiknacht ziehen immer“, erklärt Morshäuser. „Erst wird Musik gehört, danach geht’s in den Club. Die Lokale, die nicht mitmachen, haben vielleicht weniger Umsatz und verfluchen die Musiknacht. Für uns ist es perfekt.“

VON FLORIAN NEUROTH

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