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Generalunternehmer Markus Hanke (r.) überreicht den symbolischen Schlüssel für die neue SGK-Halle unter den Augen von reichlich Politprominenz und geistlichem Beistand an Dr. Dietrich Reinking. SGK- Vorsitzender Jürgen Sukop sieht’s mit Freude (l.)

Traum wird wahr

SGK weiht die langersehnte Turnhalle ein – Baukosten belaufen sich auf 2,1 Millionen Euro

Auf diesen Tag hatten die Sportler der SGK Bad Homburg lange warten müssen: Am Samstag konnten sie den Hallenneubau einweihen. Und der bietet besonders für die Turner ganz besondere Trainingsmöglichkeiten.

Mit viel Politprominenz feierte die SGK Bad Homburg die Einweihung ihrer neuen Halle. Fürs Land Hessen waren Holger Bellino und Jürgen Banzer nach Kirdorf gekommen, der Hochtaunuskreis war durch Landrat Ulrich Krebs und den ersten Kreistagsabgeordneten Uwe Kraft vertreten, für die Stadt gaben Oberbürgermeister Alexander Hetjes und Bürgermeister Meinhard Matern dem 1890 gegründeten Traditionsverein die Ehre. Gemeinsam ist den Herren nicht nur, dass sie der CDU angehören, sondern sie (oder ihre Vorgänger) sind allesamt auch seit vielen Jahren mit dem Hallenneubau beschäftigt – die ersten Gespräche dazu gehen aufs Jahr 2003 zurück. Und über ihre Ämter tragen sie gemeinsam zur Finanzierung des Projekts bei. Einig waren sich auch alle Redner darin, „wie wichtig der Sport und die Vereine als Integrationsmotor sind.“

Dem Hallenbau liegt ein „Mini-Deal“ zugrunde, denn die Halle wird auch für den Schulsport der Gesamtschule genutzt, der Neubau ist mit der Sporthalle der GaG verbunden. So stellt der Kreis das Grundstück für 30 Jahre kostenfrei zur Verfügung, die Stadt Bad Homburg beteiligte sich mit 1,6 Millionen Euro an den Baukosten, vom Land Hessen wurden 200 000 Euro übernommen, der Verein stemmt die restlichen 300 000 Euro aus Eigenmitteln beziehungsweise durch die Unterstützung von Sponsoren. „Die 2,1 Millionen Euro Baukosten haben wir ganz strikt eingehalten“, betonte SGK-Vorsitzender Jürgen Sukop in seiner Begrüßungsrede.

Großes Engagement

Nun war es also endlich so weit: „Ein Traum wird wahr“ war die Einweihungsfeier betitelt, bei der die Pfarrer Rüdiger Guckelsberger für die katholische Gemeinde Bad Homburg–Friedrichsdorf und Jörg Marwitz für die evangelische Gedächtniskirche dem Neubau ihren Segen erteilten. Mehrfach wurde dem Ehepaar Ulrike und Dr. Dietrich Reinking für ihr großes Engagement bei der Betreuung des Baus gedankt. „Dass Dietrich an Heiligabend drei Stunden lang die verstopfte Pumpe gereinigt hat, ist nur ein Beispiel“, so Sukop.

Sein Stellvertreter Reinking hatte imposante Zahlen aufzuweisen: Für die 400 Quadratmeter große Geräteturnhalle und die 140 Quadratmeter große Gymnastikhalle sowie die Nebenräume wurden 67 Tonnen Stahlkonstruktion und 760 Tonnen Beton-Fertigteile verbaut, 12 500 Meter Elektrokabel sowie 5800 Meter Leitungen für die Fußbodenheizung verlegt, und mit einer 15 000-Liter-Zisterne ist man auch bei Starkregen gegen Überflutung gewappnet.

1200 Schaumstoffwürfel

Die absoluten Höhepunkte konnten die Gäste dann in der Geräteturnhalle erleben: Zum einen wurde eine auf 2270 Stahlfedern gelagerte 14 mal 14 Meter große Kunstturnmatte eingebaut, zum zweiten verfügt die SGK ab sofort über eine „Schnitzelgrube“. Dabei handelt es sich nicht etwa um ein „neues Kirdorfer Gastronomiekonzept“, wie OB Hetjes scherzhaft vermutete, sondern um ein in der Region einmaliges, 30 Kubikmeter großes Grubensystem unter dem Reck und dem Stufenbarren. Darin sorgen 1200 Schaumstoffwürfel dafür, dass die Athleten weich fallen, wenn sie mal einen unsauberen oder unfreiwilligen „Abgang“ machen.

Beide Besonderheiten wurden von Nachwuchsturnern des Hessischen Leistungszentrums in Frankfurt live präsentiert. Zur großen Begeisterung der Gäste führten die sieben 11- bis 18-Jährigen am Boden, am Pferd und am Reck vor, wofür sich 20 bis 25 Trainingsstunden pro Woche auszahlen. Dass die Athleten zwischen zwei Trainingseinheiten mit Landestrainer Dirk Speier eigens nach Kirdorf gekommen waren, hatte seinen Grund: Im Kader des Leistungszentrums turnen Gabor Sutterlüty, Daniel Ruobo und Jukka Ole Nissinen. Und die drei haben ihre sportlichen Wurzeln bei der SGK Bad Homburg, wo ihr Talent entdeckt und gefördert wurde. Nächstes Wochenende hätten sie keine Zeit gehabt, da treten die Leistungsturner bei einem internationalen Turnier in Berlin an.

VON MONIKA MELZER-HADJI

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