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Wie gefragt ist der Taunus bei Campern?

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Freiheit auf Rädern: Wohnmobile auf dem Parkplatz eines Händlers in Friedrichsdorf.
Freiheit auf Rädern: Wohnmobile auf dem Parkplatz eines Händlers in Friedrichsdorf. © map

In der Pandemie haben sich viele Menschen ein Wohnmobil zugelegt und machen Urlaub auf Rädern. Auch im Taunus?

Hochtaunus -In manchen Wohnstraßen ist es ziemlich eng geworden, weil zunehmend Wohnmobile am Straßenrand abgestellt sind. Andere stehen wie Ungetüme direkt neben den Privathäusern auf den Grundstücken.

Zahlen des Kraftfahrbundesamtes für den Hochtaunuskreis belegen, dass sich die Zahl der im Hochtaunuskreis zugelassenen Wohnmobile seit 2010 auf nunmehr 1687 fast verdoppelt hat. Während der Einschränkungen der Corona-Pandemie folgten viele Menschen dem Lockruf der Freiheit und Flexibilität und kauften sich eines jener mobilen Urlaubsquartiere. „Das Interesse an Wohnmobilen ist ungebrochen. Wir gehen von einer gleichbleibenden Nachfrage und den damit verbundenen Umsätzen aus. Bei der Vermietung rechnen wir aber mit einer weiteren Steigerung“, teilt Bianca Seebald von „Wohnmobile United“ in Friedrichsdorf mit. Zwar hat der Camping-Boom schon vor Corona eingesetzt, durch die Pandemie hat er aber erst so richtig an Fahrt aufgenommen: Innerhalb von vier Jahren haben sich etwa die Wohnmobil-Zulassungen in ganz Deutschland mehr als verdoppelt. Viele bauten während der Pandemie deshalb kurzerhand einen Kastenwagen um, kauften ein Wohnmobil oder einen Wohnwagen - und machten Urlaub auf Rädern, am Bodensee, in der Toscana, am Gardasee, unabhängig, flexibel und individuell.

Und im Taunus? Der Hochtaunuskreis ist für potenzielle Touristen aus diesem Segment zwar gerüstet - aber für Wohnmobil-Reisende offenbar auch nicht besonders gefragt. In der zweiten Auflage der Broschüre „Wohnmobil & Caravan“ des Taunus Touristik Services (2021) sind 18 offizielle Standorte im gesamten Taunus für Wohnmobil-Touristen ausgewiesen - aber nur fünf im Hochtaunuskreis. Einer davon befindet sich unweit des Taunus Informationszentrums an der Hohe Mark. Nach Auskunft der Stadt Oberursel sind die dortigen fünf Stellplätze für Reisemobile in den Sommermonaten aber nie komplett ausgelastet. Im Stadtparlament Oberursel wurde jüngst ein Antrag, auf dem Parkplatz „An der Bleiche“ weitere Stellplätze auszuweisen, abgelehnt.

„Mit den Stellplätzen auf dem Lindenhof verfügt Bad Homburg über ein attraktives Angebot für Wohnmobil-Touristen“, lautet die Antwort der Stadt Bad Homburg auf eine Anfrage dieser Zeitung. „Die Ausweisung weiterer Stellplätze ist nicht geplant, weil die Nachfrage für Wohnmobil-Aufenthalte überschaubar ist.“

Da in Kronberg bislang nur „wild“ auf öffentlichen Parkplätzen gecampt wird, möchte die Stadt hingegen am Waldschwimmbad oder am Bahnhof für „Wohnmobilisten“ ein entsprechendes Angebot schaffen. „Für eine infrage kommende Fläche gibt es bereits einen interessierten Betreiber“, teilt die Stadt mit. Im Usinger Land weist der Taunus-Wohnmobilführer des TTS zudem den Großparkplatz am Freilichtmuseum Hessenpark, die zwei Plätze auf dem Waldzeltplatz in Usingen-Eschbach sowie das Taunus Mobilcamp in Weilrod aus.

Einziger professioneller Camping-Park in Weilrod

Mit 42 Stellplätzen ist dieser auch der einzige professionell betriebene Standort im Hochtaunus. Direkt an der B275 im Weiltal gelegen, ist der Platz großzügig angelegt und mit gepflegten Sanitär- und Waschräumen ausgestattet. „Ich werde ab März offiziell als Mieter den Betrieb des Taunus Mobilcamps übernehmen“, teilt Tom Hornig auf Anfrage mit. Seit über zwei Jahren bietet er bereits ein gastronomisches Angebot für die dortigen Caravan-Urlauber in der benachbarten „Onkel Toms Hütte“ an. Sein Bistro ist einerseits Treffpunkt für Bürger aus den benachbarten Ortschaften, andererseits auch bei Durchreisenden als Raststation gefragt. „In den ersten Jahren nach der Eröffnung verlief die Belegung nur schleppend. Zuletzt aber waren während der Saison etwa 250 bis 300 Camper pro Monat zu Gast“, teilt Ingrid Buhlmann mit, die mit ihrem Mann Erhard das zwischen Weil und Bundesstraße gelegene Camp vor etwa 15 Jahren gegründet, während der Pandemie aber verkauft hatte. Für Weilrods Bürgermeister ist das dortige Ensemble von Camp und Gastronomie eine „Institution im Weiltal“ geworden. „Das Konzept der Buhlmanns war vor allem wegen der Sauberkeit und der angebotenen Möglichkeiten sehr beliebt“, sagt Götz Esser (FWG). Er ist froh, dass nach dem Abschied des Gründer-Ehepaares mit dem neuen Mieter und Pächter für Touristen auch weiter der Standort gesichert ist.

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