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Ruben Morais trainiert am Climber im Kur Royal Aktiv seine Ausdauer und das Herzkreislaufsystem.

Gesundheitsstandort

Kur Royal Aktiv in Bad Homburg: „Wir sind keine klassische Muckibude“

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Schwitzen im Kurparkheu, „BMW“ gegen die Bauchproblemzone. Und dann in die neue Salzgrotte. Kurdirektor Holger Reuter über Kur Royal Aktiv und Kur Royal Day Spa im „Gesundheitsstandort“ Bad Homburg.

Nichts im Entree deutet daraufhin, dass hier Muskeln aufgebaut, Kalorien verbrannt und eine sportliche Figur erlangt werden. Der helldunkelgestreifte Holzfußboden glänzt, die Luft ist rein, hinter den großen Glasscheiben liegt der winterliche Kurpark. Die einzige, wenn auch unmissverständliche Aufforderung sind, wenn man den geräumigen Sportsaal des „Kur Royal Aktiv“ in Augenschein nimmt, die Geräte, etwa sechzig an der Zahl, auf zwei Etagen.

Laufbänder, Ergometer, Cross- und Faszientrainer und der letzte Schrei, der „Climber“, ein Treppensteigegerät, an dem sich vier Stufen unaufhaltsam nach oben bewegen. „Das trainiert Ausdauer, Herzkreislauf und die Gesäßmuskulatur“, sagt die Sportwissenschaftlerin Eva Grossmann. Zwischen 9 und 11 Uhr und abends bis 22 Uhr trainieren hier die meisten Gäste.

Problemzone Bauch

In den Räumen der legendären Tennisbar ist es schon immer bewegt zugegangen. Seit 2008 dient der historische Ort am Rande des ältesten Tennisplatzes auf dem Kontinent nun strukturierter Bewegung. Der Kursplan enthält BBP für Bauch, Beine und Po, BMW – die Abkürzung steht nicht etwa für eine Automarke, sondern für „Bauch muss weg“ – für den Bauch als „Problemzone“, etwa „Box und Drill“, fitnesssteigernde Beweglichkeit, oder „Brasil Dance“.

In der neuen Salzgrotte können Besucher des Kur Royal Day Spa entspannen.

Kurdirektor Holger Reuter, seit nunmehr 32 Jahren in der Kur- und Kongreß GmbH tätig, kennt die sportlichen Unterfangen „Kur Royal Aktiv“ und „Kur Royal Day Spa“ aus dem Effeff und vom ersten Tag an. Der 48 Jahre alte Geschäftsführer sagt: „Die Gesundheit ist eine unserer Kernaufgaben. Als die althergebrachte Kur niederging, haben wir mit dem damaligen Kurdirektor Peter Bruckmaier überlegt, wie wir den Gesundheitsstandort Bad Homburg erhalten und wirtschaftlicher machen. Es ging darum, der Stadt die Kur auf Dauer zu erhalten, und wir kamen zu dem Schluss, wir müssten das unabhängig von den Krankenkassen tun.“ Warum das so ist verdeutlicht Reuter an einem Beispiel, denn von den 9,48 Euro, welche die Kasse etwa für eine Massage von 25 Minuten zahle, lasse sich kein Mitarbeiter finanzieren.

Regelmäßig investiert

Das im Jahr 2001 im Kaiser-Wilhelms-Bad eingerichtete „Kur Royal Day Spa“ spiele im Namen auf die Tradition des Bades an. Im Jahr 2008 kam dann „Kur Royal Aktiv“ dazu. „Jetzt hatten wir sowohl Entspannung als auch Fitness zu bieten“, sagt Reuter. In beide Sparten werde regelmäßig investiert, würden Wünsche der Besucher berücksichtigt und die technische Entwicklung.

Im Fitnesscenter, das zur Premium-Kategorie gehöre, seien etwa die persönlichen Daten der Mitglieder digitalisiert worden. Trainer passten die Pläne an die Leistung an. Man operiere mit modernsten Geräten. Reuter: „Unsere Mitglieder sind zwischen 18 und 80 Jahren. Wir sind gut dabei im Wettbewerb, haben geringe Kündigungsquoten. Eine klassische Muckibude sind wir nicht, die Musik ist dezent.“

Wie andere Kurstädte auch unterstütze die Stadt das Kurwesen finanziell. Bad Homburg gehöre nach wie vor zum höchsten Standard der deutschen Heilbäder und Kurorte. Reuter: „Das muss man mit entsprechenden finanziellen Mitteln erhalten. Kur Royal zählt zu den namhaftesten Day Spas in Deutschland.“

Neu im Angebot sei etwa der Salinenpark mit Traumreise, auf die Videos und entspannende Musik die Betrachter schicken, und die Salzgrotte. Außerdem hätten die Gäste eine richtig heiße Sauna verlangt und schwitzten nun bei 90 und mehr Grad. Ein Hit sei nach wie vor das Heubad „mit echtem hochwertigen Kurparkheu“, wie Reuter versichert..

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