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Liebt es, politische „Basisarbeit“ in seiner Heimatstadt zu erledigen: der stellvertretende FDP-Ortsvorsitzende Tim Hordorff.

Politik

Tim Hordorff ist ein Hoffnungsträger der Liberalen - Jetzt ist er bereits stellvertretender Vorsitzender

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Die FDP Bad Homburg zählte bei der Kommunalwahl 2016 zu den großen Gewinnern und räumte ordentlich ab. 10,7 Prozent, ein Plus von 3,6 Prozent – also damit hätten die Liberalen fast schon Chancen aufs Mitregieren gehabt. Die CDU setzte aber doch lieber auf die SPD. Das soll sich mit der nächsten Kommunalwahl ändern, sagt der stellvertretende Ortsvorsteher der FDP, Tim Hordorff, der zugleich für das steht, was Fraktionschef Wolfgang Hof schon lange angekündigt hat: die Verjüngerung.

Er strahlt so unbefangen, redet, ohne bei jedem zweiten Wort „aber schreiben Sie das jetzt nicht“ zu sagen und hat offensichtlich Spaß an dem, was er tut: Tim Hordorff, der stellvertretende Ortsvorstehende der Bad Homburger FDP. Im November haben ihn die Mitglieder in diesen Posten gewählt, nachdem er zuvor schon im Vorstand mitarbeitete. Mehr noch, FDP-Ortsvorsitzender Dr. Rudolf Pietzke hat offensichtlich Großes mit ihm vor. Denn im Rahmen einer Pressemitteilung erklärte er: „Mit Tim haben wir einen talentierten und trotz seiner Jugend schon erfahrenen Politiker, der auch zu gegebener Zeit den Vorsitz übernehmen kann.“

„Menschen jeden Alters“

Deutlicher könnte er kaum sagen, wohin die Reise für die Homburger FDP gehen soll, und auch kaum deutlicher machen, dass die Liberalen nun offenkundig jenen Generationswechsel anstreben, von dem FDP-Fraktionschef Wolfgang Hof ja nun schon lange spricht.

Hordorff indes, will von Generationenwechsel gar nichts hören. Er sagt: „Es macht das Leben einer Partei doch gerade spannend, dass Menschen jeden Alters sich darin wiederfinden. Und ich für meinen Teil finde es großartig, dass ich als junger Mensch die Möglichkeit habe, mit einem solch klasse Team zusammenzuarbeiten und mit solch erfahrenen Politikern wie unter anderen Wolfgang Hof oder Ulrich Cannawurf, die seit Jahrzehnten dabei sind, auszutauschen – und mit ihnen gemeinsam Ziele für die Homburger FDP zu erarbeiten.“

Bescheiden ist Hordorff. Aber verstecken muss er sich auch nicht. Der 25 Jahre alte Student – Jura und BWL in Marburg hat er aufgegeben, um stattdessen an der Fernuniversität in Hagen Politikwissenschaften zu studieren, „was ich eigentlich schon immer machen und von Anfang an hätte machen sollen“, – ist praktisch von Kindesbeinen an in der Lokalpolitik unterwegs.

Anfangs war die CDU seine politische Heimat. Im Alter von zwölf Jahren schon war er in der Schülerunion aktiv, danach in der Jungen Union, mit 16 Jahren in der CDU. Mit 18 wurde er dann als jüngster Abgeordneter ins Bad Homburger Stadtparlament gewählt. Obwohl er nur auf Listenplatz 40 gestartet war, wurde er auf Platz 20 katapultiert. „Das war unglaublich und hat mich mit großem Stolz erfüllt“, erinnert sich Hordorff.

Als er sein Studium in Marburg startete, gab er sein Mandat zurück. „Es wäre nicht gegangen, mindestens ein Mal in der Woche zu den Sitzungen zurück nach Bad Homburg zu kommen, da hätte ich es nicht fair gefunden, den Platz zu blockieren.“

Tatsache ist, dass er inzwischen auch mit den Christdemokraten haderte. Und sich 2015 entschloss, aus der CDU auszutreten und kurz darauf in die FDP einzutreten. „Hier habe ich meine politische Heimat gefunden, kann mich mit den Wirtschafts- und Verkehrsthemen gut anfreunden“, sagt Hordorff und lobt die Arbeit mit seinen Teamkollegen, allen voran Philipp Herbold. „Er wäre meiner Meinung nach ein toller hauptamtlicher Stadtrat geworden“, ist Tim Hordorff überzeugt.

Zur Erinnerung: In der Sitzung der Stadtverordnetenversammlung am 2. November 2017 stand die Wahl eines neuen hauptamtlichen Stadtrats an. Die FDP schickte Philipp Herbold ins Rennen, der auch 19 von 20 Stimmen der Opposition für sich gewinnen konnte. Gewählt wurde aber mit der Stimmenmehrheit der Koalition aus CDU und SPD Lucia Lewalter-Schoor (SPD).

Über seine eigene Karriere mag Hordorff gar nicht sprechen. „Ich finde es einfach toll, Basisarbeit hier in Homburg zu leisten, das macht mir riesigen Spaß, denn es ist ja meine Heimatstadt. Es ist nicht so, dass ich eine politische Karriere plane. Ich arbeite an Verbesserungen für alle Bad Homburger.“

Die Kommunalwahl 2021 im Blick („Wir wollen natürlich endlich wieder mitregieren“), will Hordorff zwar noch nicht zu viel verraten. Allerdings: Das Kinoprojekt und das Thema Verkehr werden sicherlich eine große Rolle bei unserem Wahlkampf spielen. Zum Gespräch in die TZ zum Beispiel sei er direkt aus Wiesbaden, wo er seit 1. Januar Mitarbeiter des ehemaligen Steinbacher Bürgermeisters und neuen Landtagsabgeordneten Dr. Stefan Naas ist, gekommen, und hat in der Kurhausgarage geparkt. „Die Hälfte marode und gesperrt, die andere Hälfte eng. Das kann so nicht weitergehen“, sagt er.

Verkehrskonzept

Überhaupt sei das Verkehrskonzept der Stadt aus FDP-Sicht doch eher „Stückwerk“: „Hier mal ein bisschen was für die Radfahrer, dort mal ein bisschen was für die Radfahrer. Mir fehlt ehrlich gesagt ein Gesamtkonzept, vor allem eines, das alle Verkehrsteilnehmer berücksichtigt.“

Und was das Kino betrifft: „Ich mache keinen Hehl daraus, dass ich gerne ein Kino am Bahnhof hätte, bin ja selbst ein großer Kinogänger. Allerdings: Nicht um jeden Preis.“ Es könne doch nicht sein, dass die Stadt mit Steuergeldern ein Kino subventioniere. Er hoffe, dass da eine andere Lösung gefunden werde. Hordorff sagt: „Mein Traum wäre es, wenn sich ein Investor fände, der einfach alles an diesem Standort machte: Büros, Tiefgarage, Kino.“

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