Fürs ehemalige Kreiskrankenhaus und das umliegende Areal ist ein Investor gefunden. Das letzte Wort hat der Kreistag.
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Fürs ehemalige Kreiskrankenhaus und das umliegende Areal ist ein Investor gefunden. Das letzte Wort hat der Kreistag.

Wohngebiet

Wohngebiet im Hochtaunus: Kreis-Finanzausschuss segnet Klinik-Deal ab

Wohngebiet statt altem Kreiskrankenhaus? Die Letzte Entscheidung fällt kommenden Montag im Kreistag.

Hochtaunus - Auf dem Areal des alten Kreiskrankenhauses an der Urseler Straße könnte, die Zustimmung der Mitglieder des Kreistags am Montag, 8. Februar, vorausgesetzt, ein neues innerstädtisches Wohngebiet entstehen. Bezahlbarer Wohnraum inklusive. Die vorletzte Weiche für den Deal wurde jedenfalls gestellt, am Montagabend stimmten die Mitglieder des Haupt- und Finanzausschusses des Kreises bei einer Gegenstimme seitens der AfD mehrheitlich für das Vorhaben.

Dem Votum vorausgegangen war zunächst eine offenkundige Zufriedenheit der Koalitionäre aus CDU und SPD, allen voran bei Dr. Stephan Wetzel, dem Partei- und Fraktionschef der Hochtaunus-Genossen. Er sagte: "Wir werden der Vorlage mit großer Freude zustimmen, zumal sie monetär sogar den Haushaltsansatz übertrifft und mit einer vereinbarten Netto-Kaltmiete von zehn Euro ein geradezu fantastisches Ergebnis ist." Das zeige, dass, wenn man sich bemühe, man etwas erreichen könne. Der Deal löse zwar nicht alle Wohnprobleme in Bad Homburg, sei aber "ein erster wichtiger Schritt".

Zur Erinnerung: Für das alte Klinikareal ist ein Investor gefunden, und der soll die insgesamt 28 661 Quadratmeter Grundstücksflächen - eine Teilfläche, auf der die Stadt eine Kindertagesstätte nebst Außenanlagen und Stellplätzen bauen will, war nicht Gegenstand des Bieterverfahrens - von insgesamt vier Flurstücken zu einem, wie es in der Vorlage heißt, "Mindestpreis" von 50,4 Millionen Euro vom Kreis abkaufen.

Mehr Auslastung bedeutet mehr Geld

Vorbehaltlich einer Prüfung im Bebauungsplanverfahren soll für das Gesamtareal eine Bruttogeschossfläche fürs Thema "Wohnen" von etwa 33 600 Quadratmetern zuzüglich der Bruttogeschossflächen von Tiefgaragen und Untergeschoss gelten. Weiterhin soll der Investor in seinem Konzept zur Schaffung des vertraglich vom Kreis vorgegebenen bezahlbaren Wohnraums beabsichtigen, 3377 Quadratmeter Bruttogeschossfläche in 40 Wohneinheiten für bezahlbaren Wohnraum zu errichten, sogar 177 Quadratmeter Bruttogeschossfläche mehr als eigentlich gefordert.

Alles prima, fanden auch die Grünen, aber was soll das vorgeschobene "Mindest" vor dem Wort Kaufpreis?, hakte Carsten Filges (Grüne) noch mal nach. André Meyer vom Bereich Gebäudebereitstellung und Immobilienmanagement des Kreises erklärte: "Die 50,4 Millionen Euro sind der Mindestpreis für die 33 600 Quadratmeter. Sollte sich im Rahmen des B-Plan-Verfahrens ergeben, dass eine höhere Ausnutzung besteht, dann wird pro Quadratmeter ein Nachtrag von 1500 Euro vom Investor geleistet."

Norman Dießner (Grüne) wollte wissen, welche energetischen Grobkonzepte nun besonders für diesen speziellen Investor gesprochen hätten, kurzum, was dessen Konzept aus energetischer Sicht so überzeugend gemacht hätte. Auch da kam Meyer zu Wort und erklärte, unter anderem zählten gut konzipierte Themen wie Brennstoffzellen und Photovoltaik zu den herausragenden Konzept-Kriterien besagten Investors.

Miete definitiv bei zehn Euro kalt

Und was ist mit dem Mietzins über zehn Euro?, hakte Dießner nach. Wenn er es richtig verstanden habe, gingen die Wohnungen gar nicht in die Direktvermietung, sondern über einen Hauptmieter. Ob sichergestellt sei, dass die künftigen Mieter da nicht doch mehr als die zehn Euro zu zahlen hätten. Darauf gab Landrat Ulrich Krebs (CDU) sein Wort: "Das ist sichergestellt."

Das Thema Geld ließ nun aber der AfD keine Ruhe. Dr. Ileana Aura Vogel sagte nämlich, sie haben von einem Bieter gehört, der sogar 63 Millionen Euro für das Areal habe bieten wollen, aber ob der Kürze der Ausschreibungsfrist sich nicht habe bewerben können. Sie plädiere daher dafür, die ganze Sache neu zu bewerten, damit dem Kreis nicht so viele Millionen durch die Lappen gingen.

Landrat Krebs erinnerte mit stoischer Ruhe daran, dass es ein korrektes Vergabeverfahren gegeben habe und man nun nachträglich nicht einseitig neue Kriterien oder Fristen festlegen könne. Zumal es ja 43 Interessenten gegeben hatte, die fristgerecht ein Angebot hatten abliefern können.

Von Sabine Münstermann

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