Sie wollen die Beziehungen zu Lijiang ausbauen

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Lijiang liegt nicht gerade um die Ecke. Doch das hält eine Gruppe Homburger nicht davon ab, einen Verein zur Förderung der Freundschaft mit der chinesischen Stadt zu gründen.

Die Reisen in die südwestchinesische Provinz Yunnan, in der auch die Unesco-Weltkulturerbestadt Lijiang liegt, haben Bernd Vorlaeufer-Germer wie auch andere Teilnehmer beeindruckt. „Wir sind beseelt zurückgekommen“, sagt Vorlaeufer-Germer. Das Interesse der Reisenden an der Region ist nachhaltig geweckt, und so wollen sie nun die Beziehungen dorthin ausbauen. Dazu planen sie die Gründung eines Vereins zur Förderung der Freundschaft zwischen Bad Homburg und Lijang, so der Arbeitstitel. Außer Vorlaeufer-Germer, Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB) und der Volkshochschule (VHS), Arbeit und Leben Hochtaunus, der die zwei Reisen (2013 und 2015) im Auftrag der VHS organisiert hatte, arbeiten auch die Reiseteilnehmer Sigrid Deussen, Hellmuth Bollmann und Peter Schmarr intensiv an der Vereinsgründung mit. Sie soll voraussichtlich im Sommer stattfinden. Insgesamt zählten rund 15 Mitreisende zu den Unterstützern, so Vorlaeufer-Germer.

Dass das Interesse auch auf chinesischer Seite groß ist, erfuhr die Gruppe in Gesprächen mit offiziellen Vertretern von Lijiang, so mit dem Direktor für auswärtige Angelegenheiten, Li Guowu. Man wolle etwa deutsche Lehrer nach Lijiang einladen, wo es rund 15 000 Studenten gebe. Deutschland hat ein sehr gutes Image in China, betont Vorlaeufer-Germer. Man schätze deutsche Technologie, aber es bestehe auch Interesse an den Menschen.

„Wir können uns vorstellen, Begegnungen mit Vertretern von Vereinen, Feuerwehren oder Musikgruppen zu organisieren“, sagt Vorlaeufer-Germer. Auch auf der Ebene der Kunst könnte es Kontakte geben und etwa ein chinesischer Künstler zu den Blickachsen eingeladen werden. Natürlich könne auch die hiesige Wirtschaft profitieren („die Chinesen sind sehr kauffreudig“) wie auch die Spielbank. Auch sei das Interesse der Chinesen an Kultur sehr groß, ergänzt Sigrid Deussen.

In der Politik wird derweil schon seit längerem über eine engere Verbindung oder gar eine Städtepartnerschaft zu Lijang kontrovers diskutiert. Oberbürgermeister Michael Korwisi (Grüne) ist bekanntlich ein China-Fan. Die Stadt pflegt bereits seit mehreren Jahren Kontakte zu Lijiang, es gibt etwa einen Jugendaustausch. „Ich begrüße die Vereinsgründung“, sagt Korwisi. Er hatte der Reisegruppe auch ein Empfehlungsschreiben für ihre offiziellen Treffen in Lijiang mitgegeben, berichtet Vorlaeufer-Germer.

Dass aus dem Freundschaftsverein mehr wird, dürfte auf politischer Ebene umstritten sein. So spricht sich die SPD klar gegen eine Städtepartnerschaft aus, da sie zu teuer und zu aufwendig sei, sagt Fraktionsvorsitzender Jürgen Stamm auf TZ-Anfrage. Außerdem halte die SPD es für sinnvoller, die bisherigen Partnerschaften mit Leben zu füllen. Im Januar hatten die Genossen bereits einen Antrag formuliert – der allerdings nicht zur Abstimmung kam –, in dem sie den Magistrat aufforderten, „seine Bemühungen mit dem Ziel einer Städtepartnerschaft mit der chinesischen Provinz Lijiang einzustellen“. Gegen die Gründung eines Freundschaftsvereins habe man natürlich nichts einzuwenden, betont Stamm. „Dem stehen wir wohlwollend gegenüber.“

Irritiert über die geplante Vereinsgründung ist hingegen Peter Braun, Vorsitzender des Bad Homburger Städtepartnerschaftsvereins: „Wir hätten es gut gefunden, mit uns Kontakt aufzunehmen.“ Die Vereinsgründung habe nichts mit dem Partnerschaftsverein zu tun, sagt Vorlaeufer-Germer. Auch von politischen Diskussionen wolle man sich fernhalten. „Uns geht es um bürgerschaftliches Engagement“, betont er.

Wer an der Vereinsgründung mitwirken möchte, kann sich an Bernd Vorlaeufer-Germer wenden, E-Mail arbeit-und-leben@online.de, Telefon (0 61 72) 92 10 02.

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