+
Das D auf der schwarzen Kappe steht für Deutschland: Christoph Ehrich von den Bad Homburg Hornets.

Baseball

Zwischenstopp Panama, Ziel US-College

  • schließen

Auch wenn es in der Endabrechnung nur für den vorletzten Platz reichte: Die U 15-Weltmeisterschaft in Panama an sich war schon ein besonderes Erlebnis für Christoph Ehrich von den Bad Homburg Hornets.

Im siebten von acht Spielen klappte es. 5:0 lautete das Endresultat für Deutschland gegen Südafrika bei der Weltmeisterschaft der U15-Junioren in Panama. Tags zuvor hatte die Auswahl des Deutschen Baseball- und Softball-Verbands (DBV) eine knappe Niederlage (3:4) hinnehmen müssen – und das ausgerechnet im Duell mit dem zweiten Vertreter aus Europa: die Niederlande. Vor einem Jahr, bei der Europameisterschaft in Wiener Neustadt, hatte sich das DBV-Team gegen den Nachbarn den Titel geholt. „Wir sind in etwa gleichstark“, sagt Christoph Ehrich, Pitcher und Centerfielder des Zweitligisten Bad Homburg Hornets.

Groß war bei dem 15-jährigen Jungen die Hoffnung nicht, auch bei der WM etwas reißen zu können. Zum einen ist das Niveau auf dieser Ebene ungleich höher, zum anderen durften aus Altersgründen die meisten nicht mehr mitwirken, die sich 2017 in Österreich zum Europameister „kürten“. Allerdings bot die Weltmeisterschaft für den Bad Homburger und seine Mitspieler die einzigartige Gelegenheit, viel Erfahrung zu sammeln im Kreis der Besten.

Gegen den Weltranglistensechsten Taiwan schnupperte Ehrich mit seiner Mannschaft immerhin sogar an einer Überraschung, mit der besten Leistung musste man sich knapp geschlagen geben (3:6). Deutschland unterlag in seinem letzten Match mit Ehrich und dem zweiten Bad Homburger Joshua Harrison dann noch Australien (2:8) und wurde Elfter.

„Es war eine enorme Belastung“, betont Ehrich, binnen zehn Tagen acht WM-Spiele zu bestreiten. Weltmeister wurden die USA, die im Finale Panama mit 7:1 besiegten. Im Gastgeberland aus Mittelamerika seien viele Menschen so baseballverrückt wie in den Vereinigten Staaten.

Auch wenn es ein weiter und harter Weg ist: Christoph Ehrich hat sich zum Ziel gesetzt, den Sprung nach Übersee, in die Major League Baseball (MLB), zu schaffen. Zunächst hat aber für den 15-Jährigen das Abitur Vorrang, danach möchte er versuchen, als Baseballer an einem College in den USA zu studieren. Und dann gilt es sich hochzudienen in einem Nachwuchsteam eines Proficlubs, insofern man die Chance dazu erhält.

Vorbild in Deutschland ist Max Kepler (25), der in der MLB für die Minnesota Twins den Korkball wirft und schlägt. „Übers Internet verfolge ich Spiele der MLB“, sagt Ehrich, der so kontinuierlich Einblick genießt, was auf dem allerhöchsten Niveau als Baseballer alles erforderlich ist.

Für einen der stärkten deutschen Akteure des Jahrgangs 2003 steht zunächst aber die 2. Bundesliga auf dem Programm. 2015 war Christoph Ehrich, der bei seiner Familie in Erfurt lebt, zu den Bad Homburg Hornets gekommen. Sein voriges Team im fränkischen Kronach bei Bamberg hatte sich aufgelöst, somit ging es auf Suche nach einem anderen. Da Baseball im Osten der Republik keinen besonderen Stellenwert hat, entschied er sich für Bad Homburg.

Bei den Erfurt Latinos wird trainiert und für die „Hornissen“ gespielt. Das bedeutet für ihn rund 500 Kilometer für Hin- und Rückfahrt. „2018 war ich fast bei jedem Spiel in Bad Homburg“, sagt Ehrich. Nach dem Bundesliga-Abstieg vor einem Jahr setzt der Club vor allem auf junge Spieler. Dieser Weg wird fortgesetzt – auch mit Christoph Ehrich. „Das Team bleibt zusammen. Ich werde bei den Junioren, vor allem aber in der 2. Bundesliga eingesetzt“, sagt er.

Eine Großveranstaltung wie 2017 in Österreich und nun in Panama wird Christoph Ehrich 2019 wohl nicht erleben. Für die U 15 darf er nicht mehr spielen, und ob er es gleich in den U18-Auswahlkader schafft, hält das Baseball-Talent nicht unbedingt für wahrscheinlich. Das sollte ihn allerdings nicht davon abhalten, wieder eine Stufe höher zu kommen.

Unterstützung erhält er auch von Mutter Katrin – sie spielt in Erfurt im Team der Herren. „Christoph ist schon, seit er laufen kann, immer mit auf dem Baseballplatz gewesen und hat als Dreijähriger fleißig geübt“, sagt sie. Nun gilt es für ihn, weiter für seinen großen Traum zu trainieren.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare