Das Frauenbildungszentrum ist jetzt im Hess-Natur-Gebäude am Hessenring beheimatet. Abends gibt es sogar Parkplätze. fotos: reichwein
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Das Frauenbildungszentrum ist jetzt im Hess-Natur-Gebäude am Hessenring beheimatet. Abends gibt es sogar Parkplätze. 

Umzug

Rettung in letzter Minute für das Frauenbildungszentrum

  • Anke Hillebrecht
    vonAnke Hillebrecht
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Die 32 Jahre alte Einrichtung in Bad Homburg hat neue Räume im Hessenring gefunden. 

Bad Homburg – Der Abschiedsbrief an die Mitglieder war schon geschrieben, die Referentin fürs Abschiedsfrühstück bereits eingeladen. Denn vor einem Jahr hatte das Frauenbildungszentrum (FBZ) vom Vermieter seiner langjährigen Immobilie in der Kirdorfer Straße 77 die Kündigung erhalten. Lange hatte sich das Führungsteam, auch mit Hilfe der Stadt, vergeblich um neue Räume bemüht. "Wir dachten, dass wir nach mehr 30 Jahren schließen müssen", sagt Vorstandsfrau Gabriele Dingel.

Doch besagter Abschiedsbrief wurde im Oktober auch von der Eigentümerin des "Livipur"-Ladens am Hessenring gelesen. Sie bot den Frauen Büroräume im Erdgeschoss an - und diese erwiesen sich als geeignet. "Die Räume haben uns gefunden", freut sich Edith Kempf-Schindler, zuständig für die Finanzen und wie Dingel seit 1988 im FBZ tätig. "Das war Rettung in letzter Minute."

So manche Immobilie haben sich die Frauen angesehen; entweder waren sie unerschwinglich, ungünstig gelegen oder schlicht nicht geeignet für den Seminarbetrieb. Die Etage im Hessenring dagegen liegt zentral in Bahnhofs- sowie belebter Innenstadtnähe und bietet drei größere Räume für die Kurse, Empfangs- und einen Büroraum. Und abends oder sonntags, wenn das benachbarte Naturtextil-Geschäft geschlossen hat, können die Kursteilnehmerinnen sogar dessen Parkplatz nutzen.

Mit 130 Quadratmetern sind die Räume zwar kleiner als die vorherigen; in Kirdorf ging aber viel Raum durch Gänge verloren. Das ist im Hessenring anders. Vom größten Raum blickt man direkt auf Parkplatz und Hessenring. Er ist länglich, hat Laminat und auf einer Längsseite eine Spiegelwand. "Er wurde zuvor von einem Fotografen benutzt", erzählt Dagmar Witt, die sich im FBZ um die Organisation kümmert. Dieser Raum ist damit wie geschaffen für Yoga- und sonstige Bewegungskurse. Die neuen Räume würden von den Teilnehmerinnen gut angenommen, erzählt Carola Paul-Scharf, die gemeinsam mit Dingel und Anne Schwendner den Vorstand bildet.

Das Leitungsteam mit Dagmar Witt, Gabriele Dingel, Carola Paul-Scharf und Edith Kempf-Schindler (v. li.) im neuen Bewegungsraum.

Nun, da die Frauen mit viel Eigeninitiative die Renovierung ihrer neue Räume geschafft haben, hat auch das Frühjahrssemester begonnen. In die meisten Kurse kann man noch einsteigen; das Programm findet sich auf www.frauenbildungszentrum.de oder im gedruckten roten Heftchen. Das Programm erfreut sich größerer Beliebtheit; 2018 wurden die 1500 Unterrichtsstunden in 185 Kursen von 1300 Frauen besucht. Die meisten sind zwischen 40 und 60, die älteste ist über 80. Gerade die Bewerbungsworkshops haben aber auch junge Interessentinnen.

Von anderen Bildungseinrichtungen wie der Volkshochschule hebt sich das FBZ dadurch ab, dass Frauen in seinen Kursen unter sich sind. "Gerade bei den körperbetonten Angeboten ist das gewünscht", berichtet Carola Paul-Scharf. Doch es gibt auch Ausnahmen, etwa Vorträge, zu denen auch Männer eingeladen sind. Die Stadt fürdert das FBZ mit jährlich 20 000 Euro, und auch der Kreis gibt einen Obolus. "Jetzt brauchen wir nur noch neue Computer", sagt Edith Kempf-Schindler - Laptops, damit das Büro auch als Kursraum genutzt werden kann.

Für den Weltfrauentag, Sonntag, 8. März, lädt das Frauenbildungszentrum zum "Tag der offenen Tür" in seinen neuen Räumen am Hessenring 84 ein. Der Eingang befindet sich hinter dem Gebäudekomplex.

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