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Über dieses Förderband rattert der abgefräste Asphalt.

Auf der Kanonenstraße wird der Asphalt erneuert – Umleitung funktioniert

Bauarbeiten auf der L 3004: Einsatz für die ganz Großen

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Zwischen Applauskurve und Sandplacken wird seit Montag gebaut. Die Straßendecke wird bis Ostern für 425 000 Euro erneuert. Die Staus im Berufsverkehr scheinen sich laut Polizei in Grenzen zu halten.

Es sind zwei Hauptachsen für Pendler: einerseits die Kanonenstraße, andererseits die B 455 zwischen Königstein und Oberursel. Hessen Mobil, der Straßenbaubetrieb des Landes Hessen, hat sich sinnvollerweise die Osterferien für Bauarbeiten auf diesen Strecken ausgesucht. Im Eichwäldchentunnel wurden am Montag Lampen ausgetauscht; der Verkehr konnte nur einspurig durch den Tunnel rollen, was zu Wartezeiten für die Autofahrer führte.

Wie geplant, haben zudem am Montag die Bauarbeiten auf der L 3004 zwischen Oberursel-Hohemark und dem Sandplacken begonnen. Am Morgen war der Leiter der Straßenmeisterei Usingen, Jochen Kilian, die Umleitungsstrecke gemeinsam mit der Polizei noch einmal abgefahren und hatte die Beschilderung überprüft. Mittags wurde die Umleitung dann „scharf geschaltet“. Anschließend hatte die Umleitung ihre erste Bewährungsprobe im osterferienbedingt etwas ausgedünnten Berufsverkehr.

Wie ein Polizeisprecher versicherte, hielt sich das Verkehrschaos auch im Berufsverkehr in Grenzen. Das hat offenbar auch die Ordnungskräfte überrascht. Thomas Dietrich von der Polizeidirektion Bad Homburg hatte zuvor noch gewarnt: „Man braucht als Pendler jetzt eben etwas mehr Geduld als sonst und sollte längere Fahrzeiten einplanen. Alle wollen ordentliche Straßen, aber keiner will die Baustellen.“ Dietrich hält es auch für möglich, dass es in der Zeit der Bauarbeiten auch auf der Saalburg deutlich längere Staus geben könnte.

Wie sich das Nadelöhr Königsteiner Kreisel während der bis Gründonnerstag geplanten Umleitung bewährt, bleibe abzuwarten. Auch dort werde sich die ferienbedingte Entspannung des täglichen Pendlerstroms positiv auf den Rückstau auswirken. Der Kreisel, so Dietrich, könnte sicher leistungsfähiger sein, wenn die nach wie vor von Anliegern beklagte Rechtsab-biegung in die Frankfurter Straße freigegeben wäre.

Das Problem des traditionellen Rückstaus bis zur Billtalhöhe liege aber weniger am Kreisel, sondern an der „Edeka-Ampel“ sowie dem Knotenpunkt Adelheidstraße. „Wir haben die Sanierung der Saalburgchaussee überstanden, dann schaffen wir auch das“, sagte Dietrich, sieht aber schon das nächste Problem auf die Pendler aus dem Usinger Land zukommen: Im Juni soll auch auf der B 456 zwischen Wehrheim Nord und Wehrheim Mitte die Decke erneuert werden.

Hessen Mobil begründet die Bauarbeiten auf der L 3004 mit der nicht mehr im nötigen Maße gegebenen Fahrbahngriffigkeit. Suzanne Braake vom Straßen- und Verkehrsmanagement sagt, es habe in den vergangenen Jahren in drei Kurven des Streckenabschnittes Unfälle gegeben, die mittelbar auf den Straßenzustand zurückzuführen seien. „Das betrifft nicht nur Motorrad-, sondern auch Pkw-Unfälle“, so Braake. Bei trockener Fahrbahn sei die mangelnde Griffigkeit nicht feststellbar, doch bei Nässe könnten kritische Situationen entstehen.

Der Asphaltaufbau auf der landläu-fig auch Kanonenstraße genannten L 3004 wird auf etwa 2,8 Kilometern – zwischen Applauskurve und Sandplacken – komplett erneuert. Die Arbeiten müssen unter Vollsperrung erfolgen, da die Straße für eine halbseitige Sperrung zu schmal ist: „Es geht hier um den Sicherheitsabstand zwischen dem fließenden Verkehr und den Arbeitern.“

Zu tun gibt es zwischen Applaus-kurve und Sandplacken einiges: So müssen 19 000 Quadratmeter Straße zehn Zentimeter tief abgefräst werden. Danach muss auf derselben Fläche Asphaltbinder sechs Zentimeter dick eingebaut werden, darauf kommen dann vier Zentimeter Asphaltdeckschicht. Ferner müssen auf 250 Metern Rasengittersteine ausgebaut und wieder eingebaut werden. Braake ist nach Rücksprache mit dem verantwortli-chen Fachingenieur zuversichtlich, dass die Arbeiten wie geplant am Donnerstag vor Ostern (13. April) beendet sein werden: „Unsere Experten gehen von günstiger Witterung aus und mit Frost ist ja nun auch nicht mehr zu rechnen“, so Braake. Die Baumaßnahme kostet 425 000 Euro. Weitere Streckenabschnitte entlang der L 3004 stehen derzeit nicht zu Erneuerung an.

Der Durchgangsverkehr wird wäh-rend der Bauarbeiten großräumig über die Bundesstraße B 455 in Richtung Königstein und weiter über die B 8 sowie die L 3025 in Richtung Weilburg, Schmitten umgeleitet. Die Zufahrt zum Feldberg aus Richtung Schmitten über den Sandplacken ist möglich, ebenso aus Richtung Königstein über den Abzweig Rotes Kreuz.

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