Spatenstich

Baubeginn am Hühnerstein steht bevor

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Fast hat man ja schon nicht mehr daran geglaubt: Mitte Oktober soll nun tatsächlich der Spatenstich für die Erschließung des Baugebietes Am Hühnerstein sein.

Auf Bad Homburgs derzeit größtem Baugebiet , auf dem Feld zwischen Nieder-Erlenbacher Weg und Vilbeler Straße, sollten nach ursprüngliche Planung schon längst die ersten Häuser stehen. 300 Wohneinheiten sind dort vorgesehen. Doch bislang ruhten die Arbeiten auf dem bereits mit Baustraßen ausgestatteten Baufeld. Jetzt wurde damit begonnen, die Baustelle für die erforderlichen Tiefbauarbeiten einzurichten.

Ein Grund für die die Verspätung beim Baubeginn war ein Rechtsstreit. „Die Erschließungsarbeiten haben sich verzögert, weil ein Unternehmen die Vergabeentscheidung hatte überprüfen lassen“, erläutert Rathaussprecher Andreas Möring. Das sei ein Vorgang, den jedes Unternehmen, das an einem Vergabeverfahren teilnehme und den Zuschlag nicht erhalte, anstoßen könne. „Inzwischen ist die Entscheidung rechtskräftig, Gespräche mit dem Auftragnehmer haben stattgefunden“, so Möring. Der offizielle erste Spatenstich für die Erschließung sei für Mitte Oktober geplant.

Die Stadt hat die Firma Reuscher Tiefbau GmbH aus Rennerod damit beauftragt, Ver- und Entsorgungsleitungen zu legen. Die Rohre dafür lagern bereits auf dem Baufeld. Das Unternehmen habe den Auftrag erfreulicherweise trotz des verfahrensbedingten Zeitverzugs annehmen können, berichtete OB Alexander Hetjes (CDU) im August dem Bau- und Umweltausschuss berichtete.

Der überwiegende Teil der Bauflächen ist für Einfamilien-, Doppel- und Reihenhäuser vorgesehen. Die Stadt will damit junge Familien anlocken. Zudem sind Mehrfamilienhäuser geplant, in den auch barrierefreie Wohnungen entstehen sollen. Zwölf Einzelhaus- und zwei Doppelhausgrundstücke vergibt die Stadt in Erbbaurecht; neun Flächen sollen laut Homepage noch vergeben werden.

Mit dem Bau der städtischen Reihenhausgrundstücke hat die Stadt die Firma Weisenburger Projekt GmbH aus Rastatt beauftragt. Der Preis für ein schlüsselfertiges Reihenhaus mit Keller, jedoch ohne Maler- und Bodenbelagsarbeiten, werde zwischen 286 000 und 309 000 Euro betragen, bei einer Größe von etwa 155 bis 165 Quadratmeter Wohnfläche.

Die Tiefbauarbeiten werden von einem Team von Archäologen begleitet. Diese sind bereits seit Mitte Juli auf dem weitläufigen Baufeld zugange, nachdem Anfang Juli Bauarbeiter auf ungewöhnliche Funde gestoßen waren. Das Landesamt für Denkmalschutz hatte Notgrabungen angeordnet, bei denen die Archäologen bisher ein Dutzend keltischer Gräber aus der Latènezeit (jüngere Eisenzeit, um 450 bis 15 vor Christus) gefunden haben.

Zwar sind offenbar kaum noch Knochen erhalten; dass es sich um Gräber handelt, gilt jedoch durch die Erdverfärbungen als gesichert. Bei den Grabungen wurden auch Grabbeigaben wie Kleidungsreste, Gewandspangen, schlecht erhaltene Keramiken und Teile eines Schwertes gefunden. Somit weiß man auch, dass hier Männer und Frauen begraben wurden. Die Erdschichten wurden als Block geborgen und werden nun in Ruhe sondiert. Die Tiefbauarbeiten werden diesen Teil der Ober-Erlenbacher Vorgeschichte zwar für immer zerstören; jedoch haben die Historiker nun die Chance, sie zu dokumentieren und, sofern weitere Spuren der Kelten auftauchen, diese zu bergen.

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