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Bedarf für Dirt-Bike-Bahn?

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In unmittelbarer Nachbarschaft der Skateranlage an der Siemensstraße könnte ein Dirt-Bike-Park entstehen. © Red

Neu-Anspach. So schnell wie im Magistratsbeschluss vorgesehen, geht es dann doch nicht. Sehr ausführlich befasste sich der Umweltausschuss am Dienstag und tags darauf auch der Sozialausschuss mit den aus dem Rathaus vorgelegten Plänen, hinter der Skateranlage in der Siemensstraße eine Dirt-Bike-Strecke anzulegen. Das von Bürgermeister Thomas Pauli (SPD) mit Verve vorgetragene Projekt fand keine Zustimmung - zunächst jedenfalls nicht.

Erst bei den Haushaltsberatungen im Herbst soll entschieden werden, ob die geschätzten rund 80 000 Euro gut angelegt sind, ob Neu-Anspach sich das leisten kann und überhaupt leisten will. Noch stehe nämlich gar nicht fest, ob es überhaupt einen Bedarf gibt, der eine solche Investition rechtfertigen könnte.

Überhaupt, so kam es von der b-now, müsse angesichts sehr knapper finanzieller Ressourcen sehr genau überlegt werden, welche Investitionen wirklich nötig seien, mit 80 000 Euro lasse sich unter Umständen auch der vom Seniorenbeirat gewünschte Bürgerbus anfinanzieren. Bis zu den Etat-Beratungen sollen genaue Zahlen ermittelt werden.

Während es beim Downhill-Radeln über Stock und Stein in die Tiefe geht, geht es auf Dirt-Bike-Strecken eher im Parterre durch Matsch und Pfützen. Das ergänze sich zwar, habe grundsätzlich aber nichts miteinander zu tun, schon allein wegen der unterschiedlich konstruierten Räder nicht, erklärte Pauli.

Zuerst soll eine Umfrage her

Braucht Neu-Anspach so etwas? Pauli meint ja, andere eher nein. Bevor es keine belastbaren Meinungsäußerungen derer, die die Anlage nutzen sollen, gibt, wobei das nicht unbedingt Kinder und Jugendliche sein müssen, wolle man für den Matsch-Parcours nicht die Hand heben. Dies war jedenfalls die Meinung der Sozialausschussvorsitzenden Karin Birk-Lemper (UBN). Zuerst müsse die Umfrage her. Bevor das nicht geklärt sei, tue man gut daran, sich erst einmal die renovierungsbedürftige, nach einigen Nachbesserung immerhin TÜV-gemäße und nach dem Eindruck aller auch rege genutzte Skaterbahn in Angriff zu nehmen.

Das Projekt Dirt-Bike-Park sei dabei aber nicht aus den Augen zu verlieren. Dieser sei keine Alternative zur illegalen Downhillstrecke im Wald im oberen Schleichenbach, die noch dazu mutmaßlich von Usinger Jugendlichen errichtet worden und vorwiegend auch nur von diesen genutzt werde. Kein Downhiller gebe sich mit Dirt-Biking zufrieden.

Das eine tun, ohne das andere zu lassen, war ein Vorschlag von Bernd Töpperwien (b-now), dem eine legale Downhill-Strecke auf der Deponie Brandholz vorschwebt. Geht nicht, erklärte Pauli, die Deponie werde noch verfüllt, es werde noch Deponiegas gewonnen - zu gefährlich.

Pauli: Passend zur Kletterhalle

Frühestens in ein paar Jahrzehnten, wenn die Nachsorgephase beendet und das Gelände gefahrlos öffentlich zu nutzen sei, könne man dem nähertreten. Derweil sei es zielführender, das Gelände an der Siemensstraße zu einem dem Image Neu-Anspachs als junge Stadt dienlichen Sportpark zu entwickeln, schließlich entstehe dort in Kürze auch noch eine Kletterhalle, warb Pauli. Er hält die Skaterbahn weder für marode und geht auch nicht von mangelndem Interesse künftiger Dirt-Biker aus. Der Bedarf sei da.

Beide Ausschüsse stimmten einem Antrag der SPD zu, jetzt zügig einen Bebauungsplan auf den Weg zu bringen, damit dessen einjährige Entstehungszeit nicht für Verzögerungen sorgt. Die Planungskosten sollen maximal 12 500 Euro betragen. Damit werde die Zeit bis zur den Etat-Gesprächen genutzt.

Dass der Dirt-Bike-Park erst dann beraten werden soll, wurde ebenfalls einstimmig beschlossen. Konsens in den Ausschüssen war auch, die Skaterbahn bei einer der nächsten Sitzungen des Sozialausschusses gemeinsam mit dem Umweltausschuss und dem Radfahrerverein Vorwärts zu besichtigen, um sich ein Bild über seinen Zustand, aber auch über denkbare Verbesserungen machen zu können.

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