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Benefizkonzert in Wehrheim für die Opfer des Krieges in der Ukraine

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Spielen für die Opfer des Ukraine-Krieges: Organist Elmar Feitenhansl und Violinistin Regina Möller beim Benefizkonzert in der katholischen Kirche in Pfaffenwiesbach. © Christina Jung

Regina Möller (Violine) und Elmar Feitenhansl (Orgel) haben in der Pfaffenwiesbacher Kirche ein Konzert für Opfer des Krieges in der Ukraine gespielt. Viele Besucher spendeten gerne.

Wehrheim-Pfaffenwiesbach (cju). Es war kein Live Aid-Konzert. Kein von Bob Geldof organisiertes Event, bei dem die Großen der Pop- und Rockwelt sich ein Stelldichein geben. Aber das Benefizkonzert, zu dem sich Elmar Feitenhansl und Regina Möller für den Sonntagabend entschlossen hatten, ist ebenso viel wert. Denn es kam von Herzen. Schön, dass doch viele Besucherinnen und Besucher trotz der Kürze der Einladungsfrist gekommen waren.

Schön auch, dass das Publikum das Orgelspiel mit Violine zu schätzen wussten - und gerne spendeten. Diese Spenden werden an Caritas International weitergeleitet und sollen den Opfern des Krieges in der Ukraine zugutekommen.

Erlös für Opfer des Ukraine-Krieges

Für das etwa einstündige Konzert hatten die beiden Protagonisten wunderschöne Werke ausgesucht, die auch beim Publikum gut ankommen mussten. Den Auftakt machte der norwegischen Komponist und Dirigent Johan Severin Svendsen, der 1911 in Kopenhagen starb. Seine »Romanze in G-Dur« ist eines seiner bekanntesten Werke und zeigt die zarten Seiten der Violine, unterstützt von der zurückgenommenen Orgel, besonders gut.

Mit dem Choralvorspiel »Ach Gott, erhör mein Seufzen« sowie dem Stück »Jesus tröstet die Töchter Israels, die ihm nachfolgen«, welches aus dem Opus 29 vom »Le chemin de la Croix«, also dem Kreuzweg, stammt, zeigte Feitenhansl die ganze Bandbreite der Orgel, die stringent und gleichzeitig liebevoll von ihm gespielt wurde. »Ach Gott, erhör mein Seufzen und Wehklagen. Lass mich in meiner Not gar nicht verzagen...« heißt es der Textpassage, die Johann Ludwig Krebs vertont hatte.

Das Stück vom »Kreuzweg« zeigte auf, wie Frauen um Jesus Christus weinen und klagen. Er aber zeigt ihnen eine Richtung, die das Wehklagen verstummen lässt: »Ihr Frauen von Jerusalem, weint nicht über mich, weint über euch und eure Kinder«. Ein weiteres Stück von Tommaso Vitali, die »Chaconne g-Moll« folgte daraufhin.

Otto OIssons Romanze in h-Moll hätte nicht leichter und perliger sein können. Möller zeigte gerne, dass sie mit ihrer Violine eine musikalische Einheit bildet, und die Orgel hielt sich erneut wohltuend zurück, um bei den ihr gewidmeten Passagen stärker anzuklingen.

Mit einem Klagelied von James Biery, der 1995 verstarb, endete der Reigen, der die Zuhörer in seinen Bann gezogen hatte. »Regina Möller und ich haben ein gemeinsames Repertoire, aus dem wir für das Konzert die besinnlicheren, aber auch dramatischeren Werke ausgesucht haben«, so Elmar Feitenhansl. Er steuerte zudem mit den beiden Orgelstücken etwas zum Nachdenken bei. »Da ist das Seufzen des Mannes, der Gott um Hilfe bittet, und die weinenden Frauen, die von Jesus getröstet werden«, so der Organist.

Am Ende kam mit 610 Euro ein ansehnlicher dreistelliger Betrag zusammen, der den Menschen in der Ukraine helfen soll.

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