Freisprechungsfeier

Bereit für eine "hochspannende Zukunft" im Elektrohandwerk

  • schließen

Handwerk hat zwar immer noch den sprichwörtlich „goldenen Boden“, das kann aber auch nur dann gelten, wenn es weiter betrieben wird. Das ist leider aber nicht immer der Fall, da oft Nachfolger fehlen, die das Geschäft fortführen. 13 Elektro-junggesellen haben zumindest die Chance, das zu tun.

Rudolf Maurer, Obermeister der Elektroinnung im Hochtaunuskreis, sagte bei der Freisprechungsfeier des aktuellen Gesellenjahrgangs, dass die fehlende Nachfolge den Betriebsinhabern oft Sorge bereitet. Dass diese nicht immer vom eigenen Nachwuchs angetreten werden kann, weil häufig die Kinder „in eine ganz andere Richtung gehen“, sei natürlich klar. Umso mehr müsse das Handwerk aber für sich werben, um dem Fachkräftemangel abzuhelfen, der auch dem Elektrohandwerk Probleme bereite, sagte Maurer.

Er beschrieb in seiner Ansprache an die 13 „frischgebackenen Junggesellen“ die derzeitige Stimmung im Handwerk aber als gut. Bei der Bevölkerung stünden Handwerker hoch im Kurs. Es habe sich längst herumgesprochen, nicht nur in Deutschland, sondern in der ganzen Welt, dass das deutsche Handwerk mit seinem dualen Ausbildungssystem besonders fähige Fachkräfte hervorbringe. Allerdings müssten die Kunden diesem Gedanken auch Taten folgen lassen und qualifizierte Handwerker auch bevorzugt beauftragen. Leider geschehe das nicht immer und überall. Das gefährde letztlich den Meistertitel. In Deutschland gebe es, der steigenden Komplexität des Elektrohandwerks wegen, in dieser Branche immer noch die Meisterpflicht in der Ausbildung des Berufsnachwuchses. In anderen EU-Ländern sei das nicht so, so dass auch weniger gut ausgebildete Kräfte auf den Markt drängen und Kunden mit günstigen Arbeitslöhnen umgarnen. Wenn dann die Qualität nicht stimmt, habe der Kunde oft das Nachsehen.

Den 13 neuen Gesellen, die er ganz klassisch in die „Gemeinschaft der ehrbaren Handwerker“ aufnahm und sie feierlich mit den Worten „seid fleißig, sparsam, treu und redlich“ in den Gesellenstand erhob, gab Maurer mit auf den Weg, wissbegierig und bildungseifrig zu sein. Kaum ein Handwerk verändere sich so schnell wie das der Elektriker, wobei das Pensum mit der fortschreitenden Digitalisierungstechnik immer anspruchsvoller werde.

Auch Kreishandwerksmeister Walter Gernhard wies den jungen Leuten den Weg in eine erfolgreiche und im wahrsten Sinne „hochspannende“ Zukunft. Die könne aber nur der meistern, der sich den wandelnden Anforderungen stelle. Wer das tue, dem böten der europäische Binnenmarkt und die ganze Welt alle Chancen. Das Elektrohandwerk sei einer der „Taktgeber für den technischen Fortschritt“, so Gernhard. Er nahm Bezug auf die Herausforderungen durch immer leistungsfähigere umweltschonende, weil energiesparende Systeme.

Dr. Markus Büchele, Schulleiter der Hochtaunusschule in Oberursel, gratulierte den Gesellen zum Abschluss. Der Ort der Freisprechungsfeier im Feldberghof, bei der auch Kreisausschussmitglied Hartmut Haibach (FWG) die Glückwünsche des Landrates überbrachte, habe eine Symbolkraft, sagte Büchele. Es sei buchstäblich ein Höhepunkt im Leben der jungen Leute und wenn sie später, nach Einbruch der Dunkelheit, von oben herab in die Mainebene hinunterschauen, würden sie am Frankfurter Lichtermeer sehen, was das Elektrohandwerk bewirken kann.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare