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Bescheidener als gedacht

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Andre Nickl trägt hier - stellvertretend für die Neu-Anspacher Jugend - deren sehr moderate Vorstellungen zu einer aufgewerteten Skateranlage vor, und die Mitglieder des Sozialausschusses hören aufmerksam zu. © schneider

Jugend reicht es zunächst, wenn die Skateranlage in Ordnung gebracht wird

Neu-Anspach -Jugend will immer alles und am liebsten alles gleichzeitig. Falsch, jedenfalls in Neu-Anspach. Dort zeigt sich die junge Generation in ihren Forderungen weit bescheidener als man sich das in der Kommunalpolitik bisher gedacht hatte. Karin Birk-Lemper (FWG-UBN) hatte als Vorsitzende des Jugend- und Sozialausschusses "die Jugend" zum Ortstermin am Mittwoch auf die Skater-Anlage eingeladen, um zu erfahren, wie sie sich den Skaterpark eigentlich vorstellt und was sie von einem "Pump-Track" hält.

Von beidem halten die rund ein Dutzend Jugendlichen viel, jedoch setzen sie auch Prioritäten. Auf die Frage von Bürgermeister Thomas Pauli (SPD), wer eine solche Berg- und Talbahn, die jenseits des Bolzplatzes auf einer stadteigenen Wiese ihren Platz haben könnte und dann auch asphaltiert würde, nutzen würde, gingen zwar alle Hände nach oben. Die Jugendlichen sagten aber auch, dass, bevor viel Geld für Neues ausgegeben werde, erst die Skaterbahn in Ordnung gebracht werden sollte.

Nachdem die 2021 wegen Sicherheitsmängeln drohende Sperrung der Anlage durch Reparaturen abgewendet worden sei, werde die Bahn inzwischen rege genutzt, sie sei aber trotzdem ausbaufähig, hieß es. Um sie mit noch mehr Spaß benutzen zu können, sei eine andere Anordnung der Rampen nötig, damit man sie mit mehr Schwung anfahren könne. Eine Rampe sei wegen ihrer Platzierung gar nicht richtig zu benutzen.

Die Jugend hat bereits Ideen entwickelt und den Politikern Lageplan übergeben. Weitere Vorschläge könnten noch kommen, eine von Wirtschaftsförderer Oliver Lorenz gestartete Online-Umfrage läuft derzeit noch. Lorenz hat bereits 21 Einsendungen bekommen, wollte dem Ergebnis aber nicht vorgreifen, nur so viel: Gewünscht werden "ein paar Elemente mehr", eine bessere Abstimmung der Rampen, Beleuchtung über 20 Uhr hinaus, Mülleimer und zusätzliche Sitzgelegenheiten. Zu den Wünschen der Jugendlichen zählt auch ein zweiter Basketballkorb. Konkret wird hier ein kleines Basketballfeld jenseits der Hecke favorisiert. So gewinne man zusätzlichen "Spielraum" auf der Skateranlage.

Platz für die

junge Generation

"Hinter der Hecke" wurde es dann auch politisch. Im Grunde sei es ihm egal, ob die Jugend einen besseren Skaterpark, einen Pump-Track oder nur Platz zum Chillen, Basketballspielen oder Hütten wolle, sagte der Bürgermeister. Ihm gehe es darum, Platz für die junge Generation zu schaffen. Die Wiese im Gewerbegebiet, auf der es auch einmal etwas lauter werden oder länger dauern könne, biete sich an. Vorher müsse aber ein Bebauungsplan her, schon allein deshalb, weil es sich bei der Wiese um eine Ausgleichsmaßnahme mit ökologischen Funktionen handele, die erhalten bleiben müssten. Das könne ein Jahr dauern.

Kevin Kulp (SPD) sieht das auch so, sagte aber in Richtung der Jugend, dass von ihr nicht ein "entweder oder" erwartet werde, sondern dass es auch ein "sowohl als auch", skaten, pumpen oder etwas ganz anderes, geben könne. Es gehe allein darum, die Wiese für die Jugend zu reservieren.

Christian Holm (b-now) will die Wiese in ihrer künftigen Verwendung auch nicht gleich festgeschrieben sehen. Vielmehr sollten Wünsche der Jugend jährlich evaluiert werden, sodass man das Angebot Schritt für Schritt wachsen lassen könne. Platz, das sagte auch Pauli, sei schließlich genügend vorhanden. Hans-Peter Fleischer (FWG-UBN) nutzte den Moment zu einer Wahlkampf-Stichelei. Er warnte Pauli davor, der Jugend zu viel zu versprechen und "drei teure Baustellen auf einmal aufzumachen". Sei doch nicht einmal sicher, ob er dann, wenn's ans Umsetzen gehe, überhaupt noch im Amt sei. Ulrike Bolz (CDU) zeigte sich angenehm überrascht, wie moderat die Wünsche der Jugend seien, trat aber auch dem möglicherweise entstehenden Eindruck entgegen, Geld spiele bei der Erfüllung dieser Wünsche keine Rolle. Noch stehe der Umbau der Skateranlage nicht im Etat. Man dürfe nicht so tun, als sei das alles leicht zu finanzieren. Regina Schirner (Grüne) war es wichtig, erst einmal die Vorstellungen der Jugend und kennengelernt zu haben. Denen könne dann nach und nach gefolgt werden. Voraussetzung sei aber, dass die Fläche für die Jugend gesichert werde.

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