Bommersheim Süd wird Thema für Arbeitsgruppe

  • vonAlexander Schneider
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Ist Bommersheim Süd nur eine Option für die Zukunft? Eine Arbeitsgruppe im Beirat Bommersheim will sich nun mit dem Reizthema befassen, dabei außer dem im Stadtteil umstrittenen Bevölkerungswachstum aber auch den Gesamtzusammenhang in den Fokus nehmen.

Wie stark soll Bommersheim wachsen, und: Muss es überhaupt wachsen? Eine mögli-che Bebauung von Bommersheim Süd ist schon lange im Gespräch und hat im Bürgermeister-Wahlkampf, wie berichtet, bereits zu Differenzen zwischen Amtsinhaber Hans-Georg Brum (SPD) und Herausforderer Thorsten Schorr (CDU) geführt. Am Mittwoch stand das Thema – wenig überraschend – auch in der Sitzung des Beirates Bommersheim auf der Agenda.

Dort war es Vereinsvertreter Klaus Hieronymi, der den Plänen eine Absage erteilte. Bommersheim habe nichts davon, im Gegenteil, es nehme sogar Schaden. Das für den Stadtteil so typische ländliche Er-scheinungsbild werde geopfert, von den zu erwartenden Kapazitätsdefi-ziten bei Kindergärten und Schulen, aber auch den längeren Wartezeiten „morgens im Berufsverkehr an der Kreuzung“ ganz abgesehen. Der Freizeitdruck wachse, Wild gebe es in der Bommersheimer Gemarkung, wo früher „300 Feldhasen an einem Tag“ geschossen wurden, schon jetzt kaum noch.

Visionen für die Zukunft

Ergebnis der Debatte, an der sich auch der Verwaltungschef beteiligte: Es wird eine Arbeitsgruppe gebildet, die sich aber nicht nur mit der Bebauung des Gebietes Bom-mersheim Süd befassen soll, son-dern mit der Entwicklung des Stadtteils insgesamt – Infrastruktur, demografischer Wandel, Freizeitangebote, Visionen für die Zukunft, all das soll auf den Tisch kommen.

Die Besetzung der Arbeitsgruppe ist noch unklar. Zunächst wollen die Beiratsmitglieder Klaus Hieronymi (Vereine), Michael Händler (Kirchen), Katja Adler (FDP) und Bürgermeister Hans-Georg Brum ein Konzept entwerfen und das alsbald im Beirat vorstellen.

Brum hatte in der Debatte die offene Diskussion und auch die Gründung einer Arbeitsgruppe einerseits begrüßt, regte aber auch an, die Debatte fair zu führen und nicht nur nach Ablehnungsgründen zu suchen. Es gebe auch Vorteile. Bommersheim Süd sei eine Option für die Zukunft, die ohne Not nicht aufgegeben werden solle. „Wir sollten hier keine Tür zuschlagen“, riet Brum.

Noch gebe es keinen Startschuss, noch sei nicht entschieden, „wann und ob wir das Gebiet entwickeln“. Ohne Infrastruktur gehe da gar nichts. Brum plädierte dafür, das Wachstum der Stadt im Gesamtzusammenhang zu sehen und Bommersheim nicht isoliert zu betrachten. Es sei keine leichte Entscheidung. Oberursel müsse erst einmal den letzten Schub verkraften.

Nicht vorschnell absagen

Brigitte Geißler-Burschil (SPD) warnte vor einer vorschnellen gene-rellen Absage an das Siedlungspro-jekt. Einerseits fehlten in Oberursel Sozialwohnungen, andererseits dürfe man auch den demografischen Wandel und die Gefahr einer Überalterung der Bevölkerung nicht aus den Augen verlieren: „Wer soll denn später einmal unsere Renten bezahlen, wenn wir nicht bereit sind, langfristig zu wachsen?“, sagte sie. Katja Adler (FDP) begrüßte Hieronymis Ansatz, eine Arbeits-gruppe zu gründen, schlug aber vor, deren Themenfeld nicht auf den Bevölkerungszuwachs zu beschränken, sondern die Gesamtentwicklung des Stadtteils mit Freizeitangeboten, Einkaufsmöglichkeiten und Infrastruktur in den Fokus zu nehmen.

Hieronymi schloss sich dem FDP-Vorschlag, den Arbeitskreis breiter aufzustellen, an, mahnte aber, rechtzeitig mit der Arbeit zu beginnen. Wenn erst einmal ein Bebauungsplan in der Aufstellung sei, sei es zum Gegensteuern zu spät.

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