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Wie ein Bommersheimer den Weg nach Lanzarote fand

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Von: Christine Sarac

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Wer erleben will, wie ein Bommersheimer den Sommer auf Lanzarote verbringt, sollte am Sonntagabend ZDF schauen.

Wer am kommenden Sonntag um 20.15 Uhr ZDF-Herzkino schaut, sollte beim romantischen Spielfilm „Ein Sommer auf Lanzarote“ ganz genau hinsehen, denn die männliche Hauptrolle spielt ein „Bommersheimer Junge“. Fabian Joest Passamonte ist als Juan Garcia zu sehen, dessen Koffer am Flughafen mit dem von Headhunterin Juliane Paul, gespielt von Christina Hecke, vertauscht wird. Bald funkt es zwischen den beiden.

Heute lebt Passamonte in Berlin, die Eltern auf Mallorca – trotzdem fährt er mindestens ein Mal im Jahr nach Bommersheim. „Ich bin dort aufgewachsen, war Stürmer beim SV Bommersheim und bin dort erst zur Grundschule und später ins Gymnasium gegangen“, erinnert er sich. Hier in Bommersheim fing quasi alles an. „Ich habe als kleiner Junge beim Krippenspiel den Josef gespielt“, erinnert er sich.

Im Alter von neun Jahren war er Sprecher bei Kinderhörspielen des HR. „Ich kann mich noch genau an die erste Produktion erinnern, es ging um den Osterhasen“, erzählt er. „Damals wurden Kinder als Sprecher gesucht, und ich vermute, meine Mutter hat mich angemeldet. Aber so genau weiß ich das gar nicht mehr“, erzählt er, während er gerade in Brasilien für sein neues Projekt dreht. Dass Schauspieler aber ein Beruf für ihn sein könnte, das entdeckt Fabian Joest Passamonte erst im Alter von 16 Jahren. „Damals haben wir am Gymnasium eine Rockoper einstudiert. Das war meine erste richtige Bühnenerfahrung“, erzählt der 43-Jährige. Nach dem Abi reist der junge Bommersheimer durch die Welt. „Natürlich hab ich mich gefragt, was ich mit meinem Leben anfangen will, und da war wieder der Wunsch, auf der Bühne zu stehen“, lässt er diese Zeit Revue passieren.

Inzwischen wohnte die Familie auf Mallorca, und um seinen Traum zu verwirklichen jobbte Fabian als Postkarten-Verkäufer in einem Souvenir-Laden an der Kathedrale und schleppte Möbel. Drei Jahre später stellte er sich in New York an der Lee-Strasberg-Schauspielschule vor und bekam eine Zusage.

Wer glaubt, damit wären alle Stolpersteine aus dem Weg geräumt gewesen, der irrt sich. „Als Schauspieler muss man lernen, mit Absagen und Ablehnung umzugehen“, weiß Passamonte. „Es hat einige Jahre gedauert, bis ich Hauptrollen spielen durfte.“ Die in „Ein Sommer auf Lanzarote“, ist zwar nicht seine erste, aber dafür die erste fürs Fernsehen. Auch Zukunftssorgen kennt der 43-Jährige gut. „Ich habe mich vor einigen Jahren aber breiter aufgestellt und 2014 bei dem Spielfilm ,UMP’ zum ersten Mal Regie geführt und am Drehbuch mitgearbeitet“, berichtet er. Im Mai wird der Film „Mängelexemplar“ in die Kinos kommen, in dem Passamonte die Rolle des „Schnurrbert“ spielt. Zurzeit ist Fabian Joest Passamonte für sein neuestes Projekt, einer Serie, in Brasilien unterwegs.

Wenn er zu Besuch in Bommersheim ist, trifft man ihn beim Spaziergang durchs Feld. In Berlin geht er in einen Laden, in dem Ebbelwei verkauft wird. „Stöffche und Grüne Soße, das ist für mich Heimat.“

(csc)

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