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Bräuche, die verschwunden sind

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Usingen-Wernborn (msc). Osterbräuche gibt es natürlich auch in Wernborn. Jürgen Maibach vom Ortsbeirat erinnert sich gerne an das Osterfeuer. Dieses vom örtlichen Kindergartenteam initiierte Fest wurde stets von der Feuerwehr unterstützt und von zahlreichen Bürgern besucht. Etwa bis 2016 war diese Veranstaltung in Wernborn fest mit Ostern verbunden.

Leider gibt es sie nicht mehr.

Doch da ist ja noch die Kirchengemeinde. Die Organisatoren pflegen bis heute eine Reihe von Osterbräuchen und -sitten - »in Verbindung mit und neben den zahlreichen Gottesdiensten an den Osterfeiertagen«, berichtet Maibach. Insbesondere bezieht er sich dabei auf den »alternativen Karfreitags-Gottesdienst«, der Christen aller Konfessionen und wohlgemerkt auch Nicht-christen ansprechen soll.

Außerdem fällt ihm da noch die kleine Gruppe Wernborner ein, die seit mehr als zehn Jahren eine »etwas andere« Andacht ohne die Mitwirkung und Begleitung eines Priesters ausrichtet. Es gelinge dem Team immer wieder, die Leidensgeschichte von Jesus Christus mit tagesaktuellen Themen zu verknüpfen.

Seit 2013 gibt es am Weiherwiesenköppel am Karfreitag zudem eine Kinder- und Familienkreuzwegandacht, die sich wachsender Beliebtheit erfreut. Dabei stehen von dem bekannten Schmittener Künstler und Holzgestalter Matthias Schmidt entworfene und erstellte Kreuzwegschnitzereien als bildhafte Kulisse für diese mittlerweile fest etablierten und weit über die Wernborner Grenzen bekannten Andachten.

Maibach wirft aber auch einen Blick in die Dorfgeschichte. »Bis in die 1970er Jahre war es üblich, dass von Gründonnerstag bis Ostersonntag Messdiener oder junge Männer um sechs Uhr morgens mit Holzklappern durchs Dorf zogen«, erinnert er sich. Die Männer läuteten mit ihrem Sprechgesang und den Worten »se Daaach, se Daach« den Tag ein. Übersetzt heißt das, es wird Tag. Damit ersetzten sie das reguläre frühmorgendliche Geläut, das in der Zeit pausierte.

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